Samstag, 28. Januar 2017

PULS (Cell 2016 Tod Williams)


Von einem Moment zum anderen mutiert jeglicher Mensch, der gerade ein Funknetztelefon nutzt, zur reißenden Bestie. Clayton gelingt die Flucht aus dem Massaker auf einem Flughafen und versucht in einem entvölkerten Amerika seinen Sohn zu finden, immer die Gefahr im Nacken von den sich in Herdenform bewegenden umprogrammierten ehemaligen Menschen attackiert zu werden...


Nach Kanada der Lösung wegen...

Was Stephen King eher in bemühter als in gelungener Form versucht, ist das zur Zeit allseits beliebte Zombie-Genre lediglich als Grundlage zu nutzen, um daraus etwas Eigenständiges zu zaubern. Sein etwas wirrer Mix aus „Die Nacht der lebenden Toten“, „The Signal“ und „Puppet Masters“, angereichert mit Ideen aus „Nightmare - Mörderische Träume“ und „The World's End“, ist nicht der große Wurf geworden, den manch einer sich eventuell erhofft hat. Für unterhaltsame 90 Minuten ist dennoch gesorgt, entdecken wir mit unseren Helden doch nicht nur die Welt nach einer schrecklichen Katastrophe, so wie es fast jeder Zombiefilm erzählt, durch den Wandel den die Kreaturen durchmachen bleiben wir auch immer neugierig was wohl als nächstes passiert.

Wirklich spannend ist „Puls“ nicht geraten, er guckt sich ein wenig zu steril, setzt zu sehr auf Bewährtes, fühlt sich nicht lebendig an. Weder John Cusack noch Samuel L. Jackson spielen in Hochform. „Puls“ ist zu statisch geraten, zu sehr auf das gesetzt was man Genre-bedingt im Kino nun einmal zu sehen bekommt. Aber der Drang Kings sich nicht auf einer Idee auszuruhen und immer Neues bieten zu wollen, eine Eigenschaft die einem gut erzählten Film geschadet hätte, wird hier zum Antriebsmotor, dass das Ganze trotzdem noch auf Routinebasis funktioniert.

Wie jeder Film ähnlicher Grundlage lässt sich das Geschehen als Sinnbild auf vielerlei Elemente in unserer Gesellschaft anwenden, durch den Auslöser mittels Funknetztelefonen mehr denn je. So richtig ehrlich will sich die Gesellschaftskritik in diesem Mainstream jedoch nicht anfühlen, zumal die Fantastik der Geschichte überwiegt, als dass man den Stoff all zu ernst nehmen könnte. Ein Verweis auf Kanada bleibt ein kleiner direkter Bezug auf das Denken Alternativer, gewaltigere Aspekte, wie das Mitläufertum durch die Beeinflussung medial eingebläuter Meinungen, sind in dieser Thematik im Kino nicht neu und werden im hier besprochenen Film nicht tief genug genutzt.

Letztendlich versucht King etwas, was jemand Anderem bereits mit „Pontypool“ gelungen ist: er möchte ein Zombieszenario mit einer wahnwitzigen Idee anreichern, um dem Ganzen neuen Zunder und Tiefsinn zu geben. Leider funktioniert „Puls“ nur als schlichter Film für zwischendurch, und dies auch nur wenn man großzügig über das zu bemühte Drehbuch hinwegsehen kann.


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