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Sonntag, 19. März 2017

FANTOMAS GEGEN INTERPOL (Fantômas se déchaîne 1965 André Hunebelle)


Fantomas möchte an die Erfindung eines Gerätes zur Gedankenkontrolle gelangen. Da er hierfür einen bestimmten Wissenschaftler entführen muss, beschließt der Reporter Fandor diesen zu doubeln, bewacht durch Kommissar Juve...


Was ein Jahr später geschah...

André Hunbelles „Fantomas“ war von Anfang an als Mehrteiler konzipiert, und gerade einmal ein Jahr nach dessen Veröffentlichung erschien die erste Fortsetzung „Fantomas gegen Interpol“ auf der Bildfläche und lässt seine Geschichte konsequenter Weise ebenfalls ein Jahr nach den Geschehnissen von Teil 1 spielen. Diese werden uns im Schnellverfahren mittels Zeichentricksequenzen im Vorspann in Erinnerung gerufen, bevor es mit nur kurzem Vorgeplänkel ziemlich schnell wieder zur Sache gehen darf.

Mag die Fortsetzung auch nicht mehr über solch sehenswerte Verfolgungsjagden verfügen wie Teil 1 (es gibt nur eine gegen Ende, und die ist ohne nennenswerten Sehwert ausgefallen), „Fantomas Strikes Back“ (Alternativtitel) kommt im Gesamtbild flotter daher als sein Vorgänger und bietet im Austausch zu den vermissten Highlights anderweitige Sehwerte. So steckt die Fortsetzung voll von kleinen, irrsinnigen Gimmicks, wie einem explosiven Miniatur-Elektroauto, einem Anzug der einem drei Arme verleiht, einem Satz schießfreudiger Zigarren und einem Auto, welches sich bei Bedarf in ein Flugzeug verwandeln kann.

„Fantomas gegen Interpol“ zeigt nicht nur die von mir nach Teil 1 gewünschten tatsächlichen Möglichkeiten und den wahren Wahnsinn Fantomas, er spielt auch mehr als zuvor mit den Klischees der Superschurken, wie sie zur Entstehungszeit wieder durch die James Bond-Reihe interessant wurden. So darf Fantomas einen Unterschlupf in einem versunkenen Vulkan besitzen, was ein wenig an die spätere Unterwasserbehausung Strombergs aus „Der Spion, der mich liebte“ erinnert. Und freilich dürfen wir auch wieder einer Maskeradenschau beiwohnen, diesmal im herrlichen Verwirrspiel von gleich drei Professoren, von denen freilich nur einer der Echte ist. Dass das Ganze für Kommissar Juve in der Irrenanstalt endet, ist nur eine von vielen Höhepunkten des Streifens, auch wenn gerade Genannter ruhig ein wenig länger hätte ausfallen können.

„Fantômas se déchaîne“ (Originaltitel) kommt verspielter und bunter daher als sein Vorgänger, und das kommt auch dem hektischen Spiel de Funès‘ zu Gute, der hier zwar ebenso extrem agiert wie in Teil 1, damit aber weitaus weniger nervt als zuvor, eben weil die Situationen so schräg ausfallen und Juve damit der Kasper innerhalb einer skurrilen Welt ist, und nicht nur der Zappelphilipp, der für sich alleine tobt.

Da man für das Projekt wieder die selben Mimen aus Teil 1 gewinnen konnte und diesbezüglich auch so manches Personal hinter der Kamera, kommt ein im Umgang miteinander erfahrenes Ensemble zusammen, dessen Spielfreude den Zuschauer anzustecken weiß. Da einige Teile der Geschichte in Italien spielen dürfen, wird das Mitwirken besagten Landes diesmal deutlich, während in Teil 1 diesbezüglich wohl nur Gelder geflossen sind. Mag man sich auch erst einmal an die andere Synchronstimme von Louis de Funès gewöhnen müssen: „Fantomas gegen Interpol“ ist ein flotter, abenteuerlicher Spaß geworden, der seinen Vorgänger locker in den Schatten stellt.


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