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Samstag, 9. September 2017

COOTIES (2014 Jonathan Milott u.a.)


Für einen Job als Vertretungslehrer während der Sommerschulzeit kehrt Schriftsteller-Neuling Clint in seine Heimatstadt Fort Chicken zurück. Direkt am ersten Arbeitstag bricht eine Epidemie unter den Kindern aus. Sie verwandeln sich in Zombies. Die Lehrer versuchen sich gemeinsam gegen die kleinen Bestien zur Wehr zu setzen, aber die gefräßigen Plagegeister sind keine leichten Gegner...


Drecks Danville...

Die Idee und die Umsetzung von „Cooties“ mag nicht so innovativ und außergewöhnlich sein, wie sie Produzent und Hauptdarsteller Elijah Wood laut Interview empfinden mag, immerhin mixt sie lediglich die klassischen Kinder-Horrorfilme a la „Ein Kind zu töten“ und „The Children - In ihnen schlummert das Böse“ mit dem Sub-Genre des Zombiefilms, letztendlich haben sich jedoch genügend amüsante Situationen und Ideen eingeschlichen, die den Streifen durchaus unterhaltsam gestalten. Albernheiten, gesellschaftskritische Seitenhiebe und relativ zahm ausgefallener Splatstick geben sich die Hand in einer Geschichte, die eigentlich nichts anderes erzählt als die vielen Zombiefilme die es zuvor gab ebenso.

Sicherlich mag es interessant und ein wenig schwarzhumorig erscheinen, wenn Erwachsene auf kleine Kinder einprügeln, eine zu sehr in hektische Bewegungen getauchte Kamera und zu schnelle Schnitte lassen einen jedoch zu selten in diese wunderbare Randidee des Streifens eintauchen, diesbezüglich hatte ich von „Cooties“ ein wenig mehr erwartet. Als Ausgleich darf zumindest die oft kritisierte zu zahme Methode Kinder zu erziehen für einige Lacher sorgen, erst recht wenn Kollegen untereinander jenen den Kindern gegenüber angewöhnten überkorrekten Ton beibehalten, innerhalb von Situationen die Aufgrund ihrer Extreme selbst gewöhnliche Höflichkeit nicht mehr nötig gehabt hätten.

Sicherlich kann man „Cooties“ als Kritik dieser Erziehungsmethoden betrachten und die Zombies als Sinnbild dessen sehen, zu welch kleinen Bestien die ewig nörgelnde, verwöhnte Generation, die regelrecht gezüchtet wird, verkommt. Dafür geht das Drehbuch jedoch nicht analytisch tief genug vor, und die Kritik am Fleischkonsum aus Massentierhaltung als Auslöser der Pandemie dominiert gegenüber besagtem Aspekt. Will man tatsächlich Kritik an besagter Erziehung äußern, welche die Kinder zu sehr in Watte packt und nicht auf das wirkliche Leben vorbereitet, so habe ich mir gedacht, müsste man viel eher einen Horrorfilm drehen, in welchem verweichlichte Kinder es nicht schaffen (als Kinder oder als Erwachsengewordene) sich gegen Zombies zur Wehr zu setzen. Das wäre effektiver als den Kampf Erwachsener gegen das Ergebnis ihrer zu überbehüteten Erziehung zu zeigen, zumal wir diese in der Realität in erschreckender Konsequenz so richtig erst im Alter spüren werden.

Wie auch immer, „Cooties“ versteht sich hauptsächlich ohnehin als Spaßfilm der keine ernstzunehmende Kritik äußern will, sondern das belustigende Szenario lediglich dafür nutzt einigen Dingen im amerikanischen Alltag den Mittelfinger zu zeigen. Auch dies ist nicht neu im Horror-Genre und erst recht bei Zombie-Komödien. Das Werk von Jonathan Milott und Cary Murnion ist stilistisch wie inhaltlich recht gewöhnlich ausgefallen, um so erleichterter darf man jedoch über den Unterhaltungswert sein, der zwar auch nicht außergewöhnlich ausgefallen ist, aber in seiner routinierten Art deutlich kurzweiliger und treffsicherer ausgefallen ist, als sich rein auf Splatstick ausruhende Langeweiler wie „Juan of the Dead“, „Doghouse“, „Dead Snow“ und Co.

Als einzig ungewöhnlich sticht die Figurenkonstellation bezüglich einer möglichen Love Story hervor, die anders verläuft als in 08/15-Handlungen dieser Art üblich. Da die Figuren aber dem Humor zuliebe zu oberflächlich bleiben, wird damit weder Tiefgang gewonnen, noch nennenswerte emotionale Momente herbeigeführt. Somit bleibt auch mit dieser einzigen Abänderung der Norm die Hauptabsicht bei der Bespaßung des Publikums, und wer nicht all zu hohe Erwartungen an „Cooties“ hegt und einen bunten Comicfilm sichten möchte, der wird zumindest zufriedenstellend nett unterhalten. Einzig der zu plötzliche Schluss nervt. Spielte man hier mit dem Gedanken einer bislang nicht verwirklichten Fortsetzung?


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