Samstag, 7. April 2018

WEASELS RIP MY FLESH (1979 Nathan Schiff)


Eine Bodenprobe aus dem All gelangt versehentlich in ein amerikanisches Gewässer, wo sie auch gleich von zwei neugierigen Kindern entdeckt wird. Diese schütten die in der Fremde entnommene Flüssigkeit in einen Wieselbau. Einige Zeit später ist es für die Polizei unerklärlich, dass die beiden Kinder ebenso wie ein Dutzend weiterer Menschen in der Gegend spurlos verschwunden sind. Bei seinen Ermittlungen bekommt es ein Inspektor mit einem Riesenwiesel zu tun, welches aufgrund eines irren Wissenschaftlers nur eins seiner drei größten Probleme wird...


Trickreich Zigarre rauchen...

Bevor es Anfang der 80er Jahre aufgrund des aufkommenden Videogeschäftes mit Werken wie "Bad Force" und "Blood Cult" zu einer halbwegs lukrativen Idee wurde Amateurfilme des Gewinns wegen abzufilmen, wagten sich nur wenige Hobbyfilmer an die Idee einen eigenen Horrorfilm handgemacht, auf eigene Kosten fertigzustellen. Ausgestattet mit einer Super-8-Kamera und allerhand kreativer Ideen und Ausreden machte sich Nathan Schiff nach einigen Kurzfilmexperimenten wie "The Day of the Dog Went Insane" an die Arbeit seines ersten Langfilmes (dem tatsächlich noch andere Werke wie "Long Island Cannibal Massacre" folgen sollten). Herausgekommen ist ein liebevoll trashiger Tiermutations-Horror, in welchem Schiff nicht nur darin bemüht ist eine abgedrehte Geschichte mit Spezialeffekten aus dem Haushalt zu kreieren, sondern auch versucht das Ganze möglichst flott zu gestalten, indem Kameraeinstellungen nie zu lange eingeblendet sind.

Die für einen Amateurfilm angenehm häufig gesetzten Schnitte dienen jedoch nicht nur dem flotteren Sehvergnügen (welches zur Mitte des Films trotzdem leider kurz auf eine Geduldsprobe gestellt wird), sondern lässt den guten Mann auch manche Idee trickreich umsetzen, die man als Amateurfilmer ansonsten nicht völlig gestellt wirkend umgesetzt bekäme, so z.B. eine Szene relativ zu Anfang, in welcher der Wissenschaftler etwas mit seinem Auto anfährt. Da Schiff um mehrere Perspektiven einer Szene bemüht ist, schafft er es so, sichtlich billig zusammengeschnibbelt, aber durchaus charmant aus der Affäre gezogen, das anzufahrende Wesen aus dessen Perspektive vor das Auto rasen zu lassen. 

Auch ansonsten sind die meisten Spezialeffekte eher Ausrede als wirkliche Hobbykunst. Eine Karnevalsmaske dient mehr als einmal als abgetrennter Kopf, die Zähne des sichtlich künstlichen Riesenwiesels scheinen lediglich ausgeschnittenes Papier zu sein, und Spaghettis dienen ebenso wie manch anderes Nahrungsmittel als Matschanteil eines zerlegten Körpers. Schiff zieht sein Ding einfach billig, wie kreativ durch, nicht darum bemüht Effekte zu professionell wirken zu lassen, aber doch darauf bedacht auf dieser Ebene möglichst Interessantes zu zaubern. Im Gegensatz zu späteren Amateurfilmern liegt sein Hauptaugenmerk nicht nur im Bereich der Goreeffekte, auch wenn er einige solche auf den Bildschirm zaubert, so dass es ihm gelingt aufgrund gut gelaunter spielender Amateurmimen, die sicherlich im Freundes- und Familienkreis vorzufinden waren, und dem Verwenden etlicher Stereotype und Filmklischees einen unterhaltsamen Monsterstreifen zu zaubern, ohne sich eines hohen Humoranteils zu bedienen. Umgekehrt ist sich Schiff bewusst was er verzapft hat, somit entgeht sein Werk der Gefahr unfreiwillig komisch zu wirken. Und wem könnte eine Gruppe Selbstdreh-Pioniere bitte nicht sympathisch sein, die das Augenzwinkernde ihres Werkes selbst erkennt und deswegen auch keine Scheu hat ihre Kinder in einem solchen Film mitspielen zu lassen?


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