Freitag, 30. September 2016

BERKSHIRE COUNTY (2014 Audrey Cummings)


Eine Teenagerin nimmt einen Babysitter-Job in einer einsam gelegenen Villa an und wird von Fremden attackiert, die ins Haus eindringen...


Die drei kleinen Schweinchen...

Wenn ein Mediabook ohne deutschen Untertitel daher kommt, dann wird man bereits kritisch was da auf einen zu kommt, auch wenn der Filmschaffende zugegebener Maßen nichts mit der Veröffentlichung seines Werkes zu tun hat. Irgendwie bekommt man dennoch seine Zweifel, was mich als Vielseher des Genres Horror nicht davon abhielt trotzdem einen Blick zu riskieren. Nach den zwei Kurzfilmen „Burgeon and Fade“ und „The Games Children Play“ ist „Berkshire County“ das Langfilm-Debut der Kanadierin Audrey Cummings, und in diesem versucht sie die sich immer wiederholenden Mechanismen der Home Invasion-Filme zu durchbrechen, ohne dieses Sub-Genre dabei komplett aus den Augen zu verlieren.

Das ist lobenswert zu nennen und gelingt Cummings auch an einigen Stellen, eben weil man einen anderen Handlungsverlauf erwartet hätte als stattdessen überraschend einsetzt. Gelungen ist ihr Horror-Beitrag trotzdem nicht, ist „Bakshire County“ doch ein anstrengendes Stück Film, dessen schlichte Optik viele Chancen vergeigt die Geschehnisse in tolle Bilder zu kleiden, und dem es einfach an einem dichten Spannungsbogen und einer düsteren Atmosphäre mangelt. Cummings Werk dümpelt lahm vor sich hin, lässt einen das Grauen das über die Heldin hereinbericht kaum mitfühlen und kommt psychologisch gesehen ziemlich undurchdacht daher.

Ich musste schmunzeln über die Worte die ich nach dem Sichten im Beiheft zur DVD gelesen habe. Dort empfand der Autor die Entwicklung des Charakters der Heldin als großen Pluspunkt des Streifens. Tatsache ist jedoch dass er sprunghaft und fragwürdig daher kommt und in keinster Weise darauf achtet, dass die Hauptfigur ihr Verhalten reflektiert. Aus einer Unterdrückten wird eine unglaubwürdige Mörderin zum Selbstschutz. Und da dieser Wandel so unglaublich plump und aus den falschen Gründen daher kommt, schaut sich die Einführung der Geschichte lediglich wie ein reißerischer Aufhänger, der nie wieder richtig Bezug zum späteren Geschehen erhält.

„Berkshire County“ hat mir so gar nicht gefallen, kommt noch uninteressanter daher als solch arg gewöhnliche Streifen wie „Staunton Hill“, ist allerdings nicht so langweilig ausgefallen wie solche. Stumpfsinn hält nun einmal wacher als Uninteressantes, macht das Ergebnis in der Regel aber trotzdem schlechter als den lahmen Durchschnitt, eben weil undurchdachte Streifen wie der hier besprochene eine Beleidigung an die Intelligenz des Publikums sind.


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Mittwoch, 28. September 2016

MOBY DICK (1956 John Huston)


Ishmael nimmt einen Job auf einem Walfängerschiff an, unter der Führung von Captain Ahab, der es sich in den Kopf gesetzt hat den weißen Wal Moby Dick zu fangen, der ihn einst zum Krüppel machte. Um dieses Ziel zu erlangen ist ihm jedes Mittel recht...


Das Winken nach dem Tode...

Bereits seit der Stummfilmzeit wird der Roman „Moby Dick“ immer wieder mal verfilmt. Die berühmteste abgelichtete Version ist dabei die hier vorliegende geworden, über die heute noch immer große Worte gesprochen werden. Fast ehrfürchtig verneigen sich Cineasten vor diesem Werk, hieven es auf ein Podest, dass es an Blasphemie grenzt der allgemeinen Meinung zu widersprechen. Ich tue es trotzdem. Schließlich ist nicht jeder von der Filmwirtschaft gefeierte und selbsternannte Klassiker, mit welchem man sich selbstverliebt brüstet, auch wirklich ein nennenswerter. Dinge die oft gesagt werden, werden einfach irgendwann stur geglaubt und nachgeplappert, das ist kein seltenes Phänomen in unserer Zeit und gerade bei Filmbesprechungen im Internet häufig zu beobachten.

Dass John Hustons Version des bekannten Stoffes zu unterhalten weiß, möchte ich gar nicht abstreiten. Ihm ist ein schöner Film geglückt, dem man sowohl in seinen ruhigeren, als auch in seinen imposanteren Szenen gerne folgt. Ihm ist der typische sympathische Sonntags-Nachmittags-Film geglückt, ein Werk das einen für 110 Minuten in eine andere Zeit und in eine andere Kultur entführt und mit seiner hübschen, veralteten Optik Retro-Charme zu versprühen weiß. Zudem gewinnt man Respekt vor den oftmals schwer umzusetzenden Aufnahmen, und Gregory Peck als Captain Ahab beizuwohnen bereitet Freude.

Warum ein Werk, welches inhaltlich so extrem schlicht gehalten wird, damit aus einem als unverfilmbar geltenden Werk doch noch eine filmische Version entstehen kann, derart gefeiert wird, ist mit dennoch nicht klar. Nicht nur dass sich die Geschichte auf das Wesentlichste beschränkt und damit arg plump ausgefallen ist, was seine finanziell starke Umsetzung zumindest halbwegs zu verschleiern weiß, auch die angeblich großen Bilder und die angeblich großen Schauspielleistungen kann man ehrlich betrachtet nur als sehr nett bezeichnen, also keineswegs als schlecht oder unterdurchschnittlich, aber eben auch nicht als hohe Filmkunst.

„Moby Dick“ setzt auf große Gefühle, deswegen kommt er, die stillen Töne ignorierend, ziemlich unsensibel daher, was einem Drama alles andere als Klasse verleiht. Trotz seines esoterischen Gewands mit zur Wahrheit werdenden Voraussagungen, übernatürlicher Lichter und anderem Hokuspokus, schaffte Huston es nicht glaubwürdig zu erzählen, warum sich die Mannschaft wie eine Sekte verhaltend auf die Seite Ahabs stellt und ihn jedem Hinderniss zum Trotz bei seinem Wahnsinnsvorhaben bereitwillig unterstützt. Noch weniger wird klar warum selbst sein schärfster Kritiker für Ahab in den Tod reist, mehr noch: er selbst nach dem Ableben Ahabs dafür sorgt, dass dessen Jünger ein vergleichbares Schicksal erleiden.

Das macht wenig Sinn, so dass es die Aufgabe der Dramaturgie gewesen wäre, den Zuschauer auf diese unsinnigen Handlungsweisen abzustimmen. Vom Unterhaltungswert her weiß diese Phase in ihrer imposanten Umsetzung zu gefallen, allein schon aufgrund der anders stattfindenden Vorhersage und dem Gedanken, dass Ahab nun ewig mit seinem Erzfeind verbunden sein wird, ein Feind von dem nicht eindeutig belegt ist ob er ein Ende gefunden hat oder nicht. Aber man ist emotinal lediglich am Film gebunden, nicht an seinen Figuren und deren Empfinden.

Worte, die episch klingen sollen, werden am Schluss zu gleichgültigen Phrasen, die im Buch sicherlich wertvolleren Hintergrund erhalten haben dürften. „Moby Dick“ a la John Huston ist eben nur Trivialunterhaltung und keine tiefgründige Literaturverfilmung. Und wer da mehr drin sehen möchte, der wird auch „Harry Potter“ und Jacksons „Herr der Ringe“ als große Kinokunst betrachten. Ich verstehe nicht, warum man in solchen Werken nicht einfach offen und ehrlich das sehen kann was sie sind: gut gemachtes Unterhaltungskino ohne wahren Tiefgang. Nett anzuschauen, aber nichts was einen vor Ehrfurcht erstarren lässt. 


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Sonntag, 25. September 2016

ZOMBIE SHARK (2015 Misty Talley)


Als ein wissenschaftliches Army-Projekt schief geht, werden die Bewohner und Urlauber einer kleinen Insel von hartnäckigen und angriffslustigen Zombie-Haien bedroht...


Bruce und seine Gang...

Was wurde nicht schon alles mit Haien angestellt, um der Ur-Thematik von „Der weiße Hai“ mehr Pepp zu verleihen. In „Sand Sharks“ schwammen die Biester im Sand, in „Snow Sharks“ im Schnee, in „2-Headed Shark Attack“ gab es doppelte Bissfreudigkeit, in „Monster Shark" und „Sharktopus“ fraß sich ein Mutant aus Oktopus und Hai durch die Besetzung. Aus dem Jenseits kehrte der „Ghost Shark“ zurück, mit menschlichen Genen versehen war der „Sharkman“. In dem Kurzfilm „Shark Pool“ durfte eines der Bestien sogar einmal einen Swimmingpool unsicher machen, in „Bait -Haie im Supermarkt“ machte man sich George A. Romeros „Zombie“-Location zu Nutze, und in „Sharknado“ kamen die Angreifer gar aus der Luft.

Dass man im Zuge dieser wundervoll bizarren Aufzählung erst so spät auf die Idee eines „Zombie Shark“ kam, mag man kaum glauben, immerhin wurde mit „28 Days Later“ 2002 und „Dawn of the Dead" 2004 eine langjährige zweite Zombiefilm-Welle ausgelöst, die mit dem Serienerfolg „The Walking Dead“ 2010 ein erneutes Hoch erfuhr und in solch abgedrehten Ideen wie „Zombiber“ und „Paashaat“ (in welchem der Osterhase zum Zombie mutiert) mündete. Und wie so oft im Tier-Horror-Sektor war es der amerikanische TV-Sender SyFy, der sich einer solchen Idee annahm und sie, wie typisch für diesen Fernsehkanal, für den Schnellverzehr verwurstete. So innovativ die Idee halbwegs klingen mag, so durchschnittlich uninspiriert ist „Zombie Shark - The Swimming Dead“ schließlich ausgefallen.

Die letzten 20 Minuten, genau jene Phase in welcher selbst die besseren Schundfilme a la „Mega Piranha“ und „Mega Shark vs. Giant Octopus“ oft scheitern, da sie krampfhaft die 90 Minuten-Marke erreichen mussten, bieten all das was man den Rest über vermisst. Da fallen menschliche Zombies über noch Lebende her, überraschende Wendungen und unverhoffte Tote brechen das bisher so vorhersehbare Treiben, Schicksale wirken bei all dem plumpen Getue halbwegs heftig und kleine Gimmicks, wie ein vor sich her beißender Haikopf, peppen die Story noch einmal ein wenig auf.

Um so mittelmäßiger ist der Rest des Streifens ausgefallen, der zunächst mit einer extrem lahmen Computeranimation nervt, die sich meist damit begnügt den Zombiehaien weiße Augen zu bescheren und ihnen ansonsten kaum Zombieattribute zugesteht. Der Anfang wird unnötig in die Länge gezogen. Selbst nette Haiattacken werden optisch sowohl vom Schnitt her, als auch von der Computeranimation her schlecht eingefangen. Und da die Figuren völlig uninteressant ausgefallen sind, plätschert „Zombie Shark“ trotz nicht weniger Ereignisse eher lahm vor sich hin. Das ist zwar alles noch guckbar genug, quasi eine Station vor tatsächlicher Langeweile angesiedelt, mehr hatte ich mir aber schon erhofft, selbst von einem SyFy-Streifen.

Zumindest versucht man zwischendurch mit einer nachdenklichen Sexbombe und einer mitfühlenden Wissenschaftlerin die für diese Art Film typischen Stereotype zu durchbrechen, was das Ganze nicht all zu stur gucken lässt wie die üblichen Schnellschuss-Produktionen des amerikanischen Science Fiction-Senders. Da man sich aber an anderer Stelle in anderen Stereotypen suhlt und auch die vorhersehbare Geschichte lediglich ein Klischee nach dem nächsten abgrast, inklusive des mittlerweile zur Pflicht gewordenen Erwähnens der cineastischen Vorbilder, ist diese Veränderung jedoch nicht wirklich der Rede wert. Andererseits tut es gut die übliche Gut/Böse-Chose, das gegenseitige Zuschieben der Schuld und die Vorwurfshaltung der Helden einmal nicht miterleben zu müssen. Diese drei Faktoren, die eigentlich Stammgast in dieser Art Stoff sind, wurden ausgetauscht gegen das gegenseitige Verständnis füreinander und der Eigenschaft verzeihen und reflektieren zu können. Für eine geistlose SyFy-Produktion ist das fast schon erstaunlich zu nennen.


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Samstag, 24. September 2016

THE REJUVENATOR - Das Serum des Schreckens (Rejuvenatrix 1988 Brian Thomas Jones)


Eine gealterte Diva finanziert die Arbeiten eines Wissenschaftlers, der an einem Mittel zur Verjüngung forscht. Als sein Ziel erreicht scheint, bietet sich die alte Dame allen Warnungen des Forschers zum Trotz als Versuchskaninchen an - mit fatalen Folgen...


Mutation aus Eitelkeit...

Angereichert mit klassischen Elementen aus dem Horrorbereich, wie die ethisch fragwürdigen Forschungen eines Wissenschaftlers, die Erschaffung eines Monsters und dem spätestens seit „Hellraiser“ so beliebtem Morden zur eigenen Wiederherstellung, präsentiert uns Regisseur Brian Thomas Jones mit seinem ersten Spielfilm „The Rejuvenator - Das Serum des Schreckens“ eine kunterbunte und überdrehte moderne Horrorgroteske, dessen schräger Gehalt stets im Zaum gehalten wird, indem der Streifen dennoch halbwegs nüchtern erzählt wird. Was widersprüchlich klingt, tut dem Film letztendlich gut, so dass er nicht zur ungezügelten Nummern-Revue der Absonderlichkeiten verkommt, sondern angereichert mit subtilem Humor und einer Dosos Horror-Drama-Persiflage die Ereignisse erst nach und nach hochschaukelt, bevor er sich komplett dem Irrsinn seiner Story hingibt.

Die Geschichte geht dabei überraschend flott voran. Bis zur ersten Mutation der Finanzgeberin dauert es nicht all zu lange. Diese hatte ich persönlich nach Lesen der Inhaltsangabe auf dem DVD-Cover erst gegen Ende erwartet. Aber der typische Hinhalte-Horror seiner Zeit ist „Juvenatrix“ (Alternativtitel) glücklicher Weise nicht geworden. Mit Augenmerk auf die Charaktere seiner Figuren, einer kleinen Dosis philosophischer Ansätze über das Altern, sowie über Schuld, Unschuld und Schuldzuweisung kommt er weit weniger geistlos daher als man vermuten würde, während er sich hauptsächlich jedoch dem Unterhaltungswert hingibt. Damit entledigt er sich jeder möglichen intellektuellen Wirkung und gibt sich stattdessen charmant bereitwillig ohne falsche Scham dem Bereich des Schundfilmes hin.

In dieser Art weiß „Rejuvenator - Gib dem Teufel nie die Hand“ (Alternativ) dem Genre-Freund alter Schule zu gefallen, eben weil er sich keinem Publikum anbiedert, sondern sich einzig auf seine bizarre Geschichte konzentriert, die frei wirklicher Innovationen ist, aber klassische Komponenten stilsicher in die damals moderne Erzählmethode integriert. Eine handvoll sehr geglückter Spezialeffekte lässt das Fan-Herz höher schlagen, und auch die meisten Kreatureneffekte wissen zu gefallen. Lediglich die komplett mutierte Diva finde ich optisch nicht sonderlich geglückt, andererseits macht es Spaß die Schauspielerin dabei zu beobachten, wie sie in diesem Outfit selbstbewusst, sich augenzwinkernd dem Nonsens hingebend, schreiend durch die Gegend läuft. Das Ende der Kreatur gehört zu den optisch sympathischsten Spezialeffekten des Streifens und beweist einmal mehr wie sehr handgemachte Effekte denen aus dem Computer stets vorzuziehen sind.

Sicherlich ist „Rejuvenatrix - A Classic Tale of Horror“ (Alternativtitel) keine vergessene Perle des B-Movie-Bereichs. Sein Einfluss auf weitere Werke dürfte gering sein, realistisch sogar bei Null liegen. Kennt man Jones‘ Genre-Beitrag nicht, besitzt man keine nennenswerte Wissenslücke aus dem Horrorbeich. Einen sympathischen kleinen Schundfilm, der cleverer ausgefallen ist als er nach außen den Eindruck macht, hat man dann aber sehr wohl verpasst, so dass ich jedem Horrorfreund der hier vorliegenden Filmdekade nur wärmsten empfehlen kann einmal einen Blick zu riskieren. Spätestens der Effektbereich wird einen nicht enttäuschen.


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RECREATOR - DU WIRST REPLIZIERT (Recreator 2012 Gregory Orr)


Drei Teenager campen auf einer Insel, auf der einst geheime Experimente stattfanden. Plötzlich tauchen Klonversionen von ihnen auf, die klüger und talentierter sind als die Originale. Die Teenager sind sich sicher, dass sie ersetzt werden sollen und nehmen den Kampf gegen ihre Doppelgänger auf...


Zwei von der einen, eins von der anderen Sorte...

Das Finale von „Futureworld - Das Land von Übermorgen“ zeigte einst wie interessant die Doppelgänger-Thematik jenseits der berühmten „Body Snatchers“-Variante ausfallen kann, sprich wenn es nicht einzig darum geht ersetzt zu werden, sondern der Kampf mit einer perfekteren Variante seiner Selbst ausgeführt werden muss, einem Wesen das alles über dich weiß und das in den meisten Punkten so ist wie du selbst. Was seinerzeit per Roboterthematik umgesetzt wurde, wird über 30 Jahre später passend zur wissenschaftlichen Entwicklung per genetischer Klone erzählt. Leider ist „Recreator“ als kleiner Teen-Horror konzipiert, womit ihm einiges von seinem Potential flöten geht.

Begrenzt auf kleinem Raum mit naiven Teenagern im Zentrum wird die Geschichte kleiner gehalten als nötig und in einem arg blauäugigen und kaum durchdachten Gewand präsentiert. Die Ausgangslage campender Teenager, die in anderen Horrorbeiträgen ideale Grundlage für triviale Unterhaltung bietet, ist für die Doppelgängerthematik eigentlich unpassender Natur. Dass die Verantwortlichen des Streifens sich nicht über die Möglichkeiten der von ihnen verarbeiteten Thematik im Klaren waren, außer zu wissen dass man hiermit frei von Monstern und fremden Welten eine recht kostengünstige Geschichte umsetzen konnte, zeigt sich aber ohnehin spätestens in der höchst dümmlich ausgefallenen Hintergrundgeschichte, die einem nur glaubwürdig erscheinen kann wenn man gehirnamputiert ist.

Ich erwarte in einem Teenie-Horror nun nicht viele logische Aspekte, aber so gewaltig in die Kacke hauen wie man es hier tut, muss man nun wahrlich nicht. Da liegt mitten auf der Oberfläche der Insel, wo sich einst ein wissenschaftliches Gebäude befand, nach 70 Jahren noch immer ein unzerstörtes Glasgefäß aus einem Labor. Der tote Wissenschaftler von einst sieht aus als wäre er gerade eben gestorben. Das Labor ist frei von Staub und Spinnweben. Und ist das Klonverfahren erst einmal auf höchst bescheuerte Art erklärt, fragt man sich zurecht warum von jedem Helden nur ein Klon existiert. Mit jedem Versuch der Hintergrund-Thematik einen Sinn zu bescheren, verrennt sich „Recreator - Du wirst repliziert“ in immer dümmere Abgründe, die dem Film einen Schaden zufügen, von dem er sich nicht erholen kann.

Wie bei solch schwachem Drehbuch zu erwarten ist jegliche Handlungsweise der Teenager unsinniger Natur, schon lange bevor die eigentliche Horror-Thematik beginnt. Und dass sich die Doppelgänger keinesfalls klüger aufführen als ihre Originale, diese Eigenschaft also immer nur behauptet wird anstatt sie an irgendeiner Stelle zu beweisen, überrascht in einer solch dümmlich präsentierten Geschichte freilich überhaupt nicht, muss man als Autor doch halbwegs klug sein um kluges Verhalten auch anwenden zu können. Eigentlich erleben wir statt geistreicher Genies eher die eitle, frei von Reflektion und Mitleid geprägte Version der Originale.

Dass die Figuren einem von Anfang an nicht sonderlich sympathisch sind, erweist sich im Finale zwar als gekonntes Spiel mit dem Zuschauer und als einzig geistreicher Pluspunkt eines ansonsten strunzdummen Streifens, hilft mit der Erkenntnis am Schluss aber auch nicht dabei in allem was vor diesem Szenario stattfand mit den Identifikationsfiguren mitfiebern zu können. Eher gleichgültig verfolgt man das gar nicht uninteressant erzählte Treiben auf der Insel. Man ist gar überrascht, dass inmitten solchem Unsinns, ohne das Vorhandensein wahrer Stärken wie einem hohen Spannungsbogen, eine dichte Atmosphäre oder überraschende Wendungen, die Geschichte halbwegs zu funktionieren weiß.

Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Idee bereits ein Selbstläufer ist, die Geschichte sich nicht mit einer langen Vorgeschichte ausbremst und das ganze Miteinander zwischen Klone und Originale, so wenig man auch versteht warum da überhaupt ein Zusammenleben geübt bzw. geduldet wird, recht interessant gestaltet ist. Der spät einsetzende Kampf der beiden Gruppen gegeneinander weiß zumindest routiniert zu gefallen und ist nicht ganz so dämlich ausgefallen wie die wissenschaftlichen und zwischenmenschlichen Aspekte des Streifens. Und der Schluss ist schließlich, wie bereits erwähnt, richtig geglückt, beweist uns dass man sich der weiblichen Charakterzeichnung bewusst war, und zeigt uns seine Auflösung sogar überraschend zurückhaltend präsentiert, was mit der endgültigen Schlussszene leider wieder kaputt gemacht wird, indem dort die zuvor lediglich angedeutete Information noch einmal jenen dick aufs Brot geschmiert wird, die es noch immer nicht kapiert haben.

Vielleicht ist dies auch besser so, denn jene für die der Film eigentlich gedreht wurde, benötigen diese letzte Szene zum Verstehen. Denn an ein geistreiches oder gar mitdenkenden Publikum hat man beim Drehen von „Synchro“ (Alternativtitel), der auch unter den Titeln „Cloned - You Will Be Replaced“ und „Cloned - The Recreator Chronicles“ erschienen ist, ohnehin nicht gedacht, so extrem lückenhaft und unbedarft das Grundszenario mit wissenschaftlichem Unsinn und undurchdachten grundlegenden Elementen zusammengeflickt wurde. Um so erstaunlicher ist es feststellen zu dürfen, dass dieses Meer an unterhaltungstechnischen Nachteilen nicht verhindern kann, dass sich der Film trotzdem noch halbwegs interessant für Vielseher des Genres guckt.


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Dienstag, 20. September 2016

ONE WAY TRIP (2011 Markus Welter)


Teenager reisen in die Natur um sich halluzinogene Pilze reinzuziehen und fallen nach dem Konsum dieser einem irren Killer in die Hände...


Ami-Film Made in Schweiz...

Ich werde schnell kritisch wenn Filmemacher aus einem deutschsprachigem Raum meinen den Titel und den Vorspann ihres Werkes pseudo-cool auf Englisch halten zu müssen, erst recht wenn der Film auf deutsch abgedreht wurde. Einen besonders bitteren Geschmack bekommt diese Art Vorspann wenn man dann noch lesen muss, dass einiges an Geldern von deutschsprachigen Filmförder-Organisationen floss.

Wenn man „One Way Trip“ gesichtet hat darf man sich aber viel mehr fragen wofür solche Filmförderungen überhaupt noch stehen. So wie der originielle „Der Bunker“ keinerlei Unterstützung erhielt, der arg kommerzielle auf Massengeschmack zielende „Fack ju Göthe“ aber sehr wohl, so ungerecht scheint die finanzielle Unterstützung auch bei Markus Welters Werk eingesetzt zu sein, biedert es sich doch nicht nur dem amerikanischen Mainstream-Kino an, zu welchem der Bereich des Slashers seit der 00er Jahre mutiert ist, er immitiert ihn zudem katastrophal schlecht.

Das beginnt bereits bei dem steifen Spiel sämtlicher Darsteller, denen man zu keinem Zeitpunkt abkauft dass sie einander kennen oder mögen, was fatal ist, sollen sie doch eine eingeschworene Freundschaftsgruppe verkörpern, die sich seit Jahren kennt. Die Texte wirken wie abgelesen, selbst bei der österreichischen Scream-Queen Sabrina Reiter, die bereits in den beiden „In 3 Tagen bist Du tot“ mitgespielt hat, von welchem zumindest der erste (Teil 2 kenne ich noch nicht) zu überzeugen wusste. Dies wusste er, weil er gekonnt das amerikanische Slasher-Genre mit der österreichischen Kultur kombinierte, so dass sich dieser Slasher keinesfalls wie ein amerikanischer Abklatsch angeguckt hat, je nach Phase sogar mehr Kriminalfilm als Horrorfilm war.

„One Way Trip“, der zur vollkommenen Anbiederung ans Massenpublikum zudem noch in 3D gedreht wurde, setzt zwar zumindest vom Spielort her ganz zeigefreudig auf die Umgebung in der er entstand, mental fühlt man sich jedoch in fast jedem aufkommenden Klischee an einen US-Film erinnert. Ich weiß nicht ob der gar nicht mal unerfahrene Regisseur Welter die Darsteller so laienhaft spielen ließ, um einen authentischen Effekt zu erzielen, falls dem so war ging das Experiment jedoch nach hinten los, denn mit dem extrem mangelhaften Spiel der jungen wie alten Darsteller scheitert bereits das Grundgerüst des Streifens.

Dass einen inhaltlich nichts sonderlich Innovatives erwarten muss, ist in diesem Sub-Genre kein wirklicher Negativpunkt, ganz im Gegenteil haben zu übertrieben eigene Ideen Fortsetzungs-Werken dieser Gattung Horrorfilm oft geschadet. Dennoch fragt man sich bei „One Way Trip“ lange Zeit, warum er sich das Anfangsszenario von „Shrooms“ zu Nutze macht, wenn mit dem Horrorpart angefangen ohnehin jeder völlig frei eines halluzinogenen Zustandes agiert. Was sich wie ein Fehler guckt, soll sich in einem pfiffig gemeinten Perspektivwechsel am Ende des Filmes als Täuschung outen, was aber nur funktionieren würde, wenn die Auflösung tatsächlich intelligenter Art wäre.

Aber weder die uns im Finale deutlich gemachten versteckten Vorbereitungen innerhalb der vorangegangenen 70 Minuten wissen intelligent zu wirken, noch weiß die Auflösung zu überzeugen. Während sie auf der einen Seite unglaubwürdig zu nennen ist, da die Droge bei jedem Konsumenten trotz unterschiedlichster (wenn auch typisch oberflächlich gehaltener) Charaktere die selbe Handlungsweise und gleichzeitig die selben Halluzinationen hervorbringt, outet sich das Drehbuch auf der anderen Seite mit diesem Schluss als arg moralisch und bieder, auch wenn es sicherlich anders gemeint war.

Einzelne kurze Momente haben mir recht gut gefallen, so z.B. die Kameraperspektive der von der Feuerwehr geretteten Heldin, oder der Vorgang wie eines der Opfer nach einer leider nicht für den Zuschauer prickeln wollenden Verführung Schritt für Schritt gefesselt, geknebelt, verpackt und schließlich getötet wird. Solche Sequenzen sind leider rar gesät, eben weil die Schauspielerei ebenso flach ausgefallen ist wie die Psychologie des Drehbuchs. Besonders ärgerlich empfand ich das mangelnde Schauspieltalent der Figur des Farmers, der völlig brav drein schaut, während er eine junge Frau erwürgt.

Von dem einzig älteren Darsteller der kompletten Haupt-Riege hätte man sich doch mehr erhofft als von den blassen Jungdarstellern, die sich laut der auf der DVD enthaltenden Biografien in allerlei anderen Produktionen den ein oder anderen Nachwuchspreis erarbeitet haben. Schade dass es hier nichts vom scheinbar vorhandenen Talent der Mitwirkenden zu entdecken gab. Filmfreunde, die sehen wollen wie ein von US-Slashern inspirierter Horrorfilm auch in deutschsprachigen Ländern funktioniert, dem empfehle ich lieber in den unterschätzten „Flashback - Mörderische Ferien“ hineinzuschauen. Dieser war meiner Meinung nach der bislang beste Versuch das Genre in unserer Region einzufangen.


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Sonntag, 18. September 2016

DER UMLEGER (The Town That Dreaded Sundown 1976 Charles B. Pierce)


Einige Monate nach Ende des zweiten Weltkrieges beginnt in dem kleinen Ort Texerkana eine durch einen Maskierten ausgelöste Terrorwelle, der einige Tote und Schwerverletzte hinterlässt. Die Polizei versucht ihn aufzuspüren, doch als der Täter nach einiger Zeit nicht mehr nach festen Mustern handelt, scheint es unmöglich ihn zu schnappen...


Der 21-Tage-Killer...

Vergleichbar mit den Taten des legendären Zodiac-Killers, gab es bereits in den 40er Jahren einen ungelösten Kriminalfall, in welchem der Täter ebenfalls wahllos seine Opfer aufsuchte und ständig seine Methoden änderte. Mit 5 Toten und noch weniger Verletzten gehört er sicherlich nicht zu den erfolgreichsten Massenmörder der amerikanischen Kriminalgeschichte, ganz im Gegenteil, für heutige Verhältnisse klingt sein Ergebnis gar recht harmlos. Dementsprechend darf man sich in der Verfilmung seiner Taten wundern wie schnell hier Angst in der Stadt herrscht, die Polizei Verstärkung anfordert und diese auch gleich mit dem besten Mann seines Fachs erhält und warum überreagiert gleich Ausgangssperren verhängt werden.

Man kann es auf die Zeit schieben, warum hier gleich Panik und Großeinsatz herrschen, obwohl der Fall sich im Vergleich recht harmlos guckt, man muss aber auch bedenken, dass man es bei „Der Umleger“ mit einem Film aus der Billigschmiede Samuel Z. Arkoffs zu tun hat, und dessen Werke sind meist reißerisch und naiv zugleich umgesetzt. Und wenn dann in einem solchen Streifen die Helden bereits Muster erkennen, bevor es möglich ist diese zu erkennen (Zwei Taten, 21 Tage Abstand dazwischen, dann muss der Mörder also alle 21 Tage zuschlagen? Was 'ne Logik...), dann kann es am Anfang in einem Vorwort noch so heißen alles habe wie gezeigt einst so stattgefunden, Charles B. Piercers Thriller ist lediglich aufgeputscht und in seiner Logik nicht sonderlich realitätsorientiert erzählt.

Ich habe mich zu dem hier zu Grunde liegenden Fall nicht näher informiert, es mag also sein dass trotzdem vieles stimmt was „Der Umleger“ erzählt, auf den DVD-Markt hat es der vergessene Film zumindest aufgrund des kleinen Erfolges des Horrorfilmes „Warte, bis es dunkel wird“ geschafft, der sich auf den hier besprochenen Film bezieht, der, laut dem Quasi-Remake, wohl noch immer in Texerkana aufgeführt wird. Mag er in Amerika auch ein kleiner Kultfilm sein, eine verkannte Größe ist „Phantom-Killer“ (Alternativtitel) definitiv nicht, dafür leidet er an zu vielen Arkoff-Krankheiten, die ihn immer wieder herunterziehen.

Neben dem völlig unpassend eingebrachten Humor, der sich an einer festen Nebenfigur orientiert, stören in erster Linie die Off-Kommentare, mit denen in Billigstproduktionen bereits in den 50er Jahren immer wieder gearbeitet wurde, um damit kostengünstig Handlungsstränge einzusparen. In den 70er Jahren war die Methode jemand Fremdes die Geschehnisse des gerade laufenden Streifens sachlich zu kommentieren längst veraltet, außerdem erzählt der Sprecher nichts was den Hintergrund bereichern würde. Und Szenen werden mit diesem Stilmittel diesmal auch kaum eingespart.

Für eine Arkoff-Produktion war „The Town That Dreaded Sundown“ (Originaltitel) wahrscheinlich ohnehin das höchste dessen was der gute Mann finanziell springen ließ, spielt der Streifen doch in den 40er Jahren, und da mussten Setting, Autos und Co zumindest halbwegs nach vergangener Zeit aussehen. Arkoff setzte finanziell auf das nötigste diesbezüglich, und mich würde es nicht wundern wenn Kenner x Details der 70er Jahre entdecken würden, die es in den 40ern nicht gab. Zumindest würde es zu einem Film passen, der so schnell abgedreht wurde, dass man in einer Sequenz fast 2 Sekunden lang einen Kameramann auf einem vorbeifahrenden Zug sichten darf.

Das belustigt Pierces Werk zwar kurzfristig, eine unfreiwillig komische Lachnummer ist er jedoch nicht geworden. Auch die oben beschriebenen Ärgernisse lassen den Streifen nicht vollends scheitern, besitzt „Phantomkiller“ (Alternativtitel) im Gegenzug doch Stärken die einiges wieder wett machen. Dass er als einer der ersten Slasher beworben wird, ist eine Aussage die man allein deswegen nicht für voll nehmen kann, weil der Killer meist mit einer Schusswaffe arbeitet. Elemente der später so beliebten Horrorgattung sind aber tatsächlich bereits erkennbar. Freilich denkt man unweigerlich an „Freitag der 13. 2“ wenn ein Killer mit Sack auf dem Kopf mordend durch ein Waldgebiet stampft. Dessen Wirkung wird hier gar durch das psychotisch wilde Atmen unter dem Sack getoppt, was den Killer bedrohlicher wirken lässt.

Zudem schafft es Pierce die wenigen Morde und Attacken atmosphärisch dicht einzufangen. In manchen Szenen herrscht wahrer Nervenkitzel. Und wenn der Täter hin und wieder seine Schusswaffe gegen eine Spitzhacke oder gegen ein Blasinstrument tauscht, dann erinnert dies tatsächlich auch stilistisch an die mit Carpenters „Halloween“ aufgekommene Slasher-Welle, die ihr erstes Hoch in den 80er Jahren hatte.

Letztendlich guckt sich „Der Umleger“ noch zu sehr wie ein Kriminalfilm, richtet sein Hauptaugenmerk auf die Polizei und ihre Ermittlungen und macht Täter wie Opfer zu Nebenfiguren. Andererseits werden die Attacken für seine Zeit schon recht zelebriert. Bedenkt man jedoch, dass bereits 2 Jahre zuvor Leatherface wesentlich heftigeren Terror mit „Blutgericht in Texas“ auf der Kinoleinwand entfachte, merkt man endgültig wie harmlos und naiv dagegen die hier besprochene Arkoff-Produktion ausgefallen ist.

Es ist schade, dass die düstere Stimmung nach einer wunderschön abgefilmten Attacke meist durch einen nervigen, wie unnötigen Off-Kommentar unterbrochen wird, der es einfach nicht zulässt, dass man sich in die Geschichte intensiv genug einfühlen kann. Andererseits merkt man aufgrund dessen, dass mit jeder neuen Attacke die Atmosphäre trotzdem wieder auf einem Hoch ist, wie intensiv der Regisseur gerade diese Momente einzufangen weiß. Man bekommt gar das Gefühl, dass er weiß dass der wahre Held des Streifens der Killer ist, so wie er ihn in Szene setzt, was aber eigentlich eine Zuschauereinstellung benötigt, die sich erst in den 80er Jahren entwickelt hat.

Da man stets in die Polizeiarbeit involviert ist, die Charaktere halbwegs sympathisieren obwohl sie höchst oberflächlich bleiben und das Tempo aufgrund fehlender Zeitstrecker recht hoch zu nennen ist, weiß „Der Umleger“ eher zu gefallen anstatt zu enttäuschen, eben auch weil der Killer in seiner Maskerade zu wirken weiß und Pierce uns so einige spannend geratene Fluchtszenen der Opfer vor dem Täter präsentiert. Ein wirklich nennenswerter Film ist dabei nicht herausgekommen, ein wahres Vorbild für die zukünftigen Slasher ist der Streifen sicherlich auch nicht, wirken die Übereinstimmungen zum späteren Schlitzer-Genre doch eher zufällig. Wer sich aber mit einem kleinen, simplen und naiven 70er Jahre-Thriller anfreunden kann, der dürfte als Genre-Fan die nötige Dosis Unterhaltung erhalten um hinterher nicht all zu enttäuscht vom Ergebnis zu sein.


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Donnerstag, 15. September 2016

PIRANHAS (Piranha 1978 Joe Dante)


Eine speziell vom Militär entwickelte aggressive und besonders überlebensfähige Gen-manipulierte Piranha-Gattung gerät versehentlich in einen Fluss an dem ein Sommercamp und ein neu eröffnetes Erlebnisbad angrenzt...


Project Razorteeth...

Piranhas waren gern gesehene Randerscheinungen der Bedrohung in Abenteuerfilmen. Zum Star ihres eigenen Filmes sollten sie jedoch erst nach dem bahnbrechenden Erfolg von „Der weiße Hai“ werden, der in den 70er Jahren eine Tier-Horror-Welle entfachte, bei der auch Roger Corman sein Stückchen vom Kuchen abhaben wollte. Also engagierte er den späteren „Gremlins“-Regisseur Joe Dante „Piranhas“ zu drehen. Der machte aus dem Projekt eine Satire mit Seitenhieben auf das Militär und dem großen cineastischen Vorbild Steven Spielbergs, nebenbei aber auch auf geldgeile Unternehmer und autoritäre Erzieher.

Nach einer stimmigen Einführung der Bedrohung folgt zunächst das Kennenlernen der Figuren und deren Nachforschungen nach vermissten Personen, die sie recht schnell auf das verlassene Militärgelände der ersten Sequenz stoßen lässt. Von nun an lässt der Film den Helden kaum Atempausen, werden sie doch ganz im Gegensatz zu „Der weiße Hai“ fast zu Statisten im eigenen Film, die von einem Ort zum nächsten hetzen und in der Regel dort zu spät erscheinen. Dante beschert den zwei zentralen Figuren genügend Grundcharakter, damit einem die beiden Hauptfiguren nicht völlig egal sind. Und der abwechslungsreiche Rest sorgt dafür, dass dies „Piranhas“ in seinem Ergebnis nicht schadet.

Zwar wissen kleine Fische optisch nicht so toll zu wirken wie ein großer Haifisch, Dante gibt sich jedoch größte Mühe aus den Attacken mehr zu machen als ein sich rot färbendes Wassergeblubber, wie man es aus manch anderem Tier-Horrorfilm, der im Wasser spielt, kennt. Immer wieder unterbricht der Regisseure das hektisch gefilmte Kameragewackel bei Piranha-Attacken, um uns für kurze Momente deutliche Bilder von Wunden oder gefräßigen Zähnen zu zeigen. Das weiß zu wirken. Der herrliche Sound, wenn die hungrigen Biester ihrer liebsten Tätigkeit, dem Fressen, nachgehen, sorgt für den Rest.

Sicherlich ist „Piranhas“ nicht so stimmig ausgefallen wie sein großes Vorbild, aber zumindest versuchte Dante mehr als diesen lediglich zu kopieren. Der Satire-Touch verleiht dem Streifen einen anderen Anstrich, der Humor bleibt so subtil, dass der Film nie zur Horror-Komödie verkommt, und ansonsten lebt „Piranhas“ viel von dem Effekt dass man immer vorher weiß wo die Viecher das nächste Mal zuschlagen werden, so dass das fröhliche Treiben der Ahnungslosen im Wasser um so fieser wirkt.

Dante macht durch seinen Zwischenstop im Sommercamp zwar auch nicht vor Kindern Halt (ein Ort der sich zudem toll als Ort der finalen Geschehnisse geeignet hätte), belässt es aber bei angefressenen Opfern, wohingegen Erwachsene auch des öfteren ihr Leben lassen müssen. Dante lässt uns des reißerischen Effekts wegen hin und wieder kurze Blicke auf angekaute Menschen erhaschen, gerade gegen Ende wenn Sanitäter zur Rettung eilen, im Vergleich zu heute ist das Treiben jedoch nicht all zu blutig ausgefallen, allerdings schon mehr als die eher spießigen Mitläufer von Spielbergs Hai-Film wie „Panik in der Sierra Nova“ oder „Taranteln - Sie kommen um zu töten“.

Interessant ist, dass „Piranhas“ trotz seiner augenzwinkernden Erzählweise wesentlich pessimistischer daher kommt als Spielbergs Werk. Nicht nur dass das Teiben des Militärs düster gezeichnet wird, was noch geradezu typisch für die Erscheinungszeit des Streifens ist, gerade gegen Ende bemerkt man wie wenig es Dante darum geht seine Hauptfiguren als Helden zu feiern. Ob es für die wichtigste Person des Streifens positiv ausgeht, lässt Dante offen, ist er doch schwer angeschlagen von der finalen Piranha-Attacke und scheint noch unter Schock zu stehen.

So blauäugig zu glauben dass eine derart raffinierte Züchtung mit den finalen Erlebnissen tatsächlich ausgerottet ist, ist Dante freilich nicht und lässt seinen Film auch diesbezüglich pessimistisch enden, während er zu dem Fressgeräusch der Piranhas das Meer zeigt, dass symbolisch wenig subtil mittels eines Farbfilters in ein blutiges Rot getaucht wird, bevor der Abspann ins Bild tritt. Dass die Nachuntersuchungen jemandem in die Hände fallen, der den ganzen Film über das Militärprojekt vertuschen wollte, zeigt ebenso den Hang der Autoren zum Pessimismus. Naiv ist „Piranha“ (Originaltitel) somit wahrlich nicht ausgefallen, womit ihm die Haupteigenschaft der meisten anderen Mitläufer der Tier-Horror-Welle fehlt.


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Samstag, 10. September 2016

DIE 5. WELLE (The 5th Wave 2016 J Blakeson)


Eines Tages waren sie da, außerirdische Wesen, deren Raumschiffe über den Städten der USA schwebten. Erst nahm man uns jegliche Form der Elektronik, dann rottete man uns mit jeder weiteren Angriffswelle weiter aus. Die fünfte endgültige Welle steht kurz bevor. Und die junge, in einer völlig zerstörten Zivilisation lebende, Cassie macht sich auf die Suche nach ihrem kleinen Bruder Sam, den das Militär einkassiert hat, um ihn, wie all die anderen Kinder die sie sich holten, zum Soldaten auszubilden...


Liebe und Hoffnung sind keine Irrtümer...

Freunde von Endzeitfilmen sollten sich eines bewusst machen, bevor sie sich mit falschen Erwartungen an „Die 5. Welle“ heranwagen und hinterher womöglich über ihn schimpfen: J Blakesons Werk ist die Jugend-Variante eines Endzeitfilms, und damit kein knallharter, pessimistischer Film, der möglichst detailgetreu seine Geschichte reflektiert. Das machen Jugendfilme so gut wie nie. Jugendfilme verschönern, setzen Charaktere und Liebesinteressen in den Vordergrund und blenden den erwachsenen Alltag bestmöglichst aus.

Wie katastrophal so etwas enden kann zeigen peinliche Werke wie „Twilight“, die vom erwachsenen Publikum aufgrund ihrer Blauäugigkeit überhaupt nicht mehr zu konsumieren sind. Mit „Die 5. Welle“ kann man hingegen auch als Erwachsener seinen Spaß haben. Das liegt aber auch daran, dass man im Gegensatz zu besagtem Vergleichsfilm einer ernstzunehmenden Gefühlswelt begegnet, deren Dramatik greifbar ist und keinesfalls, wie für das Teenie-Alter eigentlich üblich, theatralisch ausgefallen ist. Dementsprechend ist man nicht gezwungen maximal blauäugig mitzufühlen, man darf es richtig. Hierfür erweist sich nicht nur das Drehbuch als sehr treffsicher, auch Moretz Spiel erleichtert es einem mit ihr mitzufühlen, den Druck ihres Schicksals zu spüren, auch wenn es ein häufig gesichtetes im Sub-Genre des Endzeit-Filmes ist.

Es geht nicht nur darum diesen Unterschied erkennen zu können, sondern auch darum dass die durchaus vorhandene Action und der Thrill lediglich im Hintergrund stehen. In „Die fünfte Welle“ geht es um die Dramaik des Stoffes. Wem das Ganze nicht hart genug ausfällt, der ist schlichtweg im falschen Film. Und wer den Weltuntergang nicht aus Kindersicht miterleben möchte, der ist dies erst recht.

Selbstverständlich kann die von mir geäußerte Argumentation nicht Schutz für jegliche getätigte Lücke sein. Gerade gegen Ende verläuft doch alles eine Spur zu glatt und ohne zu große Verluste, was dem Streifen einiges von seinem bisherigen Potential geraubt hat. Hier hätte „The 5th Wave" (Originaltitel) durchaus mehr Laufzeit erhalten können, um es den Protagonisten schwerer zu gestalten ihr Ziel zu erreichen. Dank der Konsequenz dessen was man erzählen wollte und der durchweg gut agierenden Mimen kann man über diese Ärgernisse in der Dramaturgie jedoch versöhnlich hinwegsehen, zumal sich auch der komplette Film rein technisch großartig schaut.

Von der unterschwellig hervorragend passenden, unaufdringlichen Musik, bis hin zur wundervollen Fotografie des Streifens gibt es wahrlich nichts zu meckern, so dass man trotz diverser Abstriche einen sehenswerten Film vorgesetzt bekommt, der das Teenie-Publikum sicher eher begeistern wird als das erwachsene, der aber auch im Herzen Junggebliebene mit offenen Armen empfängt, ohne gleich den Verzicht auf jegliches rationale Empfinden dafür einzufordern. Sicherlich ist die abschließende Weltsicht sehr gefühlsbetont und optimistisch gezeichnet. Aber sie spricht dem hoffnungsvollen jungen Alter definitiv aus dem Herzen - und völlig verkehrt ist sie in ihrem Ansatz nun wirklich nicht.


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IN DER GEWALT DER RIESENAMEISEN (Empire of the Ants 1977 Bert I. Gordon)


Durch radioaktive Abfälle sind Ameisen auf einer Insel zu Riesen herangewachsen. Eine Gruppe Menschen, die an einer Werbeveranstaltung für Immbobilien teilnimmt, muss recht bald um ihr Leben rennen...


H.G. Wells‘ Formicula...

Bert I. Gordon setzte in seiner Karriere als Monsterfilm-Regisseur stets auf das Verfahren Mensch oder Tier (je nachdem was mutieren sollte) hoch zu projizieren um es größer erscheinen zu lassen, anstatt mit Attrappen und Puppen zu arbeiten. Was in den 50er Jahren arg erbärmlich aussah, kann sich im Vergleich dazu in den 70er Jahren angekommen schon eher sichten lassen, sind einige Aufnahmen doch recht geglückt. Vorzuziehen ist diese Methode dennoch nicht, einfach weil Interaktionen zwischen Kreatur und Schauspieler nicht möglich sind. Glücklicher Weise hat Gordon dies im hier von ihm und Samuel Z. Arkoff produzierten Film auch so gesehen, und so kommen hier sowohl die hochprojizierten Wesen als auch Attrappen zum Einsatz.

Dass die einen den anderen kaum ähneln war den beiden Billigfilmern egal, und das sollte es dem Zuschauer auch sein, denn „In der Gewalt der Riesenameisen“, der in einigen Ansätzen auf einer Vorlage von H.G. Wells beruht, will kein realitätsorientierter Horror sein, sondern lediglich ein Stück unterhaltsames Popkorn-Kino, und im Gegensatz zu dem wie ich besagtes Werk in Erinnerung hatte, ist er dies auch geworden. Ich hätte nie erwartet, dass „Angriff der Nuklearmonster“ (Alternativtitel) für eine derartige Billigproduktion so gut besetzt ist, wissen die Schauspieler in ihren interessant charakterisierten Rollen doch allesamt zu überzeugen, und dank ihrer einzelnen kleinen Geschichten, die sie zu einer großen vereint, kommt schnell Sympathie mit einem Werk auf, welches bereits vor zwei Jahrzehnten in seiner Ur-Thematik mit „Formicula“ besser verfilmt wurde.

Obwohl die Riesenameisen recht früh ins Geschehen treten, kommt nie Langeweile aufgrund möglicher sich stets wiederholender Szenarien auf. Die Dialoge zwischen den Charakteren sorgen sowohl in der Einführungsphase, als auch in der längeren Phase der Flucht dafür, dass der Stoff sich stets interessanter guckt als er eigentlich ist. Gordon versucht zudem die monotone Geschichte so abenteuerlich wie möglich zu gestalten, und das ist ihm meiner Meinung nach auch recht gut geglückt.

Im letzten Drittel stößt der eigentliche Tierhorror-Stoff durch eine ziemlich schräge Idee Wells‘ auf Invasions-Filme a la „Die Dämonischen“ und „Puppet Masters“, scheint bei Ankunft in einer Kleinstadt die Gefahr doch vorüber zu sein, bis man merkt dass sich die Bewohner des Ortes arg merkwürdig benehmen. „Twilight Zone“ lässt grüßen, so dass „Killer Termiten“ (Alternativtitel) bevor ihm die Luft ausgeht gegen Ende eine interessante Wendung hinlegt, mit der er noch einmal voll ausholt, was freilich nur für jene Monsterfilm-Freunde eine Freude ist, die gegen Ende keine Nonstop-Action benötigt.

Bevor es zum vorhersehbaren, recht ereignisreichen Finale kommt, wird schließlich erst eine kurze Atempause eingelegt, die sich in Suspense-Momente aufgrund des wachsenden Misstrauens der Helden wandelt, ein Szenario das in der Regel meist zu Beginn eines Horrorfilmes stattfindet. Diese unübliche Herangehensweise finde ich an „Empire of the Ants“ (Originaltitel) lobenswert und interessant, und dank der liebgewonnenen Charaktere weiß dies auch zu funktionieren anstatt den Film auszubremsen.

Freilich muss man trotzdem Freund kostengünstig produzierter Monsterfilme sein. Bei aller Mühe die man sich gegeben hat den Zuschauer auf Trab zu halten, ist „In der Gewalt der Riesenameisen“ doch trotzdem nur ein schlichter Trivialfilm, der keine hohen Anforderungen an sich selbst stellt. Aber ich denke dass diesen Umstand bereits der überdeutliche deutsche Titel klar macht, der sicherlich ohnehin nur den Freak unter den Cineasten zum Einschalten einlädt. Somit dürfte eigentlich kaum wer negativ überrascht werden.


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Freitag, 9. September 2016

BATMAN V SUPERMAN - DAWN OF JUSTICE (2016 Zack Snyder)


Nach dem Schaden den Superman und General Zod im Kampf gegeneinander hinterlassen haben, ist Bruce Wayne der Überzeugung dass Superman außer Gefecht gesetzt werden muss. Als Batman sagt er ihm den Kampf an. Zu spät merken die beiden Kontrahenten wer aus der Fehde zwischen den beiden profitiert...


Wer steht für was?...

Es schien nicht der beste Zeitpunkt zu sein um nach Jahren des Wartens den Konflikt der beiden Superhelden Superman und Batman auszutragen, wurde doch mit „Man of Steel“ aufgrund seines ethisch fragwürdigen Weltbildes und seiner unsinnigen Zerstörungswut der bislang schlechteste Superman-Film gedreht, und auf dessen Ereignissen fußt der hier besprochene Film. Ein Ben Affleck als Batman ließ auch nur die wenigsten Fans im Vorfeld in Entzückung geraten, und das Nacheifern von Marktführer Marvel war auch kein gutes Zeichen für den angegangenen Zeitpunkt, sind die Werke aus den Konkurrenzstudios doch meist hohle Materialschlachten, so wie besagter Superman-Film aus den DC-Studios, denen es an Mystik, Geist und Stil fehlt.

Um so überraschter darf man sein wie gut „Batman v Superman - Dawn of Justice“ funktioniert. Zwar bezieht sich der alternativ benannte „Man of Steel 2“ inhaltlich stark auf seinen Vorgänger, die Mentalität übernahm er glücklicher Weise jedoch nicht von ihm. Ganz im Gegenteil reflekltiert man im hier vorliegenden Film die Positionen der unterschiedlichen Superhelden im Bezug zur Gesellschaft, zueinander und zu sich selbst und wirft damit unbeantwortete philosophische Fragen auf, die aus dem Werk nun kein hochtrabenes Kopfkino machen, aber zumindest ein geistreiches Stück Popkorn-Kino, das sich somit nicht so leer und aufgeblasen guckt wie die Marvel-Konkurrenz.

Die größten Schwachstellen von „Dawn of Justice“ (Alternativtitel) finden sich schließlich auch gleich in deren Parallelen. Der CGI-Overkill mit einem etwas zu phantastisch geratenen Monster beschert uns ein Finale, welches schwächer ausgefallen ist als der restliche Gesamtfilm anstatt, wie eigentlich üblich, zu dessen Höhepunkt zu werden. Und das krampfhafte Vorbereiten, inspiriert durch Marvels „Avengers“-Erfolg, auf die im Kino bevorstehende Gerechtigkeitsliga nervt bereits in ihren ersten Andeutungen und dem Gastauftritt Wonder Womans. Wenn diese sich im Finale nun noch dazu mischt, geht dies jedoch definitiv zu weit, immerhin kann man nicht davon ausgehen, dass jeder Comic-Freund, der dem Kampf Superman gegen Batman beiwohnen will, automatisch begeisterter Anhänger der Gerechtigkeitsliga ist. Andeutungen hätten reichen sollen, damit der Film bleibt was er verspricht. Das aktive Einbringen Wonder Womans im Finale macht dieses Versprechen jedoch kaputt und schwächt das fertige Werk recht heftig.

Zumindest bleibt „Batman vs. Superman“ (Alternativtitel) auch im Finale eine optische Wucht, wenn mit Effekten, wie typisch für sein Sub-Genre, für meinen Geschmack dort auch zu sehr übertrieben wird. Im Restfilm stimmt hingegen das Gleichgewicht aus Actionszenen und Zwischenmomenten. Und ob es nun die Fotografie des Streifens ist, die Kostüme sind oder die Spezialeffekte, Zack Snyders neuer Comicstreich ist ein Fest für die Augen und dank einer Tempo-reichen Geschichte mit Gehalt auch niemals langweilig.

Zudem überrascht der sonst so müde agierende Affleck mit charismatischen Auftritten, die von ihm zum Glück nicht erwarten schauspielern zu müssen. Es sind einfach Szenen in denen er optisch wirken muss. Und dies tut sein gealtertes Ich gegen alle Erwartungen gut. Als weniger überraschend erweist sich Jesse Eisenberg als tolle Besetzung Lex Luthors. Zwar wirkt sein Bösewicht ein wenig angelehnt an Heath Ledgers Interpretation vom Joker, allerdings taucht Eisenberg ihn eher in ein nerdiges als in ein all zu psychopathisches Gewand, und dies ist eine gute Entscheidung dafür, dass Lex mit Eisenberg eigentlich viel zu jung besetzt ist.

Mag man sich auch etwas zu sehr auf die Idee mit der Gerechtigkeitsliga fixieren und das Finale in Sachen Effekte etwas zu derb ausgefallen sein, so bleibt dennoch ein sehenswerter Superhelden-Film, der zwar auf Batman-Seite nicht mit „The Dark Knight“ und „Batmans Rückkehr“ mithalten kann und auf Supermans Seite nicht mit „Superman - Der Film“, der aber in Zeiten von meist geschmacksirritierten Superhelden-Filmen zumindest wieder in die richtige Richtung tendiert.


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YOUNG ONES (2014 Jake Paltrow)


Die nahe Zukunft: das Wasser ist knapp geworden, Amerika ist zur Wüste verkommen. Die Regierung unterstützt mit einem neuen Projekt größere Farmen mit Wasserleitungen, doch die kleine Farm von Ernest und seinen beiden Kindern gehört nicht dazu. Tapfer schlägt er sich mit Handel durch, nur mit dem zwielichtigen jungen Flem lässt er sich nicht ein. Flem weiß jedoch was er will: das Land und die Tochter von Ernest. Und mit List und Tücke verschafft er sich beides...


Wüste, Lügen, Lücken...

„Young Ones“ ist ein eher familienfreundlicher Endzeit-Film, mit seinen wenigen härteren Szenen sicherlich trotzdem nicht geeignet für 12jährige, was die FSK jedoch völlig anders sieht. In dem von Jake Paltrow verfassten und inszenierten Film existiert noch eine Regierung. Die Verhältnisse sind dennoch nah an Werken wie „Mad Max 2“ oder „Ein Junge und sein Hund“ angelehnt. Wasser ist knapp. Jeder ist sich selbst der Nächste. Diebe kann man erschießen ohne die Polizei fürchten zu müssen. Leider wirkt „Young Ones“ keineswegs durchdacht. Der Held lebt von Handel, Alkohol ist heiß begehrt, dabei scheint es ansonsten alles zu geben, zumindest wenn man sich im Laufe des Filmes die Nebensächlichkeiten anschaut. Das erklärt auch, warum zu Beginn ein Kunde enttäuscht ist keine Nikotinpflaster zu erhalten. Das Werk präsentiert uns Elend auf hohem Niveau.

Strom und Benzin scheint es genug zu geben. Nie äußert jemand Sorge darüber dass es knapp werden könnte, nie fällt ein Generator aus. Maschinen gehen nicht kaputt durch die Dürre, trotz des vielen Staubs und Sandes. Ohnehin macht die Trockenheit keine weiteren Probleme außer der zur Wüstenlandschaft verkommenen Erde und dem Wassermangel. „Interstellar“ war in diesem Punkt durchdachter und damit konsequenter. Sicherlich kann man viele der Ungereimtheiten zwischen Elend und verbleibendem Reichtum dem Zustand zugestehen, dass wir nur einen kleinen Teil des Landes sichten, jenes der Unterprivilegierten, die aus Hoffnung auf Regenwetter geblieben sind. Und wie erwähnt gibt es schließlich auch noch eine Regierung. Etwas düsterer hätte das Zukunftsbild dennoch ausfallen können. Selbst ein Leiden unter der Hitze, in einem Leben auf ewiger Wüste, wie man es z.B. in „Hell“ erleben durfte, findet nicht statt.

Das undurchdachte Treiben der Geschichte zeigt sich auch in der fehlenden Maskerade der recht gut besetzten Darsteller. Trockene Haut, Hautkrankheiten oder gelbe Zähne sucht man vergebens. Die Jugendlichen sehen gepflegt und gesund aus und vor allen Dingen mit Flüssigkeiten gut versorgt. Das trügt das Bild, die Geschichte wirkt geheuchelt. Das tut sie aber ohnehin, denn der verarmte Farmer, der Schulden bei der Bank hat, wie wir viel später erfahren, kann sich trotzdem eine medizinische Versorgung auf dem höchsten Stand der Technik für seine Frau leisten, die in einem recht komfortabel ausgestatteten Krankenhaus lebt. Es mangelt an Verständnis für die eigene Geschichte, wenn bereits schlichteste Zusammenhänge nicht erkannt werden.

Anders verhält es sich im zwischenmenschlichen Bereich. Zwar ist „Young Ones“ ein wenig blauäugig ausgefallen und zu Beginn etwas arg langweilig geraten, wenn Ernest aber erst einmal überraschend der Vergangenheit angehört und Flem das Ruder übernimmt, wird es interessanter, denn dann lebt der Streifen voll und ganz von dessen linker, wie einfallsreicher Art. Flem ist ohne Skrupel. Nie könnte er zur Identifikationsfigur werden, und das soll er als Mörder von Ernest auch gar nicht sein. Dennoch orientiert sich der Mittelteil hauptsächlich an ihn, was ein recht mutiges Unterfangen ist, nachdem uns Ernest genommen wurde, der als eine solche Figur diente.

Wirklich unterhaltsam wird „Young Ones“ jedoch erst in seinem letzten Drittel, wenn die Geschichte sich auf Ernest Sohn Jerome konzentriert, der hinter die Wahrheit von Flems Treiben stößt. Hier beginnt nun eine Rachestory, in welcher Jerome zu einer Spinne wird, die in ihrem Netz sitzt und dafür sorgt, dass Flem sich in diesem verfängt und sich mit jedem weiteren Trick darin immer mehr verheddert. Schnelle Rache ist nicht Jeromes Ding. Er lässt sich Zeit, spielt nach außen hin den leichtgläubigen Mitläufer bevor er zuschlägt. Zwar vernachlässigen es Buch und Schauspiel zu demonstrieren wie sehr man sich für ein derartiges Vorgehen emotional zusammenreißen muss, aber mit Feinheiten hat man es im hier erzählten Film schließlich ohnehin nicht so, eine sensibel erzählte Geschichte sieht anders aus.

Interessant bleibt das letzte Drittel trotzdem, allein schon weil Nicholas Hoult als Flem wunderbar schurkisch spielt und man Jerome seine Rache gönnt. Diesbezüglich ist man dann doch nah genug am Empfinden des Helden orientiert, auch wenn einen den Restfilm über so ziemlich alles egal war, so theoretisch wie sich „Young Ones“ guckte. Deswegen bekommt das letzte Drittel den ansonsten unter zu vielen Schwächen leidenden Film auch nicht gestemmt. Es hilft lediglich den geduldigen, noch anwesenden unter den Zuschauern dabei angenehmer aus einem drögen Film entlassen zu werden als man nach Sichten der ersten Stunde erwartet hätte.


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YOUNG ADULT (2011 Jason Reitman)


Die in einer Lebenskrise feststeckende Jugendbuch-Autorin Mavis sehnt sich nach ihrer Teenie-Zeit zurück. Als sie erfährt dass ihre Highschool-Liebe Buddy Vater geworden ist, fährt sie in ihren verhassten Heimatort zurück um ihn zu retten, kann er solch ein Familienleben doch unmöglich wollen. In ihrer Eifersucht erkennt sie nicht wie glücklich Buddy ist. Die Katastrophe ist vorausprogrammiert...


Unglückliches Spießertum...

Der Wunsch dem eigenen Heimatstädtchen zu entkommen und in der Großstadt Fuß zu fassen haben in Amerika viele Menschen. Wer dort Erfolg hat und Karriere macht, blickt gerne herablassend auf die Daheimgebliebenen zurück, die eine Familie gründen und ein Kleinstadtleben führen. Im mittleren Alter angekommen und eigentlich vom Alltag gefrustet, reden sich solche Menschen in ihrem ständig wieder zum Single gewordenden Leben oft ein, es ginge ihnen besser als den Spießbürgern, die ihre Freiheit auf Kosten einer Familie aufgaben. Wenn Amis in ihren Filmen auf das hohe Gut Familie setzen, dann überspannen sie gerne den Bogen und werden belehrend und moralistisch.

Was wie ein arg konservativer Ansatz klingt, entpuppt sich in den Händen von Regisseur Jason Reitman freilich als eine durchaus reflektierte Geschichte, die beide Seiten bedenkt und nicht mit Stereotypen arbeitet. Doch wo ein „Juno“ modern konservativ daher kam, ein „Up in the Air“ eine griffige Dramatik bot und ein „Thank You for Smoking“ eine freche Satire auf die intelligente Art war, da ist „Young Adult“ in seiner unaufgeregten Art vor allen Dingen eines: ziemlich belanglos. Zwar streift Reitman jegliche Krankheiten einer unangenehmen US-Komödie ab, erzählt den Großteil frei von Klischees und setzt nicht auf eine einzige Wahrheit, wirklich mitempfinden kann man die Erlebniswelt von Mavis jedoch nicht. Zumindest ich konnte es nicht, und damit fühlte ich mich vom Film ausgeschlossen.

„Young Adult“ wurde zum rein theoretischen Werk, das nur hin und wieder seine Pforten öffnete und mich mitfühlen ließ. Wenn der überglückliche Vater zu sehen ist, oder Patton Oswalt in seiner Rolle als gefrusteter Begleiter beschreibt wie er einst attackiert wurde und was dies für bleibende Schäden hinterlässt, dann ging mir dies nahe. Wenn aber die Rolle der eigentlich gut agierende Charlize Theron nicht erwachsen werden will, sich in einer Lebenskrise befindet, vielleicht sogar in einer Depression (meiner Meinung nach Deutungssache) und in ihrer Rettungsaktion auf die eigene Lebenslüge stößt, dann empfand ich nur selten mit.

Dabei verstehe ich Mavis. Und mir ging es sehr nahe wie sie in einer Unterhaltung äußerte sie stecke fest und schwebe in der Luft während andere am Ziel angekommen scheinen und sich mit dem schlichten Familienleben zufrieden geben. Ich kenne persönlich diese Art Problematik, wenn alles um einen herum erwachsen wird, während sich das eigene Leben nicht so anfühlt. Aufgewühlt haben mich die hier gezeigten Erlebnisse trotzdem nicht.

Das lag nicht an der absichtlich asozial gezeichneten Hauptfigur und dem geringer asozial charakterisierten Begleiter. Die wirken in ihren Diskussionen fast noch zu brav. Vielleicht ist es auch das was nicht zünden will. Vielleicht ist mir „Young Adult“ nicht extrem genug ausgefallen. Das Hineinträumen in die Vergangenheit wird nur angerisssen und lässt sich nie mitfühlen, stets herrscht ein Scheiß egal-Zustand im Film, eine Emotionslosigkeit, eine welche Mavis durchaus empfinden soll, weswegen auch der Film dementsprechend ausgelegt ist. Aber in einer Tragikomödie brauche ich nun einmal Empfindungen. Und in einer Lebenskrise empfindet man nun einmal theatralischer. Und wenn dies bei Mavis nicht so ist, sollte man zumindest Mitleid mit ihr empfinden aufgrund ihrer inneren Kälte.

Aber das tut man nicht. Man verfolgt lediglich ihr Treiben, bis es zum großen Knall kommt, der zum Fremdschämen, aber nicht zum Mitfühlen animiert. Und dann ist „Young Adult“ irgendwann vorbei. Dass er uns zuvor noch so eine Art Mitleidssex mit auf den Weg gibt, wirkt etwas geschmacklos und passt auch nicht ganz zu Mavis, mag sie sich auch auf einem Tiefpunkt befinden. Wett macht Reitman dies mit einem interessanten Schluss-Dialog, der deutlich macht dass Mavis tatsächlich nicht für das Kleinstadtleben gemacht wäre. Ihre Lebenslüge ist keine solche. Sie diagnostizierte selbiges nur beim Falschen. Komisch dass selbst diese realistische, frei von Schmalz inszenierte Szene, mich völlig kalt ließ.


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SEX TAPE (2014 Jake Kasdan)


Früher hatten sie immer und überall Sex, doch im Laufe der Jahre, in ihrer Rolle als Vater und Mutter, ist Annie und Jay der Beischlaf zur Nebensache verkommen. Als ihnen dies klar wird, wollen sie das so nicht akzeptieren. Also drehen sie zusammen ein Sexvideo, um sich zu beweisen wie sehr die Leidenschaft zwischen ihnen noch brennt. Der Plan funktioniert, doch das Sexvideo landet auf einer Playlist die auch Außenstehende einsehen können, und nun versuchen Annie und Jay an die I-Phones zu geraten, auf denen das Video kopiert ist...


Der Seelsorger von You Porn...

„Sex Tape“ geht überraschend offen mit seinem Thema um, wenn man bedenkt dass es sich um eine amerikanische Komödie mit zwei Genre-Stars handelt. Völlig unverkrampft agieren Cameron Diaz, sowie Mit-Produzent und Mit-Autor Jason Segel recht zeigefreudig vor der Kamera, ohne dass man von klassischen, detailreichen Erotikszenen sprechen könnte. Was sich mit dieser überraschend lockeren Art wie ein kleiner Glücksgriff anfühlt, zumal es Freude bereitet Cameron Diaz endlich wieder daheim, sprich wie einst, in einem gewagten Stoff agieren zu sehen, entpuppt sich jedoch als recht anstrengendes Stück Komödie.

Nicht nur dass die im Sexbereich umgangene Prüderie an anderer Stelle doch noch auftaucht, ganz besonders in der höchst unangenehmen Szene rund um You Porn, auch zu lang gezogene Szenen, die in ihrer Hektik eher nerven als zu belustigen, bremsen den Streifen ungemein aus, ganz besonders in der großen Rob Lowe-Szene, in welcher der einstige Teenie-Star fast das selbe spielen darf wie in seinen Gastauftritten in „Californication“. Da wird gekokst, da werden Hunde misshandelt, da will alles irre unkorrekt ablaufen, und doch stößt einzig der schrille Grundton in den Vordergrund, der jeglichen Anarcho-Charme überschattet.

Da es zwischendurch, immer von Schwarz auf Weiß geschaltet, recht konservativ zugeht und die Geschichte sich immer wieder in eine konventionelle Richtung dreht, wirkt „Sex Tape“ zu unentschieden. Ein wenig Provo-Humor, ein Stück Film über Familienwerte, ein braver Familienfilm, ein gewagter Anarchofilm, Jake Kasdans Werk ist alles auf einmal und nichts davon wirklich. Einzelne Momente wissen zu gefallen, die Offenheit der Thematik allen anderen Pluspunkten voran, aber leider ist es der falsche Film für den Cameron Diaz so (auf harmloser Komödien-Ebene) Tabu-frei agiert, wohingegen es bei Jason Segel aufgrund seiner üblichen Werke eher nicht verwundert, dass sich selbst hinter solch einer Thematik nur ein viel zu braver, angepasster Film verbirgt.


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Mittwoch, 7. September 2016

GRIZZLY (1976 William Girdler)


In einem Nationalpark geht ein übergroßer Grizzly um, der es auf Menschenfleisch abgesehen hat...


Fisch oder Fleisch?...

So ganz will sich „Grizzly“ den typischen Tier-Horror-Regeln nicht unterordnen. Zwar ist durchaus erkennbar, dass er ein Jahr nach „Der weiße Hai“, den es fortan zu kopieren galt, von diesem beeinflusst ist, z.B. im Machtstreit besorgter Ranger gegen geldgeiler Park-Besitzer, so richtig entscheiden ob man im Horror- oder im Abenteuerfilm zu Hause ist kann sich William Girdlers Film trotzdem nicht. Die Hin- und Hergerissenheit zeigt sich auch inhaltlich in vielerlei Form. Besagte Übereinstimmung mit Spielbergs Kino-Hit verkommt zu einer Nebensache, die nie wirklich Einfluss auf das Geschehen hat, die wichtigste weibliche Rolle wird für das Finale nach einem Streit der Geschlechter schlichtweg ignoriert, und ob man nun von einem normal intelligenten oder besonders schlauen Grizzly erzählen will, ist  nie ganz sicher.

Somit verkommt vieles zum Kompromiss, was auch besagtes Genre-Hüpfen betrifft, so dass „Claws“ (Alternativtitel) sich häufig eher Episoden-haft anstatt als Ganzes guckt. Das verleiht ihm auch die ein oder andere kurzfristige Länge, so sehr man darauf bedacht ist den Streifen unbedingt auf Spielfilmlänge zu strecken. Vom Ergebnis her schafft es „Killer Grizzly“ (Alternativtitel) trotz dieser Negativpunkte jedoch ganz knapp der belanglosen Routine zu entkommen und recht anständig zu unterhalten, was mitunter daran liegt dass man stets mit den eigentlich oberflächlich gezeichneten Charakteren mitfiebern kann. Das hat nichts mit überraschend intensiver Sympathie zu tun, sondern einzig damit, dass wir Zuschauer stets in die Strategien der Ranger eingeweiht werden, die erst mit der Zeit erkennen mit welch hartem Brocken Bär sie es hier zu tun haben.

Denkende Protagonisten, ein solidarisches Miteinander und eine gute Portion Abenteuer-Flair lassen die an sich innovationsarme Geschichte angenehm gucken. Zwar besitzt „Grizzly - Eine Bestie läuft Amok“ (Alternativtitel) selbiges Problem wie seine missglückten Nachfolger a la „Grizzly Rage“, die Tatsache dass ohne vorhandene Tierattrappe keine körperliche Interaktion mit den Opfern stattfinden kann, im Vergleich zu den Streifen die spätestens daran scheitern weiß der hier besprochene Film dieses Makel jedoch recht gut zu kaschieren. Die Morde geschehen für einen biederen Horrorfilm der 70er Jahre recht blutig, die Aufnahmen des brüllenden Bären wissen meist zu gefallen, und eine messerscharfe Bärenkralle sorgt dafür, dass des öfteren Körperteile durch die Luft fliegen, einmal sogar ein ganzer Pferdekopf, was dank gekonnter Schnitt-Technik alles nicht ganz so billig rüberkommt wie die üblichen Versuche von Schundfilmern über das Fehlen einer Attrappe hinwegzutäuschen.

Natürlich funktioniert diese Methode nur als Kompromiss, aber das betrifft ohnehin den kompletten Streifen, der manch einem zu langweilig und altbacken erscheinen wird. Man muss schon mit viel Wohlwollen und Geduld an „Grizzly - Tödliche Klauen“ (Alternativtitel) herangehen um seinen Spaß mit ihm zu haben. Mag man aber von Grund auf die ruhigeren, fast schon familientauglichen Horrorfilme der 70er Jahre, frei von Humor und immer mit einem biederen Grund-Ton versehen, so kann man auch mit Gridlers Vorgänger seines besseren „Panik in der Sierra Nova“ etwas anfangen, zumal er gelegentlich auf Überraschungen zurückgreift mit denen man aufgrund seines massenkompatiblen Erscheinungsbildes zunächst nicht rechnen würde.


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