Freitag, 17. Februar 2017

DIE RACHE DER PHARAONEN (The Mummy 1959 Terence Fisher)


Ein Ägypter hilft einer Mumie in England Rache an den Schändern des Grabes seiner Prinzessin vorzunehmen...


Ein Sumpf wie eine Drehtür...

Sehr geachtet sind sie nicht, die vier Mumienfilme der Hammer-Studios, gelten sie doch allgemein hin als Schwachpunkt der sonst so geschätzten britischen Schmiede des Horrorfilms. Während ich noch meine Freude mit „Das Grab der blutigen Mumie“ und „Der Fluch der Mumie“ hatte, und somit den Argwohn gegen diese Filme nicht nachvollziehen konnte, sollte es gerade der erste Hammerfilm zu diesem Thema sein, der auch mich nicht überzeugte. Als Neuverfilmung der ersten von vier Fortsetzungen des 30er Jahre „Die Mumie“ anvisiert, von der leider nicht eine einzige in Deutschland erschienen ist, scheitert sie an allerlei Punkten, ohne dass man zum Vergleich das (mir nicht bekannte) Original herauskramen müsste.

Bereits die Einleitung ist lieblos angegangen, wenn der olle Ägypter mangels mystischer Betonung lächerlich auf Rache sinnt, und die Grabkammer sich weder als schmutzig, noch staubig, noch frei von Atemluft herausstellt. In der Hoffnung in England angekommen würde die mangelnde Atmosphäre durch glaubwürdigere Bilder verspätet aufkommen, muss man, von einer schlichten Rahmenhandlung um die geistige Erkrankung eines Archäologen einmal abgesehen, erst viel zu lange Rückblicke über sich ergehen lassen, die alle an den selben Schwächen scheitern wie die Einleitung: unglaubwürdige Locations, theatralisches, leider nicht ernst zu nehmendes Schauspiel, und mitten drin ein sonst so brillanter Christopher Lee, der seine Rolle, warum auch immer, mit ängstlichem Blick verkörpert, selbst dann noch, wenn er als Mumie durchs Geschehen stampft, ohne dabei ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie die Bewegungen einer Mumie auszusehen hat.

Zwar bleibt auch nach Beendigung der Rückblicke die Glaubwürdigkeit der Geschehnisse höchst naiv und unglaubwürdig, aber durch den leichten Krimi-Touch der nun aufkommt, weiß das Ganze zumindest endlich einen gewissen Charme zu versprühen. Zwar macht der Gesinnungswandel des Kommissaren keinerlei Sinn, wenn er nach ersten, verständlichen Zweifeln, nur deswegen an die Existenz eines lebenden Toten glaubt, weil seine (sehr kurz angegangenen) Untersuchungen nichts Gegenteiliges beweisen konnten, aber wenn die Rolle des stets charmant spielenden Peter Cushing mit dem Kriminalisten endlich an einem Strang zieht, dann bereitet auch „Die Mumie“ (Alternativtitel) endlich Freude.

Höhepunkt des Filmes ist dann allerdings nicht das putzig ausgefallene Finale, sondern der Besuch von Cushings‘ Figur bei seinem Erzfeind, der einen langen Dialog verlogener Herzlichkeit und aufgesetzter Höflichkeit hervorbringt, bei dem es eine Freude ist dran teilnehmen zu dürfen. Hier weiß der Darsteller des Ägypters zumindest diesen Part der ihm zugeteilten Rolle zu erfüllen, wenn er auch sonst wie ein Flüche und Gebete vor sich herplappernder Kasper wirken mag. Dass das Klischee der jungen Frau, die der Prinzessin von einst bis aufs Haar gleicht, auch noch krampfhaft mit ins Geschehen gestoßen wird, würde nur dann stören, wenn wir es bei „Terror of the Mummy“ (Alternativtitel) mit einem guten Film zu tun hätte. So reiht sich diese Idee zumindest in die Schlange der charmant lächerlichen Ideen ein, welche das maue Produkt zumindest in der letzten halben Stunde noch halbwegs gerettet bekommen. mittelmäßig


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