Freitag, 17. März 2017

YOGI BÄR (Yogi Bear 2010 Eric Brevig)


Bislang war Ranger Smiths größte Sorge, dass Yogi Bär den Nationalpark unsicher macht, indem er Urlaubern mal mehr, mal weniger trickreich die Picknickkörbe raubt. Als Bürgermeister Brown kurz vor seiner Wahl zum Gouverneur beschließt Yellystone-Park zu roden, muss Smith sich etwas einfallen lassen um den Park zu retten...


Die Beschwerdebox hinter dem Pilotensitz...

Zugegeben, innovativ ist die Realverfilmung der 60er Jahre-Zeichentrickserie „Yogi Bär“ nicht ausgefallen, ganz im Gegenteil setzt man auf ein bewährtes und vorhersehbares Rezept. Auch die Liebe zum Detail und manch andere Pluspunkte der Realverfilmung „Die Familie Feuerstein“ wurden nicht auf Eric Brevigs „Yogi Bär“ übertragen, aber ein kleines sympathisches Stück Familienfilm ist dennoch aus diesem kalkulierten Stück Produzentendenken geworden. Das liegt u.a. daran, dass die menschlichen Mitspieler nicht im Schatten der computeranimierten Hauptfigur stehen, so wie es z.B. der Fehler des humorarmen „Garfield - Der Film“ war. Wenn überhaupt ist das Gegenteil der Fall, nervt der titelgebende Bär doch hin und wieder aufgrund seiner fürs kindlische Zielpublikum eingebauten penetranten Art.

Aber während man Freude daran hat, dass Anna Faris, Tom Cavanagh und ganz besonders Andrew Daly in der Rolle des Bürgermeisters, durch einen herzlich lustigen Film stolzieren, der ausnahmsweise positiv von seinen Stereotypen lebt anstatt darunter zu leiden, sorgt auch Dan Aykroyd als Sprecher des Yogi Bär dafür, dass die zentrale Figur so gut wie möglich rüber kommt. Es ist schön, dass man in der deutschen Fassung keinen alternativen Prominenten besetzte, sondern Aykroyds deutsche Stamm-Synchronstimme den Job machen ließ. Seine Stimme klingt zunächst zwar etwas gewöhnungsbedürftig übertragen auf den sympathisch animierten Trickbär, aber ich fand sie passend, zumal sie in ihrer stumpfen Trotteligkeit Erinnerungen an vergangene ähnlich geartete Rollen Aykroyds weckte, so z.B. an jene aus „Caddyshack 2“.

Was inmitten der vorhersehbaren Geschichte aber am meisten überrascht und überzeugt, ist der gar nicht mal schlecht eingebrachte Humor, der zwar auch nicht wirklich einfallsreich zu nennen ist, aber gut gesetzt. Die besten Witze huschen schnell am Zuschauer vorbei, so dass dieser dann am meisten unterhalten wird, wenn er sich tatsächlich in diesem Stück Trivialfilm für die gane Familie konzentriert. Die Trefferquote lässt zur zweiten Hälfte nach, ganz besonders im Finale, in dem dann auch für meinen Geschmack alles zu extrem nach Schema F verläuft, während der zuvor so erfreulich wirkende Witz pausieren muss, aber da sich „Yogi Bär“ zuvor so wacker über Wasser hielt, nachdem ich so gar nichts vom Film erwartet hatte und eher mit dem Schlimmsten gerechnet hatte, geht das schon in Ordnung.

Schließlich ist es schön, dass die Kleinsten mal wieder mit etwas unterhalten werden, an dem auch die Großen Freude haben können. Das ist gerade in einem solch Zielpublikums-anbiederndem Film nur selten der Fall. Dass „Yogi Bär“ selbst in seinen schlechtesten Phasen noch erträglich bleibt, verdankt er zudem dem geringen Anteil an sentimentalen Momenten, die zudem nicht in Kitsch baden und nur kurz aufblitzen dürfen. Dass auch ein Produzenten-gelenktes Produkt für den schnellen Dollar auf die Weltsicht der konkurrierenden Disney-Studios setzt (Du kannst alles erreichen, wenn Du nur alles dafür tust) fällt zwar auch hier negativ auf und wird eigentlich durch das diesbezüglich nicht durchdachte Drehbuch ohnehin als Lüge entlarvt, wenn im Finale lediglich der Zufall zum Happy End führt, letztendlich wäre es aber auch naiv glauben, dass diese Propaganda nicht in einem US-Familienfilm zu erwarten wäre.


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