Mittwoch, 1. Februar 2017

FLUCHT VOM PLANET DER AFFEN (Escape from the Planet of the Apes 1971 Don Taylor)


Als aus einer vermissten US-Raumkapsel, die in Amerika runterging, drei Affenastronauten aussteigen anstatt der vermuteten Crew, ist das Staunen groß. Zira, Cornelius und Dr. Milo konnten vor der Explosion vom Planet der Affen fliehen und werden im Amerika der 70er Jahre zu beliebten Personen der Öffentlichkeit. Doch der Wissenschaftsberater des Präsidenten ahnt, dass die Affen etwas verschweigen. Er schafft es sie auf seine Art verhören zu dürfen...


Gorillas sind dumm...

Mit der Vernichtung der Erde hatte man sich aus Sicht der Produzenten keinen Gefallen getan, kam doch auch „Die Rückkehr zum Planet der Affen“ bestens an, so dass man erneut eine Fortsetzung auf die Beine stellen wollte. Also tat man das, was am konsequentesten war. Man schickt Affen zurück in unsere Zeit, so dass es ähnlich der späteren „Terminator“-Logik an den Rückkehrern liegen könnte, dass die Erde irgendwann zum „Planet der Affen“ wird. Da bereits die Einleitungserklärungen des zweiten Teils keinen Sinn machten, versuchte man gar nicht erst in Teil 3 auf ausgeklügelte Begründungen zu setzen, warum ausgerechnet diese drei Affen vor der Zerstörung der Erde in ein Raumschiff steigen sollten, dazu noch in einem Weltraumanzug eingekleidet, stecken doch allein in dieser Aktion vielerlei Denkfehler und Widersprüche zu Teil 1.

Diese häufen sich zudem, wenn unsere Freunde aus den Vorgängern, plötzlich eingeweiht in die geheimen Schriftrollen der Affen waren und urplötzlich über den Hintergrund bescheid wissen, wie die Erde zum Affenplaneten wurde. Dass man all diese Widersprüche zu den Vorgängern großzügig verzeiht, liegt an der sympathischen Umsetzung des Projektes, das zwar an vielen Ecken und Enden nicht gerade glaubwürdig erzählt ist, aber zumindest höchst unterhaltsam. Dabei kann man es als durchaus mutig erachten, dass man es wagte das erste Drittel gar humoristisch anzureichern, meist durch das Spiel der verdrehten Situation des Originals, der ja eigentlich bereits eine verdrehte Situation präsentierte.

Sicherlich benehmen sich die Affen viel zu amerikanisch. Allein dass Zira vor anderen Frauen eine Rede über Frauenrechte hält, schießt weit über das Ziel hinaus, dass die überlebenden intelligenten Affen die ihnen zugesteckte Rolle mitspielen. Da der Humor stimmt, und das Produkt solide umgesetzt ist, gibt es aber nur Grund leise zu murren anstatt laut zu meckern, zumal sich das anfangs leichte Szenario in ein immer düsterer werdendes verwandelt, bis die stets mit einer guten Dramaturgie einhergehende Geschichte schließlich ein Thriller-artiges Finale beschert bekommt, freilich mit düsterem Ausgang.

An einen erneuten überraschenden Schluss-Kniff versuchte man sich diesmal gar nicht erst. Ganz im Gegenteil verrät die Geschichte bereits weit vor dem Finale, wie sie enden wird, und warum ein „Eroberung vom Planet der Affen“ als nächste Fortsetzung möglich werden sollte. Dies ist jedoch konsequent zu nennen, zumal „Flucht vom Planet der Affen“ an sich längst nicht mehr den hohen Anspruch des großartige Originals stellt, sondern weiß dass er bloß ein reiner Unterhaltungsfilm ist, was ihn schließlich auch entspannter gucken lässt als den Vorgänger, der trotz einer pulpigen Geschichte glaubte großes Science Fiction-Kino zu sein.

Mit den brillanten intellektuellen Science Fiction-Werken der 70er Jahre a la „Rollerball“ darf man „Escape from the Planet of the Apes“ (Originaltitel) nicht vergleichen, das wäre unfair. Und sicherlich ist die hier im Film gelebte Moral nicht fehlerfrei zu nennen, zumal die Geschichte insgeheim eigentlich den Bösewichtern anstatt den Pazifisten recht gibt (ähnlich wie in Teil 4). Dennoch wirken die Guten heldenhaft, die Hauptfiguren sympathisch (von einer unverzeihlichen Tat Cornelius‘ einmal abgesehen) und die Bösen wunderbar schurkisch, was ich um so mehr mag, da mir das Spiel von Eric Braeden, der hier den Hauptbösewicht verkörpern darf, in seiner Opferrolle in „Colossus“ ebenso gut gefallen hat wie hier. Sein Spiel verleiht dem fertigen Werk ein gutes Stück Würde.


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