Samstag, 7. Januar 2017

SPLINTER (2008 Toby Wilkins)


Eine unbekannte Pilzform mit schwarzen Stacheln bedroht den Biologen Seth und seine Freundin Polly, kurz nachdem sie von einem Gaunerpärchen als Geiseln genommen wurden. Die beiden können sich zusammen mit ihrem Entführer Farell in einer Tankstelle verschanzen...


Reifen wechseln macht einen nicht zum Mann...

„Splinter“ mixt den Bereich des Tier-Horrors mit dem Infektions-Horror a la „Cabin Fever“, haut mit der Stachelthematik noch ein Stück „Critters“ mit hinzu und dank fremdbewegter Toter weht noch ein Hauch klassischer Zombiefilm mit einher. Dieser Mix wird zu keinem sonderlich innovativem Filmerlebnis, aber zu einem kurzweiligen definitiv, weiß Regisseur Toby Wilkins doch wie er den richtigen Mix aus aktivem Erlebnis und Spannungsmoment ausgewogen hinbekommt, was seiner stimmigen Inszenierung dabei hilft schließlich auch beides gleichzeitig präsentieren zu können. Das Finale ist in seiner spürbaren Kälte Nervenkitzel pur, und das obwohl auch dieses theoretisch nach üblichem Strickmuster abläuft.

„Splinter“ ist mit seinen Stärken der ideale Horrorfilm für zwischendurch, weiß er neben seinem Spannungsbogen doch auch von den Effekten her zu gefallen, die nie nach Computeranimation aussehen und trotz FSK 16 blutig genug ausgefallen sind um den Stammzuschauer des Genres in Freude zu versetzen. Überzeugende Schauspieler verkörpern zudem Charaktere, die zwar nicht tief gehen, aber tiefer als die Abziehbild-Standardware der Konkurrenz. Und da es Wilkins gelingt trotz anfänglicher absichtlicher Gegenarbeit Sympathie für das Trio zu erzeugen, ist man als Zuschauer auch mitten drin im Geschehen, selbst dann wenn manch ärgerliche Kameraarbeit einen weniger sehen lässt als man möchte.

Im Gegensatz zu Wilkins Folgewerk „The Grudge 3“, welches zwar besser ausfiel als Teil 2 aber trotzdem nicht mehr als angenehme Routine war, weiß „Splinter“ zu überzeugen. Der Film berschert einem aufregende 80 Minuten mit gut gesetzten Atempausen, die jedoch nie die Bedrohung außer Acht lassen. Die Gefahr schwebt stets im Raum, und es bereitet große Freude den Dreien zuzusehen, wie sie immer kurz vor dem Aufgeben auf immer neue Ideen kommen sich zu verteidigen, was nicht ganz einfach ist, lässt der lästige Pilz ihnen doch kaum Zeit den Gegner zu erforschen um zu gewinnbringenden Erkenntnissen zu kommen.

Wer also ohne großes Kino zu erwarten gerne wieder einen Horrorfilm ohne nervige Teenager und ohne sichtbares CGI-Blut sichten möchte, der sollte unbedingt zu „Splinter“ greifen. Gerade wegen seiner Nähe zum Tier-Horror ist er die ideale Alternative zu den müden SyFy-Produkten, mit denen man in diesem Sektor immer wieder zugeschmissen wird. Über eine spät nachgereichte Fortsetzung würde ich mich sehr freuen.


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