Sonntag, 12. März 2017

DER FÄLSCHER VON LONDON (1961 Harald Reinl)


Während Scotland Yard erfolglos auf der Suche nach einem Profifälscher, genannt der Gerissene, ist, heiratet die in Armut aufgewachsene Jane den vermögenden Peter Clifton. Dessen Vater war schizophren, und als es im Umfeld von Peter zu Morden kommt, befürchtet er, dass die Krankheit seines Vaters erblich ist. Ist er der Gerissene?...


Gerissener Polizist gegen gerissenen Fälscher...

„Der Fälscher von London“ ist ein solide erzählter, ohne großen Hokuspokus auskommender, Kriminalfilm, in welchem nur wenige der großen Stars der Rialto-Wallace-Reihe auftauchen. Begnügen muss man sich mit der stets taff agierenden Karin Dor, und für zwei kurze Momente schaut Eddi Arent um die Ecke, dessen wenige Auftritte leider nicht den Witz geschenkt bekommen, den er sonst zu versprühen vermag. Wenn man dabei zusehen darf wie gewitzt und charmant Siegfried Lowitz agiert, kann man nicht verstehen warum er für die Reihe nicht zur Standardbesetzung in der Kommissarenrolle wurde. Zumindest wurde dieser Fehler 16 Jahre später mit der TV-Serie „Der Alte“ wieder wett gemacht, spielt er dort doch ziemlich genau jenen Typ Mensch, den er auch hier verkörpern durfte - abgesehen von den zwielichtigen Momenten, denn auch die von Lowitz verkörperte Rolle soll lange Zeit ein möglicher Fälscher sein.

Wenn die Identität des Gerissenen am Ende aufgedeckt wird, macht man mittels einer toll inszenierten Fahrstuhlszene einen riesen Wirbel um den Unbekannten, dabei kann es zu diesem Zeitpunkt nach etlichen Toten nur noch eine Person sein. Das ist etwas schade aufgrund der eigentlich wirksamen Inszenierung, ist aber nur ein kleiner Wermutstropfen in einem an sich gut erzählten und zum Mitraten einladenden Kriminalfilm, der trotz der Thematik um Schizophenie, dem Spielort auf einem Schloss und eines im Fall herummanipulierenden Gesetzeshüters ziemlich unaufgeregt, ja geradezu bodenständig daher kommt. Einzig die Methoden, mit welchen die Verschwörer vorgehen, sind typisch fantastischer Wallace-Natur, bilden im Gesamtbild jedoch die schlichte Ausnahme.

Der stimmige Soundtrack von Martin Bötcher weiß das gelungene Gesamtbild zu unterstützen, schmiegt er sich doch sanft in die Ohren des Zuschauers, so schlicht und zurückhaltend wie die gesamte Inszenierung von Regisseur Harald Reinl ausgefallen ist. „The Forger of London“ (Alternativtitel) ist weder einer der schrilleren Wallace-Beiträge der Rialto-Serie, noch einer der großen Hingucker, aber Krimi-Fans wird er definitiv gefallen, ganz unabhängig davon welcher Reihe der Film eigentlich angehört. Zudem ist er stellenweise recht emotional ausgefallen und weiß damit zusätzlich durch seine ungewöhnlich eingefädelte Love Story zu fesseln. Nach „Der Fälscher von London“ wissen wir nun endlich, dass Geisteskrankheiten der Liebe manchmal auf die Sprünge helfen können. unterhaltsam


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