Sonntag, 13. Mai 2018

ASTRO-ZOMBIES - ROBOTER DES GRAUENS (Astro Zombies 1968 Ted V. Mikels)


Ein Wissenschaftler kreiert Robotermenschen, die Gedanken aus anderen Gehirnen übertragen bekommen können. Einer beginnt ein mörderisches Eigenleben...


Nachhilfeunterricht in Sachen Wissenschaft in Inklusions-Einzelunterricht...
  
Wenn die größten Special Effects aus gefärbtem Wasser als angebliche Chemikalien, roter Brei als Blut und eine Gummimaske als Robotergesicht bestehen, dann befindet man sich in einem besonders kostengünstig und alternativ umgesetzten Film, was erst einmal nichts Schlechtes heißen muss. Im Falle von "Astro Zombies" trifft jedoch der erste negative Eindruck, der sich bei solch einer Aufzählung aufdrängt, zu, ist das Endprodukt doch ein höchst einschläfernder Film, dem es gehörig an Tempo und interessantem Inhalt fehlt.

Aufgrund der im Zentrum stehenden, dialoglastigen Mad Scientist-Szenen könnte man sich in einem der etlichen Jess Franco-Filme wähnen, die ähnliche Schwerpunkte hatten, jedoch wusste der Spanier, der nicht gerade oft meinen Geschmack traf, in diesem Bereich meist Mittelmaß abzuliefern. Mikels übertreibt es derart penetrant mit sinnlosem Wissenschaftsgeschwätz, dass man dem Griff zur Fernbedienung kaum widerstehen kann. Jedes kleinste Detail seiner Versuchsreihe erklärt der eher gelangweilt spielende John Carradine seinem buckligen, scheinbar geistig zurückgebliebenem, Gehilfen, warum auch immer, wenn der doch höchst wahrscheinlich von alledem nichts versteht. Das könnte ein Zeichen von Vereinsamung sein, als irrer Wissenschaftler findet man sicherlich nur selten Gehör unter Gelehrten, von daher könnte man daraus einen humoristischen Aspekt ernten. Leider ist "The Space Vampires" (Alternativtitel) jedoch völlig ernst erzählt und schreckt auch nicht davor zurück Carradines völlig schwachsinniges Wissenschaftsgefasel mit einem sich endlos anfühlendem in Echtzeit abgefilmten Austausch von kleinen Elektronikteilchen zu unterbrechen.

Der restliche Teil des Filmes besteht hauptsächlich aus einer für seine Entstehungszeit geradezu typischen Agentengeschichte. Da werden asiatische Kriminelle (die mehr als offensichtlich von Weißen verkörpert werden) skrupellos in Szene gesetzt, Agenten kämpfen gegen Agenten, Wissenschaftler und deren Auftraggeber unterstützen diese, auf wessen Seite auch immer welcher Agent stehen mag bei solch wirrem und ödem Plot, der es einem schwer fallen lässt konzentriert dem Nichts an Story zu folgen. Der Amok laufende Roboter, von dem wir kaum erfahren warum er eigentlich tut was er tut, kommt hingegen kaum vor, so dass der titelgebende Aufhänger kaum der Rede wert ist und aufgrund der schlechten Gummimaske ohnehin nicht vom Hocker reißt. 

Scheinbar ist "Space Zombies" (Alternativtitel) trotzdem Kult in Amerika geworden, erlaubte sich Ted V. Mikels, der auch "Die Leichenmühle" inszenierte, doch den Spaß 34 Jahre später die Fortsetzung "Mark of the Astro-Zombies" zu drehen, dem bis 2012 noch zwei weitere Fortsetzungen folgen sollten. Ich bin bereits bedient und ernüchtert von dieser langweiligen Gurke des ersten Teils, wäre aber trotzdem neugierig, ob der Regisseur in den 00er Jahren einen besseren Erzählstil wählte als in den 60er Jahren. Von daher werde ich irgendwann sicher trotzdem einen Blick auf die Fortsetzung werfen, jetzt schon ahnend, dass ich es bereuen werde.


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