Samstag, 14. Januar 2017

RÜCKKEHR ZUM PLANET DER AFFEN (Beneath the Planet of the Apes 1970 Ted Post)


Der Flugbahn von Taylor folgend, erleidet auch das Team von Astronaut Brand eine Zeitanomalie und landet auf dem Planet der Affen. Vor denen flüchtet Brand als einzig Überlebender seiner Crew in die verbotene Zone, wo er auf eine weitere Zivilisation der Zukunft der Erde trifft...


Geheiligt sei die Atombombe...

Es hätte Sinn gemacht Taylor bei seinen weiteren Abenteuern auf dem Planeten der Affen zu begleiten, wenn man denn überhaupt meint „Planet der Affen“ fortsetzen zu müssen. Stattdessen lässt man völlig fern jeder nachvollziehbaren Wahrscheinlichkeit einen weiteren Astronauten in Taylors Situation geraten und begründet dies mit physikalischen Unsinnigkeiten, wie sie auch nur amerikanische Autoren verwenden würden. All zu hart sollte man dennoch nicht mit „Rückkehr zum Planet der Affen“ umgehen, wagt er es doch immerhin nach anfänglichen Parallelen zum Original einen eigenen Weg zu gehen die Geschichte weiterzuerzählen, ein Weg der vielen nicht schmeckt, der aber orientiert an der Auflösung des ersten Teiles an einem sinnigen Punkt ansetzt.

Von der Klasse des Originals sollte man sich als Zuschauer distanzieren, beweist „Beneath the Planet of the Apes“ (Originaltitel) doch gleich an mehreren Stellen, dass er lediglich der Trivialunterhaltung angehört und längst nicht mehr zum Kino gehören möchte, welches ernsthafte gesellschaftspolitische Aussagen trifft. Ein mahnender Zeigefinger ist zugegebener Maßen in der Geschichte noch immer enthalten, aber viel zu vieles erinnert eher an das Niveau einer Folge „Raumschiff Enterprise“ als an ernstzunehmendes Kino. Und die Widersprüche zu Teil 1, die sich nicht nur in der fehlerhaften Deutschvertonung finden lassen, machen nur all zu deutlich wie einfach es sich die Autoren gemacht haben.

Das Schicksal und der soziale Zusammenhalt der drei Hauptaffen widerspricht dem Ende von Teil 1 (auch wenn aufgrund des Krieges nicht geäußerte Erklärungen für die hier gewählten Veränderungen vorhanden wären), der Auslöser der die Affen in den Krieg ziehen lässt widerspricht der kompletten bisher bekannten Affenkultur, die sich an ihre Schriftrollen klammert, und die Gut/Böse-Zeichnung durch die Rassenthematik verschiedener Affenarten verfällt noch mehr in Schwarz und Weiß als es bereits im Original der Fall war.

Und doch, als kleiner Abenteuerfilm im Science Fiction-Bereich, weiß „Planet of the Men“ (Alternativtitel) zu gefallen. Erneut wird ein Geheimnis um die Zukunft der Erde gelüftet, erneut gehen die Autoren pessimistisch vor und schonen niemanden und damit auch nicht den Zuschauer, und erneut bietet man uns eine Schluss-Pointe, die es in sich hat. Mag man sie nach dem x-ten Gucken auch kennen oder sie bei der Erstsichtung zuvor erahnen, der Schluss steckt jedes Mal wieder wie ein Kloß im Hals, nicht nur aufgrund des wundervollen Off-Kommentars, auch aufgrund dessen welcher Fanatiker über das Schicksal bestimmt.

Manch einer hätte dieser Figur solch ein Handeln nicht zugetraut, aber das sind nur jene, die sich von Heldenelementen ablenken lassen und nicht die wahre Natur eines Charakters hinter der strahlenden Rüstung erkennen (Leute welche z.B. die jeweilige Hauptfigur in „Breaking Bad“ oder „Braveheart“ zu Helden erklären). Völlig gedankenlos können die Autoren somit nicht gehandelt haben, wenn sie den wahren Charakter Taylors aus Teil 1 erkannten und hier weitergestrickt haben. Ebenso klar war den Herren, dass Brand kein neuer Taylor ist, auch wenn er zur Tarnung in die Rolle des Helden gesteckt wurde. Das könnte auch erklären, warum man jemanden mit so viel weniger Charisma als Heston in der Fortsetzung mit der Hauptrolle besetzte. Diese beiden Punkte plus jene die Geschichte am entscheidenden Punkt des Vorgängers weiterzuerzählen, zeigt auf wieviel Potential in „Planet of the Apes Revisited“ (Alternativtitel) steckt, und wieviel besser er außerhalb des schlichten Niveaus der Trivialunterhaltung hätte ausfallen können.

„Rückkehr zum Planet der Affen“ darf man nicht all zu streng gucken, wenn man seine Freude mit ihm haben will. Aber die kann man durchaus haben, weiß es doch auch Ted Post, der hier die Regie übernahm, eine dichte Atmosphäre aufkommen zu lassen. Und so viel Nonsens die Geschichte auch umwehen darf, sie wird innerhalb ihres eigenen Kosmos doch konsequent und recht glaubwürdig erzählt und stößt immer erst dann an ihre Grenzen, wenn man Teil 2 mit Teil 1 vergleicht, was man unweigerlich tut, so direkt wie der hier besprochene Film an das Original anschließt. Das sieht man bereits daran, dass die letzten Sequenzen des Vorgängers zu Beginn des Sequels erneut gezeigt werden, ein Verfahren welches man heute eher aus Fernsehserien kennt. Aber auch dies braucht nicht verwundern, hat man beim Sichten der Fortsetzungen doch ohnehin immer das Gefühl eine TV-Sendung zu sichten, so wunderschön die liebevoll gestalteten Masken und Effekte auch dagegen halten.


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