Samstag, 28. Februar 2015

FUTURE WAR (1997 Anthony Doublin)


Irgendwo im fernen All wird die Menschheit von Cyborgs versklavt, welche die Unterdrückten mit gefräßigen Dinosauriern unter Kontrolle halten. Einem Sklaven gelingt die Flucht, und so landet er hier bei uns auf der Erde. Doch seine Verfolger sind ihm bereits auf der Spur...


Wie eine Nonne zu ihrem Glauben zurück fand...

Man soll es nicht meinen, aber auch ich als bekennender Trash-Fan kann noch erstaunt sein wie schlecht ein Film wirklich sein kann. Zugegeben, ich habe mit „Rise of the Black Bat“ bereits schlechteres gesichtet, und dies zudem noch von einer zeitnaheren Produktion verbrochen, aber Billigproduktionen sahen auch in den 90er Jahren in der Regel besser aus als das was uns mit „Future War“ vor die Nase gesetzt wird, das zeigt allein schon der naheliegendste Verweis auf Roger Corman mit seinen drei „Carnosaurus“-Filmen, in denen trotz aller Kostengünstigkeit tatsächlich noch bessere Dinosaurier-Effekte präsentiert wurden als hier.

Die Art wie plump die Dinopuppen ins Bild integriert werden beraubt dem Film den Pluspunkt den Genre-Beiträge mit handgemachten Effekten in der Regel automatisch zusteht. Was uns Anthony Doublin präsentiert ist optisch schlechter ins Restgeschehen eingebunden als die billigen CGI-Monster aus der Massenproduktion von SyFy, mögen die Dinos an sich auch besser aussehen als das meiste Gepixelte dieses TV-Senders.

Hätte ich mich vorher informiert, hätte ich es besser wissen können. „Future War“ genießt einen Trash-Ruf im Internet, ganz besonders in Amerika, und zählt offiziell unter Fans zu den schlechtesten Filmen die je gedreht wurden. Das ist verständlich, ist doch nicht nur seine Handlung völliger Irrsinn, die Art wie alles umgesetzt wurde ist derart billig dahingerotzt, dass es eine Schande ist dass dieser Müllfilm eine deutsche DVD-Veröffentlichung genießen durfte, während wahre Kultwerke diesbezüglich noch immer kein Licht am Ende des Tunnels sehen und vielleicht auch nie sehen werden.

Das Bild ist zu dunkel ausgefallen, der Kameramann ohnehin nicht in der Lage Bilder halbwegs guckbar einzufangen, die Musik wechselt zwischen pseudo-zärtlichem E-Gitarren-Geschraddel und billigstem Hardrock, letzteres meist in den Kampfsport-Szenen eingesetzt, die so bemüht und damit kindisch wirkend umgesetzt sind, als wäre der feuchte Tagtraum eines selbstverliebten Proleten, der in seinem Keller Krafttraining macht, Wirklichkeit geworden: einmal Filmstar sein und allen die Fresse polieren dürfen!

Die Handlung wie sie in meiner Inhaltsangabe steht ist so gut wie im fertigen Film nicht vorhanden. Sie wird uns über wenige Sätze mitgeteilt. Man steigt nach nur kurzen Momenten im Geschehen auf unserer Erde ein. Das wenige was es zuvor an Spezialeffekten zu sichten gibt ist aus einem anderen Film des selben Produzenten entliehen, und das macht keinen Mut diesem trotz des üblen Ergebnisses von „Future War“ eine Chance zu geben. Die restlichen Effekte denen wir beiwohnen dürfen sind neben der Dinos, die im direkten Vergleich noch die Creme de la Creme darstellen, ein rot eingefärbtes Bild für die Dinoperspektive, eine billig zusammengeschusterter Pseudo-Computer-Perspektive, damit klar wird dass einige der hier mitspielenden Menschen Cyborgs sein sollen, sowie diverse billige Knalleffekte, die gerne wie wuchtige Explosionen wirken würden, und doch nur kurz puff machen dürfen. Sylvester auf dem Dorf ist aufregender.

Leider ist „Future War“ arg zäh ausgefallen. Als fröhlicher Party-Trashfilm geht er somit nicht durch, was schon schade ist, denn an belustigenden Idiotien mangelt es beileibe nicht. Da erleben wir einen Cyborg mit Vokuhila-Frisur, oder einen Kampfsportler der einen sichtlich leichten leeren Karton mit einem Kraftaufwand hochhebt als befände sich darin Marmor. Die Dialoge sind herrlich dümmlich ausgefallen, die Geschichte verweigert sich jeglicher Logik und widerspricht sich all zu gerne. Ohnehin ist sie aus einem höchst naiven Blickwinkel erzählt, was am deutlichsten durch die Off-Kommentare wird, die den Höhepunkt unfreiwilliger Komik ausmachen.

Da wird der Erzählerin die Herkunft aus dem All und das Existieren von Cyborgs und noch lebenden Dinosauriern mitgeteilt, und sie erzählt fast schämend davon dem guten Mann nicht sofort geglaubt zu haben. Wie konnte sie nur? Dann erzählt sie wie der Flüchtling, der wahrlich Schreckliches erleben musste, ihr von seinen Erlebnissen erzählt, nur damit sie ihm daraufhin ihren Leidensweg auf die Nase binden konnte, der weit weniger tragisch ausgefallen ist, auch wenn sie das anders sehen dürfte. Sie ist aufgrund übler Erfahrungen Nonne geworden und zweifelt nun am Weg den sie gegangen ist. Schade dass wir diesem Austausch an Erlebnissen nur kurz angerissen über einen Off-Kommentar beiwohnen dürfen. Ich hätte zu gerne das Gesicht des Leidenden gesehen, der nachdem er seine Geschichte erzählte sich nun den Leidensweg einer verwöhnten Amerikanerin anhören muss, so nach dem Motto: Du hast erzählt, jetzt bin ich dran, so als befände man sich auf einer Pyjama-Party.

Dass die gute Frau mithilfe der Erlebnisse, die sie in „Future War“ machen wird, ihren Glauben zurück finden wird und der Ausgestoßene gleich ebenfalls Gottesgläubig wird, steht außer Frage, so dass selbst ein Trashfilm wie dieser uns Ungläubige missionieren darf. Wäre er nicht in anderen Dingen so blendend penetrant könnte dieser Fakt vielleicht ebenfalls penetrant wirken, tut er jedoch nicht. Inmitten schlecht gemachtem Irrsinns macht so etwas den Kohl nicht mehr fett. Unterhaltungsfeindlich ist diese Möchtegern-Science Fiction-Action bereits aufgrund der übel eingefangenen Bilder und der sperrigen Erzählweise ausgefallen.

Lustigkeiten wie der ständige Größenwechsel der Dinosaurier und die diesbezüglich bereits in der Review erwähnten Punkte wissen an diesem katastrophalen Zustand leider auch nicht wirklich etwas zu retten. „Future War“ schaut sich auch mit diesen unfreiwillig komischen Pluspunkten an Bord viel zu zäh. Wer billig gemachten Science Fiction-Trash mit Charme sichten möchte wäre in „Kampf um den verlorenen Planeten“ besser aufgehoben. Der ist außerdem freiwillig lustig ausgefallen. schlecht


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Donnerstag, 26. Februar 2015

13 EERIE (2013 Lowell Dean)


Auf einem ehemaligen Militärgelände prüft ein Professor seine besten Studenten in ihrem forensischen Können. Er stellt Unfallorte mit Leichen aus der Pathologie nach, nichts ahnend dass sich in der Umgebung auch ein paar Leichen eines alten Militärexperimentes befinden. Diese erwachen zu neuem Leben und machen Jagd auf die Besucher...


Wo sind denn die Autoschlüssel?...

Bei einem Zombiefilm denkt man mittlerweile unweigerlich an das Ende der Zivilisation, eine von Untoten überrannte Welt und an eine Gruppe Menschen die einfach nur überleben will. Lowell Dean, der kürzlich Genre-Freunden mit „WolfCop“ ein kleines Geschenk gezaubert hat, geht mit seinem Regie-Debut „13 Eerie" einen Schritt zurück und erzählt uns lediglich von einem abgelegenen Ort, in welchem eine Gruppe Menschen von Zombies attackiert wird. Das hat keine erkennbare Auswirkung auf die Zukunft der Menschheit, sondern lediglich auf die Lebensdauer der Protagonisten.

Als Hintergrund dient ein Militärexperiment wie einst in „The Return of the Living Dead“, was jedoch nicht näher beleuchtet wird. Warum auch? Dass es eines gab reicht bereits als Information. Rennende Tote wie heutzutage üblich gibt es nicht zu sehen, schlurfende a la „Die Nacht der lebenden Toten“ jedoch auch nicht. Mit recht strammen Gang, vergleichbar mit dem von Jason aus den „Freitag der 13.“-Filmen, verfolgen sie ihre Opfer und sind auch nicht gerade zimperlich im Umgang mit diesen. Selbst in der gekürzten Fassung geht noch ordentlich die Post ab, da wird ausgeweidet und anderweitig verletzt und das ganze glücklicher Weise alles handgemacht. Ade ihr blöden Computereffekte!

Die Gruppe zukünftiger Forensiker ist glücklicher Weise auch kein hilfloses Trüppchen wie in den meisten Horrorwerken mit nervigen Teenagern im Zentrum, aber es dauert bis ihnen klar ist was gerade vor Ort geschieht, was durch die Geschichte recht glaubwürdig erklärt wird, zumindest für einen Horrorfilm. Bis auch der Rest den Untoten den Kampf ansagt, darf eine einzelne Studentin in einer Hütte über sich hinaus wachsen, was sicherlich nicht zufällig an Ash aus „Tanz der Teufel“ erinnert, wenn nicht sogar mehr noch an dessen Fortsetzung, jedoch lediglich augenzwinkernd erzählt und nicht komplett humoristisch umgesetzt wie dort.

Nicht immer erscheint alles logisch in dem anfänglich sogar recht konstruierten Plot, aber zumindest haben wir es hier nicht mit einem Haufen gedankenfreier Volldeppen zu tun, sondern mit Menschen die strategisch denken können, was dem Sehwert ebenso gut tut, wie das vergammelte Aussehen der Zombies. Ihre Auftritte sind tatsächlich der Höhepunkt des Streifens, so wie es eigentlich ohnehin sein sollte. Und mögen sie auch nicht klassisch dem Erdboden entsteigen, so brechen sie zumindest gern durch die Bodenlatten der Hütten durch, was als Ersatz ebenfalls zu gefallen weiß.

Lediglich eine kürzere Laufzeit hätte „13 Eerie“ nicht geschadet. Man bemerkt im letzten Drittel dann doch dass Zeit gestreckt wird und sich das Szenario zu oft wiederholt, bevor es mit gutem Tempo schließlich Richtung Finale geht. Neu ist hier Story-technisch nichts, aber die Art wie Lowell Dean Altbekanntes serviert weiß Fans des Genres zu gefallen, und jenen mit Nostalgie-Touch aufgrund der Orientierung auf ältere Werke um so mehr. Von daher ist „13 Eerie - We Prey For You“ (Alternativtitel) mit Sicherheit kein Fehlgriff, sondern ein netter, kleiner Zwischendurch-Verzehr, der wesentlich mehr zu gefallen weiß als lieblose Stangenware a la „ZombeX“, „Zombie King“ oder „Terror Z“. unterhaltsam


Mittwoch, 25. Februar 2015

IT! - THE TERROR FROM BEYOND SPACE (1958 Edward L. Cahn)


Nachdem es einen Crash auf dem Mars gab eilt ein Raumschiff zur Rettung um die Überlebenden eines anderen Raumschiffs zu bergen. Überlebt hat jedoch nur einer, und der schreibt den Tod seiner Kollegen einem Monster zu. Dass dieser Recht hat bemerkt man erst auf dem Rückflug, denn das Monster hat sich an Bord der Rettungsmission eingeschlichen...


Das unheimliche Wesen aus einer roten Welt...

In Zeiten der 50er Jahre Trash-Monsterfilme und Alien-Invasionen wurde viel naiver Mist gedreht, der bis heute noch Spaß macht. "Alarm im Weltall" war eine der wenigen heute noch bekannten Ausnahmen und erzählte im Gegensatz zur Konkurrenz eine intelligente und abenteuerliche Geschichte. "It!", der in unseren Breitengraden schon wesentlich unbekannter ist, ergeht es ähnlich. Dieser kleine Streifen, der den Weg zu uns nie deutsch synchronisiert schaffte, ist spannend und interessant erzählt. Dass er nicht die Klasse des eben erwähnten Science Fiction-Klassikers mit Leslie Nielsen erreicht, liegt lediglich am Monster, welches ein Mann im Gummikostüm a la "Der Schrecken vom Amazonas" war, wenn auch leicht professioneller aussehend als das berühmte Vieh aus Jack Arnolds Streifen.

Dennoch gehört „It! - The Terror from Beyond Space" zu den niveauvolleren Genre-Beiträgen seiner Zeit. Die Geschichte erzählt im groben ähnliches wie später "Alien", so dass der hier besprochene Streifen gern als Vorbild des großen Ridley Scott-Films genannt wird. Zu Recht, "Alien" klaut kräftig von Edward L. Cahns Science Fiction-Beitrag aus dem Jahr 1958. Es ist einzig der dort verwendeten Kreatur von Giger zu verdanken, dass man seitdem ewig liest diverse Werke haben seit Erscheinen dieses Kultfilmes von "Alien" geklaut. Ansonsten müsste es heißen von "It!" geklaut. Allein diese Tatsache sollte jeden Fan von Ridley Scotts Meilenstein einmal dazu veranlassen sich dieses kleine viel zu unbekannte Filmchen anzusehen.

Wie eben kurz angedeutet sieht das Monsterkostüm besser aus als jenes aus Arnolds Film um das Urwesen aus der schwarzen Lagune. Allerdings gingen die Verantwortlichen von „It - The Vampire from Beyond Space" (Alternativtitel) auch klüger vor, läuft der Mann im Gummikostüm doch nicht ständig umher. Man hält sich hier mit den Auftritten zurück und gibt dem unfreiwillig komischen Effekt eines offensichtlichen Kostüms damit weniger Raum. Anfangs sieht man nur den Schatten der Kreatur, nach einiger Zeit die Füße (die einen den Rest schon erahnen lassen, so gummiklotzig wie die aussehen) und kurz darauf schließlich den Rest. Das Wesen wird des öfteren im Dunkeln eingesetzt, und wenn mal nicht dann hält die Kamera nie zu lange drauf. Damit wird das Spannungspotential des Streifens damals sicherlich recht hoch gewesen sein. Freilich guckt man den Film mit heutigen Augen rein nostalgisch. Das ist zwar schade, lässt sich aber auch kaum vermeiden.

Die Darsteller sind für ein Werk dieser Art brauchbar genug besetzt. Die Charaktere die sie verkörpern stehen zudem nicht tatenlos herum. Je mehr sie versuchen die Situation in den Griff zu bekommen, desto auswegloser scheint sie. Und da man nicht auf das olle zehn kleine Negerlein-Prinzip zurückgreift, darf man sogar mitraten wer überlebt und wer nicht. Vielleicht sollten sich Filmschaffende von heute diesen Kniff mal wieder abgucken, anstatt stets nur offensichtliche Helden, Freunde und Pärchen überleben zu lassen.

Ansonsten gibt es all das was Filme von einst so lustig machte: hysterische Frauen, eine olle Billigrakete die durchs All tuckert und ganz besonders veraltet aus modernster Sicht: das Rauchen im All. Ständig wird sich eine Kippe nach der nächsten angesteckt. Man darf einen Schrank sichten, in welchem stangenweise Zigaretten stapeln. Ach was beflügelt das die Phantasie des Zuschauers wie wohl der im Film nicht gezeigte Start der Mission stattgefunden hat. "Und, haben wir genug Kippen mit? Das wird eine lange Reise!" - "Jawoll, Captain" - "Na gut, dann kann es ja los gehen." Ich mache mich da zwar drüber lustig, im allgemeinen finde ich es so wie hier erzählt aber besser als heute.

Wie man herausliest ist also ein gewisser Trash-Anteil vorhanden. „The Terror from Beyond Space“ (Alternativtitel) ist aber dennoch auch aus anderen Gründen sehenswert. Er ist spannend erzählt und beraubt "Alien" seines allseits geglaubtem Vorreitertum ohne dass man deswegen die Qualität von Scotts Werk aberkennen müsste. "It!" ist eine kleine vergessene Perle seines Genres. Und mag Edward L. Cahn auch nie wieder dieses Niveau erreicht haben, seine anderen Genre-Beiträge „Invisible Invaders“, „Invasion of the Saucer Men“ und „Geschöpf des Schreckens“ sind Filmnostalgikern dennoch alle ebenfalls zu empfehlen. unterhaltsam


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Dienstag, 24. Februar 2015

SQUIRM - INVASION DER BESTIEN (Squirm 1976 Jeff Lieberman)


Durch Strom aufgeschreckte Würmer verlassen das Erdreich und stellen ihre Ernährung auf Menschenfleisch um...


Angriff der Killerwürmer...

Eine schmuddelige Wirkung, eine rein humorlose Inszenierung und der langsame Erzählrythmus in aller Seelenruhe - das waren die typischen Pluspunkte des 70er Jahre-Kinos und somit auch von „Squirm - Invasion der Bestien“. Die Charaktere schwanken zwischen schablonenhaft und merkwürdig, die Musik erklingt experimentell und fast grotesk, so wie gerne zu dieser Zeit eingesetzt. Und die Erklärung warum die Würmer durchdrehen ist schlicht ausgefallen, unspektakulär in Szene gesetzt und somit ebenfalls auf der positiven Seite zu nennen.

Was jedoch penetrant an "Squirm" stört ist das hanebüchene Verhalten seiner Protagonisten. Sie begehen zwar auf der einen Seite die üblichen Fehler, die man als menschlich abtun kann und somit Teil des Charakters werden, aber sie widersprechen sich alle paar Minuten, verhalten sich mal so, dann wieder ganz anders und reden dabei auch ziemlichen Stuss. Mal reagieren unsere Helden völlig angstlos, dann erschrecken sie brutalst vor der selben Sache nur wenige Szenen später. Die Dialoge wirken etwas verkrampft, was ich streckenweise noch okay finde weil es zum angenehmen zähen Verlauf eines 70er-Streifens gehört. Aber was die Leute von sich geben passt hinten und vorne nicht zusammen.

Den denkenden Zuschauer irritiert es was die Hauptdarsteller auf wirre und unlogische Art anderen Menschen mitteilen und nicht mitteilen. Das hat nichts mehr mit klassischen Kommunikationsstörungen zu tun. Möglich dass die deutsche Synchronisation da Mist gebaut hat und der Originalton nicht ganz so idiotisch ist, bestätigen kann ich dies nur leider nicht. Zwar herrscht in "Squirm" noch ein gewisser Grund-Sinn, völlig idiotisch wie in "Spookies" geht es nicht zu, aber aufgrund der völlig inakzeptablen Verhaltensweisen der Protagonisten kann nun eigentlich nur noch der Horrorpart den Streifen gerettet bekommen, aber auch da sieht es recht düster aus.

Zu Beginn darf es bereits recht lächerlich zugehen, wenn wir schreiende Würmer vorgesetzt bekommen. Noch unfreiwillig komischer wird dieser Fakt, wenn wir im weiteren Verlauf entdecken dürfen, dass die Killerwürmer grundsätzlich nur in Nahaufnahme vor sich hin schreien. Aber was soll‘s, diese belustigenden Laute werden immerhin zu Pluspunkten im Trash-Bereich. Das etwas lahme Fortschreiten des Horror-Parts innerhalb der Geschichte kann man da schon weniger entgegenkommend entschuldigen. In der ersten Hälfte passiert kaum etwas, dort weiß aber zumindest eine eher belanglose Szene atmosphärisch zu wirken, in welcher sich zwei Hauptfiguren unterhalten und ein Wurm die Wand entlang huscht, ohne dass unsere Helden dies bemerken.

In der zweiten Hälfte passiert dann etwas mehr, das meiste davon ist jedoch wenig überzeugend umgesetzt. Positiv hervor sticht eine Wurmattacke auf einem Boot, bei welcher sich die Viecher in das Gesicht des Opfers reinfressen. Dass dieser Mensch nicht stirbt, sondern den Rest des Films über wie ein wurmbefallener Zombie die Leute attackiert, ist die gelungene Erweiterung dieser schönen Idee. Der Rest ist jedoch für seine Entstehungszeit einfach zu harmlos umgesetzt. Die Morde geschehen meist im Off, so dass man erst hinterher die Opfer zu Gesicht bekommt, die aber immerhin schön eklig zurecht gemacht sind. Hierbei ist jedoch aufmerksames Hingucken gefragt, denn der Blick auf die Toten wird durch dunkle Aufnahmen und zu schnelle Schnitte erschwert.

Die Würmer selbst, Hauptaugenmerk von „Squirm - Invasion der Killerwürmer“ (Alternativtitel), wirken in ihren Massenszenen nicht wirklich. Da gibt es allerdings eine geglückte Ausnahmeszenezene, in welcher eines der Opfer geradezu im Würmermeer versinkt, welch fieser Gedanke. In der Regel wirken Aufnahmen einzelner Würmer oder ihr Auftreten in kleinerer Population bedrohlicher als diese Flut an gefräßigen Gesellen, was im Vergleich aber leider auch seltener zu sehen ist.

Passend zum Irrsinn der bereits von mir beklagten Dialoge erweist sich eine kompatible Idiotie. Einer der Hauptdarsteller weiß mit einem Mal, dass Licht ein gutes Mittel gegen die Wurmplage ist. Woher er dies mit einem mal weiß, obwohl er vorher von den Tieren keine Ahnung hatte, weiß niemand. Aber es ist besser man gewöhnt sich an diese Unsinnigkeiten, denn auch wenn nach dem Finale wieder Frieden über die Menschheit einkehrt, geht dies nicht mit unübersehbaren Unsinnigkeiten einher. Allein schon dass alle Würmer sich auf einen Schlag wieder ganz lieb verhalten will die Glaubwürdigkeit nicht wirklich unterstützen.

Nun ja, das war alles recht wenig. Und da weiß auch ein Einstiegskommentar zu Beginn des Streifens eher zu schaden als zu wirken, verrät der doch zu viel was man lieber selbst und erst mit der Zeit entdeckt hätte. Direkt verglichen mit der 80er Jahre Produktion "Slugs" kann "Squirm" nicht mithalten, hatte der Schneckenhorror doch den Vorteil augenzwinkernd und wesentlich blutiger erzählt zu sein. Ein hoher Blutgehalt und weiterer quantitativer Sehwert mag oftmals eine wirkungslose Verzweiflungstat sein, Jeff Liebermans Werk hätte es zumindest ein wenig besser aussehen lassen. Gerettet hätte es „Squirm" bei solch dominanten Defiziten aber sicherlich auch nicht. Liebermans 2004 erschienende augenzwinkernde Antwort auf Carpenters „Halloween“, mit dem Titel „Satan‘s Little Helper“ weiß da schon wesentlich mehr zu gefallen als sein oller längst vergessener Wurm-Horror. mittelmäßig


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Sonntag, 22. Februar 2015

FEVER LAKE - SEE DER VERFLUCHTEN (Fever Lake 1996 Ralph E. Portillo)


Eine Gruppe Teenager macht Urlaub am Fever Lake, an dem einst ein schreckliches Verbrechen stattfand, welches die Einwohner einem Geist zuschreiben. Kaum angekommen geht der Schrecken von vorne los...


Verflucht dünne Story...

Es gibt viele Horrorfilme die einem Teens präsentieren die einfach nur unsympatisch sind. So ist es auch mit „Fever Lake“, einem kleinen unbekannten Werk seines Genres, welches hierzulande bislang nur im Fernsehen ausgestrahlt und auf VHS veröffentlicht worden ist. Mag der ein oder andere letzte lebende Fan zumindest darauf hoffen Corey Haim, Star aus „Lost Boys“, „Daddy‘s Cadillac“ und „He‘s My Girl 2“, könne den Sympathiepegel anheben, der irrt, spielt der ewige Teen doch hier so lustlos und eindimensional wie der Rest vom Cast auch, so dass sein späterer Abstieg mit Werken nah am Amateurfilm, wie „The Backlot Murders“, nicht mehr wundern braucht. 

Sein hier verkörperter Charakter unterscheidet sich kaum von dem der anderen Teenager. Sie alle sind humorlose, prüde Langeweiler ohne den Hauch von Sympathie und Individualität. Hat man bei Filmen wie "Crocodile" zumindest noch die Freude diese widerlichen Hauptdarsteller in regelmäßigen Abständen beim Ableben beobachten zu dürfen, so tut uns "Fever Lake" diesen Gefallen nicht. Es passiert so gut wie nichts. Der Film wäre fast sogar geeignet zur Sichtung im Religionsunterricht, so wenig passiert hier.

Zwar gibt es zwischendurch zumindest mal eine nette, kleine atmosphärische Sequenz zu sichten, in welcher zu Indianermusik die Kamera durch das Haus fährt, aber davon allein kann ein Film nun wirklich nicht leben. Hört man diese Indianermusik in kürzester Zeit zum xten Mal wird auch diese uninteressant. In den letzten 15 Minuten wird dann doch noch ordentlich gemordet, jedoch immer schön im Dunkeln inszeniert oder aus anderen Gründen nie richtig zu sehen, so dass auch der quantitative Gewaltpegel, der manch anderes durchschnittliches Werk interessanter gestaltete, nicht genutzt wurde um aus „Demon Kid“ (Alternativtitel) wenigstens etwas Schauwert herauszuholen. Dass sich die Auflösung dieser Unaufgeregtheit und Banalität anschließt braucht somit sicherlich nicht ernsthaft verwundern.

Dass Corey Haim nicht der Axtmörder ist, wird jedem bei der Art der Inszenierung der Auftritte des Killers direkt klar. Das hat sich Regisseur Ralph E. Portillo, der vier Jahre später mit dem mäßigen „Bloody Murder“ zumindest die Vorlage für den kurzweiligeren „Bloody Murder 2“ schuf, sicherlich anders vorgestellt. Ebenfalls der Indianer wirkt nicht wie gewollt. Ohnehin aussehend wie ein Weißer der als Indianer angemalt wurde, geht er dem Zuschauer mit seinen endlos wiederholenden warnenden Worten dem sturen Sheriff gegenüber ungemein auf den Keks, so dass auch er als Ur-Einwohner keinen Sympathie-Bonus genießt.

Der Sheriff selbst wird arg hölzern gespielt, das Dorf-ansässige Teengirl nervt mit ihrer viel zu braven Art, und der einzig interessante Verdächtige, der von den Machern nicht mal als solcher gesehen wurde, darf nur in einer einzigen Szene auftauchen, in welcher er das besagte Teengirl über die Mystik des Ortes aufklärt. „Fever Lake - See der Verfluchten“ hat so gar keinen Unterhaltungswert, und so verwundert es auch nicht, dass kaum wer diesen Film noch kennt. schlecht


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GHOST RIDER (2007 Mark Steven Johnson)


Motorradfahrer Johnny verschreibt dem Teufel seine Seele, um seinen Vater zu retten. Aufgrund der Schattenseiten dieses Deals musste Johnny auf die Liebe seines Lebens verzichten. Jahre später tritt sie wieder in sein Leben. Johnny, der durch seine übernatürlichen Kräfte mittlerweile zum erfolgreichen Stuntfahrer geworden ist, erhält vom Teufel die Chance seine Seele zurückzugewinnen, wenn er es schafft den Sohn Satans aufzuhalten. Der möchte auf der Erde gerne eine zweite Hölle errichten...


Flaming Moe Johnny...

„Ghost Rider“ ist ein Film für das eher jüngere Publikum. Er ist nicht immer logisch, er ist manchmal unfreiwillig komisch, aber er ist flott erzählt, gut besetzt und damit einfach kurzweilig und auch für mich eine gern gesehene Freude.

Zunächst einmal überrascht es, dass Nicolas Cage für die Hauptrolle wirklich eine gute Wahl war (was Kenner der Comics vielleicht anders sehen mögen). Ich war bei dieser Rollenbesetzung zunächst einmal skeptisch. Nicht weil ich zu jenen Filmfreunden gehöre, die gerne auf den guten Mann schimpfen, im Gegenteil, trotz seines Drangs zum ständigen Überagieren sehe ich ihn sehr gern - vielleicht sogar deshalb. Ich war viel mehr am rätseln ob eine Comicverfilmung einer streng gesagt kindischen Idee wirklich sein Ding ist. Aber Überraschung: er passt prima in die Rolle, sieht dank dunkel gefärbter Haare und gealtertem Gesicht auch stark aus, und er darf wieder in vielen Szenen seine Augen extremst aufreißen wie er es scheinbar gerne macht.

Interessanter Weise wirkt Cage als unverwandelter Ghost Rider wesentlich mehr, anstatt als Ghost Rider selbst. Der brennende Totenschädel auf feurigem Motorrad erinnert einen dunkel an das was man als Jugendlicher cool gefunden hätte, hat in gewisser Hinsicht auch im Film noch eine Wirkung, rutscht aber doch zu sehr ins Lächerliche ab um nicht bei seinem Anblick ein wenig schmunzeln zu müssen. Das merkten die Verantwortlichen scheinbar auch, und so begegnet uns zum Glück an der ein oder anderen Ecke des Films ein Hauch Ironie, sowohl vom Drehbuch aus, als auch im Spiel Cages selbst.

Weniger verzeihlich sind die dämlichen Sprüche, die der Ghost Rider ablässt. Man muss Einzeiler im Stile von Schwarzenegger oder Horrorfilm-Killern über sich ergehen lassen, die nicht einmal an das niedrige, aber wirksame Niveau besagter Vergleiche herankommen. Es war eine Erleichterung zu merken, dass solch ein Spruch nicht nach jeder Seele aufgesagt wird und es im Gesamtwerk nur zwei bis drei dieser Art gibt. Aber das reicht bereits um unnötig zu nerven.

Der Vorspann ist nett gestaltet, und die Geschichte unterhaltsam erzählt, wenn auch ohne große Überraschungen versehen. Die Vorgeschichte lässt sich Zeit, aber das war noch nie ein Fehler in Comicverfilmungen. Die von einigen Cineasten nicht gemochte integrierte Liebesgeschichte fand ich trotz der eher enttäuschenden Besetzung des Frauenparts eigentlich okay eingebracht, und bezogen darauf dass jeder gute Comicheld seine verletzbare Seite benötigt auch wichtig. Man kann sich gut identifizieren mit dem dauerhaften Schmerz des Verzichtens. Das kommt hier zwar eher theoretisch rüber und nicht so intensiv wie in Raimis „Spider-Man“ oder Verhoevens „RoboCop“, wäre aber als Vorbereitung für kommende Teile ohnehin wichtiger gewesen als für Teil 1. Wer die vergurkte Fortsetzung kennt, wird jedoch wissen dass man sich dieses Vorteils nicht bedient hat.

Zumindest überrascht es Nichtkenner der Comics, dass besagte Love Interrest sehr früh in die Warheit eingeweiht wird, womit der Streifen diesbezüglich in eine andere Richtung lenkt als die eben erwähnten Vergleichsfilme. Auch die offensichtliche Konfrontation mit der Polizei und das laute Auftreten in der Öffentlichkeit, welches das extremen Gegenteil der Geheimnistuerei üblicher Comic-Helden ist, weiß als Dauergast solcher Werke zu überraschen und gibt der ansonsten recht vorhersehbaren Geschichte zusätzlichen Schwung.

Am Erzählstil selbst gibt es ohnehin nur an einem Punkt etwas ernsthaft auszusetzen. Es gibt immer wieder unnötige Rückblicke von Szenen, denen man bereits beigewohnt hat, so als ob das Publikum aus Alzheimer-kranken Rentnern bestehen würde, eine merkwürdige Annahme in einem kunterbunten Comicfilm der arg penetrant auf Coolness setzt. So blöde und vergesslich dürften selbst die ureigenst von Hollywood herangezüchteten Leute, die seit Jahrzehnten lediglich Blockbuster konsumieren, nicht sein. Glücklicher Weise gibt es zumindest in der zweiten Hälfte solche Szenen nicht mehr.

Die Computereffekte sind großteils gelungen. Die Gegner sind sympathisch zurechtgemacht, besonders der Wassergehilfe von Satans Sohn. Der Ghost Rider selbst ist wie erwähnt eher mau und etwas gewöhnungsbedürftig umgesetzt und hat freilich mit Cages cooler Wirkung außerhalb der Verwandlung als Konkurrenz zu kämpfen. Und da kann der olle brennende Totenkopf nur gegen abstinken. Die erste Verwandlung zum Ghost Rider ist ein Augenschmauß geworden. Leider überspringt man dort im Gegensatz zu späteren Verwandlungen aber noch jenen Moment in welchem das Gesicht endgültig zum Totenkopf wird. Diesem Moment darf man erst in späteren Verwandlungen beiwohnen, was leider nicht für das Fehlen bei der ersten entschädigt, da nur diese logischer Weise ausführlich zelebriert wird.

Mögen die Motorradfahrten des titelgebenden Helden auch an die unfreiwillige Komik eines „Driven" erinnern, hier in einer Comicverfilmung für Junggebliebene kann eine solche Übertreibung nicht so stark schaden wie in Stallones pseudo-dramatischem Rennfahrer-Film. Aber der Unlogiken gibt es auch im „Ghost Rider“ viele, meiner Meinung nach kann man über diese aber schmunzelnd hinweg sehen, schließlich ist der Film lediglich Trivialkost.

Manche gar nicht so überraschende auf Überraschung getrimmte Wendung lässt den Ghost Rider wie einen Spätzünder wirken, auch so etwas weiß zu belustigen, letztendlich wird die Hauptfigur aber nicht komplett zur reinen unfreiwillig komischen Witzfigur degradiert, so dass man als nicht zu pingeliger Zuschauer mit solchen Randkrankheiten seine Freude haben kann. Solche Holprigkeiten gehören meiner Meinung nach zu einem Popkorn-Film mit eher schundiger Thematik aber ohnehin dazu. Werke mit solchen Eigenarten gucke ich lieber als die glattpolierten Marvel-Produktionen, die wir heutzutage vor die Augen gesetzt bekommen. sehenswert


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THE SCORE (2001 Frank Oz)


Ein Einbruchsprofi lässt sich gegen seine Gewohnheit für seinen letzten Coup auf eine Zusammenarbeit mit einem anderen Einbrecher ein, was das komplizierte Vorhaben allein schon durch die unterschiedliche Herangehensweise beider nicht gerade leichter macht...


Versteckter Mehrwert...

Dieser Film beweist mal wieder, dass es keiner großen Story bedarf um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Zunächst einmal haben wir hier hervorragende Schauspieler, die zeigen was in ihnen steckt. Klar hatte DeNiro schon schwierigere Rollen zu meistern, aber auch in diesem kleinen Film zeigt er wie man einem Charakter mehr Tiefe verleihen kann als es für ein Werk mit solcher Handlung eigentlich nötig wäre. Dieser Mann hat sich seinen Charakter soweit zu Ende gedacht, dass es unmöglich sein kann dass er nur das was im Drehbuch steht nachgespielt hat. Dafür ist seine Rolle viel zu perfekt ausgearbeitet, insbesondere in den Feinheiten erkennbar die jeder selbst entdecken muss.

Zu Edward Norton muß man eigentlich genau so wenig sagen wie zu DeNiro. Neben DiCaprio zählt er von seinem Talent her zu den wenigen die DeNiro schauspielerisch das Wasser reichen können. Und das darf er in „The Score“ auch direkt unter Beweis stellen. Mag er als Behinderter zunächst etwas aufgesetzt wirken, so wird man im weiteren Verlauf der Geschichte doch eines besseren belehrt, so dass man nicht zu frühzeitig maulen sollte.

Die Freundin der DeNiro-Hauptrolle hüpft nur einige Male durchs Bild, sorgt weder für ein echtes Fortschreiten der Geschichte noch für ernsthafte dramatische Tiefe und theoretisch ließe sich der Film auch ohne sie erzählen. Aber genau das ist es was mir an dieser Rolle so gefällt. Man versuchte nicht krampfhaft eine Frau in die Geschichte zu integrieren, machte auf der anderen Seite aber auch nicht den Fehler diese Figur komplett zu streichen. Nein, man beschränkte sie auf das was sie ist: das geringe Privatleben des Profidiebes.

Trotz hervorhebenswerter Mimen gibt es auch eine Schwachstelle unter den Stars zu vermelden. Das Spiel des ehemaligen Paten Marlon Brando kann man maximal als mittelmäßig bezeichnen. Er darf zwar eine interessante Rolle verkörpern, spielt diese aber so mau, dass man auch einem No-Name-Darsteller eine Chance hätte geben können. Das hätte dem Film sicher nicht geschadet - ganz im Gegenteil. Dass es ausgerechnet Brando gewesen sein soll, der die Dreharbeiten immer wieder behinderte, ist ein Witz bei dieser mangelhaften Leistung. Glücklicher Weise ist sein Part recht klein ausgefallen und sorgt immerhin für eine der Wahrscheinlichkeiten, was am Überfall falsch laufen könnte, so dass die Figur zumindest von Nutzen ist.

Der Spannungsbogen des Streifens entsteht erfreulicher Weise nicht durch eine bahnbrechende aufwendige Geschichte, die penetrant auf Schauwerte zusteuert, sondern durch die ruhige Erzählweise des langsamen Fortschreitens eines Coups, der zwar immer schwieriger zu bewältigen wird, aber stehts scheint gemeistert werden zu können. Somit ist der Zuschauer immer wieder in der Situation zu rätseln was wohl schief gehen könnte. Dass etwas schief gehen wird ist sicher, die Story ist schließlich genau darauf ausgelegt.

Dass der Auslöser des Schieflaufens keine Überraschung ist, ist nicht schlimm, immerhin gibt man uns drei Wahrscheinlichkeiten vor die eintreten könnten. Das sorgt bereits für einen gewissen Spannungsbogen. Vom eigentlichen Einbruch selbst erzählt die Geschichte erst recht spät. Aber da man nicht weiß woran der Coup scheitern wird, zittert man bereits vorher schon an anderer Stelle, so z.B. an der Frage ob es die Rolle des Norton schafft dauerhaft als Behinderter durchzugehen. Nicht nur dass er einen Fehler in dem was er tut oder redet begehen könnte, er könnte ja auch mal außerhalb seiner Rolle als Normalbürger von einen Kollegen gesichtet werden. Der Spannungsbogen steht somit aus unterschiedlichsten Gründen fast immer im Zentrum und wird nur für wenige Szenen unterbrochen.

Das Ende darf man wohl als pfiffige Idee bezeichnen, zumindest wenn man leise Töne mag. Zu einem Showdown zwischen Norton und DeNiro kommt es gegen aller Erwartungen nicht. Die Psychologie die der Film nebenbei unauffällig aufbaut wird zur finalen Raffinesse, so dass sich „The Score" auch hier von seinem Niveau her von anderen Produktionen dieser Art unterscheidet. Ob die wunderbare Idee, die einer von beiden Charakteren Recht gibt, auch beim Massenpublikum ankommt weiß ich nicht. Man darf es aufgrund des üblicher Weise nach Schauwerten lechzenden Standardprogramms in den Kinos zumindest anzweifeln. Der Cineast hingegen darf sich freuen. Mit dem Ende des Films beginnt die Phantasie des Zuschauers. Es macht Spaß sich die einzelnen Möglichkeiten auszudenken, wie es für den jüngeren von beiden nun weiter gehen könnte.

Dass Filme wie "Verlockende Falle" einen mehr an den Überfallsvorbereitungen teilhaben lassen als "The Score", kann ich nicht abstreiten. Der Thriller von Frank Oz, eigentlich Profi komödiantischer Stoffe, lässt uns lange im Glauben einer trivialen Geschichte, um heimlich die Karten zu mischen, die zu einem ähnlich guten Ergebnis führen wie die Alternative anderer Thriller kniffelige Vorbereitung für einen komplizierten Raubzug aufzuzeigen. Aber das ist einfach das schöne an Kino. Da gibt es Filme wie „Matrix 2“ und „Matrix 3“, die scheinbar viel erzählen und am Ende doch nur ein recht simples Szenario aufpuschten, und dann gibt es auf der anderen Seite Werke wie "The Score", die nichts aufregendes zu erzählen scheinen, die hinter dieser banalen Fassade aber um so tiefer gehen. Nicht falsch verstehen! "The Score" ist keine große Filmkunst, die uns philosophische oder psychologische Neuanstöße zum eigenen Nachdenken beschert. Aber für einen reinen Unterhaltungsfilm ist er doch recht gewitzt ausgefallen. sehenswert


Weitere Reviews zum Film:

Samstag, 21. Februar 2015

DAS GRAUEN KOMMT UM ZEHN (When a Stranger Calls 1979 Fred Walton)


Ein Detektiv jagt einen geistesgestörten Mörder, der aus der Nervenheilanstalt ausgebrochen ist und einst zwei Kinder tötete und eine Babysitterin mit Telefonanrufen verstörte...


Haben Sie nach den Kindern geschaut?

Man liest recht häufig von „Das Grauen kommt um 10“, gilt er doch allgemein als Klassiker des 70er Jahre-Kinos, aufgrund seiner Thematik theoretisch eine Verwandtschaft aufbauend mit „Halloween - Die Nacht des Grauens“ und „Jessy - Die Treppe in den Tod“. Aufgrund der stets lobenden Worte auf Filmseiten im Internet baut sich da freilich eine gewisse Erwartungshaltung auf. Ich wurde richtig neugierig auf den Film, wunderte mich dass ich ihn als treuen Horror-Fan noch immer nicht kannte und hatte das Bedürfnis diese Lücke möglichst schnell zu schließen - freilich an einem Abend, der wie geschaffen war für solch einen Klassiker. Fred Waltons Werk wollte ich keinesfalls nur mal halbherzig an einem Sonntag Nachmittag für zwischendurch angehen. Eine gewisse Grundstimmung musste herrschen. So dachte ich zumindest. Denn ein Filmmarathon am Wochenende hätte definitiv als Beachtung gereicht.

Atmosphärisch erzählt ist „Das Grauen kommt um Zehn“, das muss ich zugeben, aber seine Geschichte ist doch eher im Bereich des Kriminalfilms angesiedelt, als im Bereich des Horrorfilms, allein schon weil der Killer keine unheimliche Mystik ausstrahlt und weil der Film selbst zwar kurze Spannungsmomente enthält, insgesamt aber doch recht nüchtern ausgefallen ist. Sicherlich ist es gerade die trockene Art des 70er Jahre-Kinos, die ihn vor der Belanglosigkeit und dem Desinteresse des Zuschauers bewahrt, ein großer Klassiker sieht jedoch anders aus, und auch wenn ich manchen Cineasten damit vor den Kopf stoße, aber Fred Waltons 80er Jahre-Werk „Die Horror-Party“ und das Remake des hier besprochenen Films, bei uns erschienen unter dem Titel „Unbekannter Anrufer“, gefielen mir deutlich besser als "Das Grauen kommt um 10", von dem man nicht einmal weiß warum er in Deutschland diesen nicht zum Inhalt passenden Titel bekam.

Versteht mich nicht falsch, es ist eine Freude den Schauspielern bei ihrer Arbeit zuzusehen und den trockenen Szenen zu folgen, die sich noch nicht den Regeln des modernen Kinos anbiedern mussten, sondern stattdessen eine Eigenständigkeit und damit eine Glaubwürdigkeit ausstrahlen, die ich mir oftmals heutzutage zurück wünsche. Aber am Ende von „When a Stranger Calls“ fühlte ich diese Leere. Ich fragte mich ob das nun alles war, so belanglos kam mir die Geschichte vor, mal ganz davon abgesehen wie lieblos ich es empfunden habe auf welche Art und Weise der Autor des Streifens mit seinen Figuren umgeht.

Da wird das was einst vor 7 Jahren geschah nach Ende der Sichtung zum Höhepunkt des Streifens, was die Sache um so ärgerlicher macht, dass man nach diesem Einstieg die Babysitterin links liegen lässt, um sich fortan mit dem Polizisten zu beschäftigen, der, mittlerweile privat als Detektiv arbeitend, nun den Killer jagt, den wir parallel zu den Ermittlungen  bei seiner Tour durch die Großstadt kennen lernen. Und erst am Ende denkt man sich, völlig unpassend zur Psyche und somit zur Glaubwürdigkeit im Verhalten des Gestörten, dass man die Babysitterin von einst ja doch noch mal einbauen könnte, beschert dem Streifen damit schon wieder einen Bruch im Erzählrythmus, und lässt das anvisierte Finale dann nicht einmal stimmig zelebriert stattfinden. Stattdessen wird das Kapitel recht lieblos und flott abgehakt, damit der Film endlich sein Ende findet.

Kurzum: ich empfand die Herangehensweise wie die Geschichte erzählt wird als recht lieblos, so als habe man sich erst während des Drehs entschieden den Film mehr im Horrorbereich als im Kriminalbereich ansiedeln zu wollen. Das zeigt sich auch im recht späten und sehr plötzlichen krampfhaften Einbringen eines kurzen Blicks in die Psyche des Killers, der nun mit einem Mal von sich glaubt nicht existent zu sein, so als müsse man ihm schnell noch einen Hintergrund, einen Sinn, eine Mystik und eine Bedrohlichkeit bescheren. Vielleicht ist das teilweise gar nicht mal verkehrt gedacht, so hilflos und sensibel er uns zuvor serviert wurde, ohne ihn dabei bedrohlich wirken zu lassen und ohne den Einblick in seine Persönlichkeit zu nutzen, um eine Empathie beim Zuschauer hervorzubringen. Ganz im Gegenteil, hier wird knallhart Gut und Böse getrennt, eben typisch für amerikanisches Denken, und so verpufft jeglicher Ansatz großartig inszenierter einzelner Szenen in der Belanglosigkeit der Geschichte gepaart mit der Lieblosigkeit mit der man die einzelnen Elemente zusammenpuzzelt.

Ich war enttäuscht von „Das Grauen kommt um Zehn“ und empfinde das Remake „Unbekannter Anrufer“ trotz seiner etwas zu verkrampften Versuche eine Gruselstimmung aufzubauen, nun nach Kenntniss des Originals als recht mutiges Werk, hat es sich doch zur Aufgabe gemacht die Anfangssequenz der Erstverfilmung zur Hauptgeschichte zu machen, was man nur als sehr lobenswerten und konsequenten Schritt bezeichnen kann. Zudem war es sicher eine Herausforderfung dieses Szenario auf Spielfilmlänge interessant und spannend zu gestalten. Von meiner Seite aus sei also die Neuverfilmung ausnahmsweise einmal eher ans Herz gelegt, als das austauschbare Original, das man Ende der 60er Jahre noch hätte ernst nehmen können. 1979 gedreht steht ihm der Kultstatus den er besitzt meiner Meinung nach jedoch nicht zu, auch wenn er definitiv auch seine positiven Seiten besitzt. mittelmäßig


Weitere Reviews zum Film:

Dienstag, 17. Februar 2015

THE LAST SEVEN (2010 Imran Naqvi)


Sieben Menschen erwachen im menschenleeren London ohne Erinnerung. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden was passiert ist...


Erinnerungsfetzen...

Ein einzelner Mensch erwacht in London, ganz alleine in der großen Stadt. Er wandert umher, findet niemanden und ruft schließlich verzweifelt nach anderen Menschen. Kommt uns bekannt vor? Dies war auch das Anfangsszenario des ebenfalls britischen Horrorfilmes „28 Days Later“. Aber von dem wird man sich den Einstieg ins Geschehen schon klauen dürfen, war er doch schon Anfang der 00er Jahre nichts neues und eigenständiges und abgeguckt von den „Day of the Triffids“-Verfilmungen, ebenso von „The Slime People“ und „Target Earth“ und nicht zu vergessen von „Quiet Earth“. Und da gibt es sicherlich noch mehr was ich nicht kenne oder was mir nicht einfällt, was mit Menschen in einer plötzlich menschenleeren Stadt beginnt.

„The Last Seven“ wird im Gegensatz zu Danny Boyles Werk auch kein Beitrag der Zombie- und Infiziertenwelle. Es tauchen nicht plötzlich Monster aus irgendwelchen Ecken auf. Die Überlebenden laufen mehr oder weniger vereint durch die Stadt, eigentlich recht planlos und auch nicht gerade arg bemüht per Dialog herauszufinden was passiert ist, bis sie nach und nach Teilerinnerungen zurückbekommen, die dem Zuschauer per Rückblick als einzelne Puzzleteile zugespielt werden, bis am Ende klar wird was passiert ist und was das ganze soll.

Das klingt nicht sonderlich aufregend, und das ist es auch nicht, dabei hätte man durchaus etwas daraus machen können, arbeitete doch auch der wesentlich geglücktere „Blair Witch 2“ mit einer vergleichbaren Idee, stellte sich dabei aber auch nicht so idiotisch an wie die Verantwortlichen von „The Last Seven“. Bereits die Besetzung weiß nicht wirklich zu gefallen. Schauspielern sieht anders aus, und wer den Originalton kennt kann hinzufügen: schauspielern hört sich auch anders an. Die deutsche Synchronisation ist nicht wirklich dolle, aber immer noch besser als der amateurhaft gesprochene Originalton, der zusätzlich zur billigen Videooptik Grund für die magere Atmosphäre dieses Streifens ist.

Spannend ist hier nichts, Verzweiflung sieht anders aus, und glaubwürdig ist hier auch nichts. Nach einem halbwegs passablen Einstieg, in welcher der erste Erwachte noch ganz allein ist, beginnen bereits die ersten Momente zu nerven, wenn er auf weitere Überlebende stößt.

Dann ist erst einmal das große Rätseln angesagt, wobei sich der Film seiner Linie nicht treu bleibt und uns bereits Erinnerungslücken zuspielt und Zusammenhänge deutlich macht, bevor auch die Protagonisten auf diese stoßen. Dementsprechend wird das Entpuzzeln der ganzen Sache nicht zur psychologisch kniffeligen und peppigen Angelegenheit, sondern eher zu einer billigen Art erzählen zu können was passiert ist. Wenn im Laufe der Zeit auch noch übernatürliche Geschehnisse passieren ahnt man bereits worauf das Ganze hinauslaufen soll. Das Stehenbleiben aller Uhren im Film zur gleichen Zeit gibt bereits einen ersten Hinweis.

Somit erzählt „The Last Seven“, das Debut von Regisseur Imran Naqvi, nicht viel mehr als das was wir bereits wesentlich spannender im atmosphärisch dichtem „Dead End“ erzählt bekommen haben. Zu dem sollte man eher greifen als zu dieser billigen Videoproduktion, die zwar einige tolle Bilder der leeren Stadt vorzuweisen hat, was aber nicht viel nutzt, wenn man sie nicht in einen stimmigen Farbfilter geschweige denn in ein stimmiges Szenario taucht. Zugegeben: man hält „The Last Seven“ bis zum Schluss durch, immerhin ist die Neugierde geweckt was los ist, und auch wenn man etwas ahnt will man zumindest am Schluss die Bestätigung haben ob man nun richtig lag oder nicht. Aber ein aufregend erzählter Film oder zumindest ein auf simpler Basis unterhaltsamer sieht anders aus! mittelmäßig


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AUDIE UND DER WOLF (Audie and the Wolf 2008 B. Scott O'Malley)



Er ist der letzte Wolf, der vor vielen Generationen mit einem Indianerfluch belegt wurde. Beschützt lebend beim letzten Indianer der sein Geheimnis kennt, verwandelt er sich bei Vollmond immer in einen Menschen. Nun ist der alte Mann tot, der Wolf muss flüchten, denn auch ihn will man töten. Und so landet er dort, wo er laut des alten Indianers niemals landen darf: unter Menschen. Zu dumm dass der Wolf jedes Mal wenn er sich in einen Menschen verwandelt sein Gedächtnis verliert. Sein Hunger nach Fleisch lässt ihn Menschen töten. Versteckt in der Villa seines ersten Opfers wohnend lernt der die schräge Audie kennen, die sich schon immer für Außenseiter interessiert hat. Aber ob die dem erinnerungslosen Mann wirklich helfen kann?...


Indianischer Wermensch...

Ob das verdrehte Angehen der Werwolfs-Thematik nun ein gewitzter Aspekt ist oder nicht, darüber kann man sicherlich streiten. Mich hat diese Idee gelockt, aufgrund des Covers wissend dass es in komödiantischer Form umgesetzt wurde. Zwar hatten mich die Szenenfotos kritisch werden lassen, da sie etwas arg albern wirkten, neugierig wie ich bin habe ich dem recht unbekannten Werk trotzdem eine Chance gegeben und siehe da: er funktioniert. Zwar ist der Komödienschwerpunkt dominant und der des Horrors kaum gegeben, aber „Audie und der Wolf“ reicht dem Horror-Fan versöhnlich die Hand in dem er für seinen Schwerpunkt unerwartet blutig daher kommt und auch die Kettensäge nicht in der Garage stehen lässt.

B. Scott O‘Malley, der zuletzt 1997 für sein Filmdebut namens „Black Future“ verantwortlich war, liefert 11 Jahre später mit seinem zweiten und bislang letzten Film eine hemmungslose Komödie ab, die zwar im Blut schwimmt, glücklicher Weise aber kein Splatstick a la „Braindead“ oder „Dead Snow“ geworden ist, sondern den Lebenssaft fast schon nebenbei fließen lässt. Er ist die groteske Randerscheinung der Extreme in welche sich das Verhalten des Wolfsmenschen aus Verzweiflung hochschaukelt.

Das wirklich tolle an „The Evil Mad“ (Alternativtitel) ist seine unverkrampfte Art. Der Film soll sich nicht über Coolness retten, sein Hauptdarsteller ist sich keiner Peinlichkeit zu schade, meistert diese Aufgabe aber mit Würde anstatt selbst peinlich zu werden, und der Autor stürzt sich mit Freude in die Grundidee der verdrehten Werwolfthematik und denkt deren Konsequenzen aus Komödiensicht immer weiter und lässt sich dabei nicht beirren.

In Anlehnung an eben erwähnten „Braindead“ werden ein paar Zombies im Keller gehortet, die Opfer des Wolfmenschen sterben nämlich leider nicht wirklich. Aber selbst diese Idee verkommt nicht zur blassen Kopie, sind die Zombies doch keine hirnlosen Monster, sondern noch immer zivilisierte Wesen, die zunächst nicht verstehen oder akzeptieren dass sie tot sind und zudem nicht verstehen was sie in diesem Keller sollen. Dabei ist die Antwort ganz klar: John Doe, wie der Wolfsmensch von Audie genannt wird, hat keinen Plan. Irgendwie wird schon alles wieder gut gehen.

Natürlich wird es das nicht und die Situationen werden immer extremer und die sinnbildliche Schlinge schlingt sich immer mehr um Johns Hals. Interessanter Weise ist er dabei meist auf sich allein gestellt, ist Audies Part doch keineswegs so dominant wie der Titel vermuten lässt, obwohl sie tatsächlich die zweitwichtigste Figur dieses Filmes ist. Tatsächlich ist „Audie & the Wolf“ (Originaltitel) aber eine One Man-Show, und da tut es der Rolle der fast schon beiläufigen Audie gut, dass sie so individuell ausgefallen ist und auf einer wirklich witzigen Idee fußt: Audie gerät immer an die Falschen.

Erst Psychopathen und Süchtige - und nun der menschenfressende John Doe, dessen Geheimnis Audie zwar nicht kennt, aber die vielen Eigenarten wie das Pinkeln dort im Haus wo es John gerade passt und das gierige Verschlingen von Fleisch hätten andere Frauen längst flüchten lassen. Es kommt wie es kommt: Audie verliebt sich gar in den tierischen Außenseiter, erkennt zwar nicht die Problematik Johns, macht ihn aber mit Teufelsanbetern, einem dementen Pfarrer und einem trunksüchtigen Arzt bekannt, da John um Hilfe bittet und glaubt etwas Böses in sich zu tragen.

Wie man heraus liest hat „Audie und der Wolf“ immer etwas zu erzählen, und es kümmert niemanden ob das nun alles logisch ist oder nicht. Man versucht den Irrsinn durch ein „was wäre wenn“-Denken möglichst in die Realität zu integrieren, so dass Vermisste logischer Weise gesucht werden oder denkende Zombies logischer Weise nicht ewig kampflos im Keller verweilen, aber letztendlich ist die Komödie solch ein hemmungsloser Comicstrip, dass jegliches Scheitern der Glaubwürdigkeit kein bisschen schadet, eben weil die Kurzweile und die unverkrampfte Art, die niemandem etwas beweisen möchte, hier regiert. Das ist eigentlich eine längst vergessene Kunst im Filmgeschäft, erst recht im Bereich der Horror-Komödien.

Auf viel Gegenliebe wird „Audie und der Wolf“ nicht stoßen, richtet er sich doch an ein Randpublikum und somit weder an das des Mainstreams noch an das des alternativen Mainstreams, welches sich mit den im Laufe der Review genannten Filmbeiträgen abspeisen lässt. O‘Malleys Werk ist eher etwas für Freunde des 80er und 90er Jahre-Kinos, die gerne mal wissen wollen wohin sich die Filmkunst des Popkorn-Bereichs entwickelt hätte, wenn man weiterhin an Stärken dieser vergangenen Dekade festgehalten hätte, bevor sich Coolness, ein Spezialeffekte-Wahn, Inhaltsarmut und mangelndes Psychologie-Verständnis im Kino breit machten. „Audie und der Wolf“ guckt sich keinesfalls selbst wie aus besagten Jahrzehnten stammend, er ist kein blasser Versuch Vergangenes wiederzubeleben. Aber meiner Vorstellung nach ist er ein Beispiel konsequenter Weiterführung des 80er und 90er Jahre-Gedankens wie ein trivialer Unterhaltungsfilm auszusehen habe. unterhaltsam


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Montag, 16. Februar 2015

DER DUMMSCHWÄTZER (Liar Liar 1997 Tom Shadyac)


Da sein Vater Fletcher Reede ihm stehts verspricht Zeit für ihn zu haben und dann doch immer absagt, wünscht sich der kleine Max an seinem sechsten Geburtstag, als Dad auch zur Feier nicht erscheint, dass sein Papa einmal 24 Stunden lang nicht mehr lügen kann. Der Wunsch geht in Erfüllung, was für Fletcher zum Horror wird, ist er doch Anwalt und arbeitet gerade an seiner Beförderung...


Die Freude an der Wahrheit...

Ich liebe Jim Carrey. Er ist einer meiner liebsten Schauspieler, vielleicht sogar der liebste schlechthin. Er ist der einzige Star von dem ich mir tatsächlich jeden Film ansehe, auch jene die eher untypisch für mich sind. Ich mag es wenn er sich in schwierige Rollen hineinversetzt, und ich mag es ebenso wenn er seine umstrittenen Grimassen schneidet. In „Der Dummschwätzer“, einem Film den ich früher sehr gemocht habe, haben mich diese Grimassen bei meiner kürzlichen Neusichtung erstmals richtig gestört.

Da sprechen wir nun nicht von jenen Szenen, die genau auf diese Grimassen setzen. Die sind oftmals umwerfend komisch, z.B. wenn Fletch eine konkurrierende Anwaltskollegin in einem Gerichtssaal nicht anlügen kann, und er seine Antwort auf eine ihrer Fragen gegen den Fluch erkämpfen will und dabei so vulgär und abartig wirkt, dass die Kollegin es für eine beleidigende, kindische Art Fletchs hält auf ihre Frage zu reagieren. Dass Carrey in solchen Momenten improvisieren durfte wie er wollte, beweisen lustige Pannen im Abspann.

Nervig wirkt Carreys Visage immer dann, wenn „Der Dummschwätzer“ emotional wird und man dem eigentlich hochbegabten Schauspieler seine Mimik nicht abkauft, da er in solchen Momenten weiterhin auf Überagieren setzt anstatt auf stille Mimiken. Die Szenen sind ohnehin schon nervig inszeniert, da sie kitschig anstatt ehrlich emotional erzählt sind. Carreys Spiel macht sie jedoch unerträglich. Und je mehr sich Fletch vom Lügner zum guten Vater mausert, der Gefallen an der Ehrlichkeit findet, desto öfter erlebt man solche Szenen, so dass der Film zum Ende hin wahrlich an den Nerven zerrt.

Dass ich mir „Liar Liar“ (Originaltitel) trotzdem auch in Zukunft weiterhin ansehen werde, liegt an der wirklich herrlichen Ideenvielfalt die man aus der Grundidee nicht mehr lügen zu können herausgeholt hat. Ob es die Kommunikation mit einem Richter ist warum und ob man die Verhandlung abbrechen wolle, oder die Antworten während einer Befragung durch einen Polizeibeamten, oder der Kampf gegen den Fluch auf schriftliche Art oder ob es das Frage und Antwort-Spiel mit Fletchers Sekretärin ist, nachdem diese vom Fluch erfahren hat, „Der Dummschwätzer“ ist in solchen Momenten urkomisch und auch in jenen, in denen Fletcher verzweifelt versucht Lügenmomenten aus dem Weg zu gehen. Hier ist auch Carreys Spiel auf einem Hoch, verkommt er doch, wie in den 90er Jahren typisch, zur zu Fleisch gewordenen Comicfigur.

Trotz solch großartiger Momente wünscht man sich Komiker-Kollegen wie Steve Martin in der Rolle Fletchs besetzt, welche den Charakter mit mehr Würde ausgefüllt hätten und trotzdem als Profis ihres Fachs den Zuschauer zum lachen gebracht hätten. Zumindest konnte es Jim Carrey viele Jahre später im humoristisch ähnlich angelegten „Der Ja-Sager“ wieder gut machen, wo er sowohl die komödiantischen als auch die herzlichen Momente meisterte und einen rundum gelungenen Film ablieferte. „Der Dummschwätzer“ hingegen guckt sich arg holprig und wird für Menschen die Carreys Komik nicht mögen wohl zur größten Bewährungsproben all seiner Filme.

Aber auch der Fan des Hauptdarstellers wird nicht so viel Freude wie eigentlich möglich mit dieser Geschichte haben, und das darf bezogen auf die Entstehungszeit schon ein wenig wundern, bedeutete „Der Dummschwätzer“ doch die erneute Zusammenarbeit Carreys mit Regisseur Tom Shadyac, der für den herrlich albernen „Ace Ventura“ verantwortlich war, jene Komödie mit der Carrey zum Star wurde. Auch ihre dritte Zusammenarbeit „Bruce Allmächtig“ aus dem Jahr 2003 fiel ähnlich mager aus. Wahrscheinlich stimmte in der Komödie um den Tierdetektiv einfach die Chemie der Geschichte und weniger die zwischen Regisseur und Hauptdarsteller.

Das kann uns aber auch egal sein, denn abgesehen von den bisher genannten Filmen war es nur noch „Cable Guy“ der nicht wirklich zu gefallen wusste, ansonsten hatte Jim Carrey immer einen Riecher für gute oder zumindest unterhaltsame Filmprojekte und lernte im Laufe seiner Karriere, dass er das Grimassenspiel in emotionalen Momenten auslassen darf um als Schauspieler ernst genommen zu werden. In „Der Dummschwätzer“ war es einfach zu viel des Guten. Manchmal darf man dem Publikum nicht geben was es fordert. Das erkennt man spätestens heute am katastrophalen Zustand von Kinogroßproduktionen und dem TV-Programm der Privaten. mittelmäßig


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Sonntag, 15. Februar 2015

ARACHNOQUAKE (2012 Griff Furst)


Nachdem ein Beben einen großen Spalt in den Boden gerissen hat stehen die Einwohner und Touristen von New Orleans einer unerforschten Bedrohung gegenüber: übergroße, Feuer spuckende Spinnen...


Bohrst Du nach Gas, will die Spinne Spaß...

Im selben Jahr des überraschend spaßigen, für das Massenpublikum aber untauglichen, „Ghostquake“ wurde auch „Arachnoquake“ abgedreht, der mit seiner Thematik eine ganz andere Nische Horrorfilm füllen sollte als der Titel-verwandte Streifen. Es ist der Bereich des Spinnen-Horrors, der egal ob große oder kleine Spinnen vom Freund des Tier-Horrors immer wieder gern gesehen wird, egal ob am Rande eingebracht wie in „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C“ oder „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde 2“, oder im Zentrum stehend wie in „Mörderspinnen“, „Arachnophobia“ oder „Der Kuss der Tarantel“ (wenn bei Letztgenanntem auch nur als Mordwerkzeug eingebracht wie im Ratten-Horror "Willard"). Mal darf außerirdisches Leben für die Bedrohlichkeit der Viecher herhalten, wie in „Arachnid“ und „Angriff der Riesenspinne“ geschehen, mal mutieren die Biester, so wie in „Tarantula“ und „Ice Spiders“, manchmal werden sie aber auch einfach in ihrem gewohnten Lebensraum gestört und geraten somit plötzlich in das Lebensumfeld der Menschen, wie geschehen in „Arachnia“, „Die Rache der schwarzen Spinne“ und dem hier vorliegenden Film: „Arachnoquake“.

Ob klein und giftig oder riesengroß und zerstörend ist eigentlich egal, meist ist das Ergebnis vom Unterhaltungswert her spaßig genug, selbst in den meisten Routinestreifen. Leider reiht sich „Arachnoquake“ neben „Ice Spiders" und „Arachnia" in die eher kurze Reihe der zu langatmigen Sub-Genre-Vertreter ein. Dabei beginnt er eigentlich sehr flott und angenehm und bringt im Gegensatz zu „Warriors of Terror“ und „Zombie King“ den Ex-Promi Edward Furlong mal nicht in einem unbedeutenden Gastauftritt ein, sondern gibt ihm eine richtige Nebenrolle, in welcher sich der mittlerweile recht aufgedunsene Schauspieler zwar kein Bein ausreißen muss, aber zumindest richtiger Bestandteil der Geschichte wird.

Leider verkommt die Regiearbeit von Griff Furst recht schnell zur austauschbaren Routine, womit „Arachnoquake“ das gleiche Schicksal seiner Werke „I Am Omega“ und „Swamp Shark“ teilt. Ein so fröhliches Happening wie sein überraschend geglückter „Ghost Shark“ ist dem guten Mann somit nicht noch einmal geglückt.

Dass aufgrund austauschbarer Charaktere, die wenn überhaupt nur kurzfristig die Sympathie des Zuschauers gewinnen, und einer 08/15 Story, wie sie fast jedes andere SyFy-Pictures-Produkt zu bieten hat, dem Streifen schnell die Luft ausgeht, schien man bereits beim Dreh zu merken, denn ungefähr ab der Mitte der Geschichte bekommen die blinden Arachniden aus dem Erdboden plötzlich die Fähigkeit zugesprochen Feuer zu spucken (was die Wespen in dem im selben Jahr produzierten „Dragon Wasps“ ebenfalls nur beiläufig konnten).

Den Film bringt dieser Einfall allerdings so gar nicht in Schwung. Da hilft es ihm schon mehr wie sich die Riesenspinnen auf dem Wasser fortbewegen, was witzig und bedrohlich zugleich wirkt - immerhin, das ist schon mehr als andere Billigfilmchen bieten. Gegen Ende bekommt „Arachnoquake“ dann doch noch etwas mehr Power, dann dürfen wir dem Kampf gegen die Königin beiwohnen, ein wahrlich hartnäckiges Biest, und zum Ende hin spielt die Fähigkeit des Feuerspuckens doch noch eine wirklich wichtige Rolle - vielleicht wurde an diese Idee doch schon von Anfang an gedacht, was aber die Frage aufwirft, warum die Viecher so lange klassisch Menschen attackierten, anstatt mit ihnen ein Barbecue zu veranstalten.

Dafür dass die Spinnen, wie zur Entstehungszeit üblich, mit dem Computer animiert sind, sehen sie für eine schnell zusammengeschusterte TV-Produktion recht akzeptabel aus. Ihre Herkunft ist nicht zu verleugnen, wirklich griffig echt sieht das nicht aus, aber die Arachniden wirken zumindest nicht so plastisch glattpoliert wie in „Ice Spiders“, wohl jenem Film zu diesem Thema, der „Arachnoquake“ am ähnlichsten ist.

„Spider War“ (Alternativtitel) bewegt sich also in so ziemlich jedem Punkt im Mittelmaß und bietet damit eine Routine die geduldige Stammzuschauer durchhalten können, viele andere jedoch ermüden wird. Ich habe mir nach etwa 45 Minuten eine Zusatzbeschäftigung gesucht um den Streifen bis zum Schluss durchhalten zu können. Das ist echt schade, denn nach der Anfangsszene und dem gelungenen Einführen der Hauptfigur war ich echt guter Dinge der Film könne auf simpler Ebene ähnlich gut unterhalten wie sein Namensvetter „Ghostquake“. Glücklicher Weise scheitert der Film in einer Nische, die von allerhand brauchbararen Werken bevölkert wird, so dass der Filmfreund einfach zu einem anderen Horrorbeitrag mit achtbeiniger Bedrohung greifen kann. mittelmäßig


Weitere Reviews zum Film:

Sonntag, 8. Februar 2015

BRUTAL RELAX (2010 Adrián Cardona)


Ein leicht reizbarer Patient einer Nervenheilanstalt soll kurz vor Vollendung seiner Heilung noch angenehme Tage am Meer verbringen und dabei jeglicher Aggression aus dem Weg gehen. Selbst als Zombies dem Meer entsteigen bleibt der gute Mann ruhig, immerhin weiß sein Walkman ihn zu beruhigen. Aber dann geben plötzlich die Batterien ihren Geist auf...


Wenn Bud Spencer je auf Zombies gestoßen wäre...

Wer auf das von Peter Jackson mit „Bad Taste" begründete Sub-Genre des Splatstick steht und 15 Minuten seines Lebens entbehren kann, der wird Freude haben mit dem spanischen Kurzfilm „Brutal Relax“, der sich nach einer kurzen Einführung in der Klinik auf das wesentliche seiner Geschichte konzentriert. Es ist dem Wahnsinn der Hauptfigur zu verdanken, dass er nicht zu den ersten Opfern der Wesen, die dem Meer entsteigen, gehört, hat er sich doch eine gemütliche Schlammpfütze ausgesucht in die er sich hineingesetzt hat, und nach einem gemütlichen Bad im Schlamm sieht er gut getarnt den kurz darauf auftauchenden Biestern doch recht ähnlich.

Es ist nicht ganz klar ob die Viecher nun Zombies oder Dämonen sein sollen. Ihr grünes Blut und der Text im Abspann sprechen für Dämonen. Die komplette Chose erinnert jedoch wesentlich mehr an das was Zombies- und Infizierten-Horrorfilme der letzten Jahre so hervorgebracht haben, vielleicht einmal abgesehen von Lamberto Bavas „Dance of the Demons“-Reihe, in welcher die Dämonen ein ähnliches Blutbad anrichteten wie im Zombie-Genre und die ebenso Vorbild für „Brutal Relax“ gewesen sein könnten.

Man liest es schon anhand der Geschichte heraus: „Brutal Relax“ ist als Komödie konzipiert und verlässt sich fast hauptsächlich auf die durch die übertriebene Brutalität zelebrierte Komik, was mittlerweile keine Seltenheit mehr im Horror-Genre ist. Werke wie „Dead Snow“, „Evil Aliens“ und Co genießen trotz lediglich erreichtem Mittelmaß ihren Kult-Ruf, sich einzig auf den Ekel-Gag ausruhend. Dass dieser kleine spanische Kurzfilm wesentlich mehr Freude bereitet als das was üblicher Weise auf Splatstick-Art zelebriert wird, liegt nicht nur an der kurzen und damit erträglicheren Laufzeit (wobei „Brutal Relax“ auch wirklich nicht viel länger als seine 15 Minuten hätte laufen dürfen), es liegt auch an der unverkrampften, verspielten Art mit welcher sich der Film auf charmante Art freiwillig im Trash suhlt.

Dieses Rezept kommt auch den Spezialeffekten zugute, die zwar handgemachte Effekte mit denen aus dem Computer mischen, aber das sterrile unechte CGI-Gematsche drängt sich leider wesentlich mehr auf. Was in jedem anderen Film stören würde, wird hier durch die freiwillig schundige und manchmal absichtlich schlecht umgesetzte Art aufgefangen, so dass viele der Computermomente aufgrund der Umstände tatsächlich zu gefallen wissen. Zumindest passt dieses unechte Schlachtfest zum Reststil des Streifens, was allein ein Blick auf die Dämonenzombies selbst zeigt.

Meiner Meinung nach sollten Zombies viel öfter so aussehen wie hier eingesetzt. Das ist ein Mix aus schundig, charmant und wirkungsvoll, wenn vom Aufwand her auch nicht sonderlich verzwickt umzusetzen. Die Biester sind eine Augenweide für jeden Freund monströser Schundware, erinnern an manchen Italo-Beitrag der ersten harten Zombiewelle, was aber auch das einzige ist das einen gewissen Retro-Charme enthält. Zugegeben, wenn die Zombies dem Wasser entsteigen erinnert das ein wenig an Ken Wiederhorns 70er Jahre-Streifen „Schreckensmacht der Zombies“, aufgrund der Location sogar ein wenig an "Horror of Party Beach", aber es sind nur kurze Momente von Atmosphäre die hier eingefangen werden. Im Zentrum steht das Schlachtfest und die Komik, und damit lässt sich der aktuelle Zeitgeist auch gar nicht übersehen.

Der Abspann bleibt mit dem Zeigen von Urlaubsfotos, die nach dem Massaker aufgenommen wurden, so witzig wie der Film selbst, den sollte man also unbedingt mitgeguckt haben, allein schon weil der allerletzte Schluss-Gag eine Idee zum Hintergrund der Geschichte und eine wesentlich schwierigere Herausforderung für unseren Helden für eine mögliche Fortsetzung bereit hält. „Brutal Relax“ mag in keinster Weise innovativ sein und ruht sich etwas arg penetrant auf seiner blutrünstigen Komik aus. Aber er macht Spaß und hat durchaus Potential als Grundlage für eine Langfilm-Produktion herzuhalten. Ich habe allerdings keine Ahnung ob da schon wer beim Regie-Trio diesbezüglich angefragt hat oder nicht. unterhaltsam


Weitere Reviews zum Film:

THE FARM - SURVIVE THE DEAD (Farm 2011 Hank Bausch u.a.)


Es ist etwa ein Jahr her dass ein Großteil der Menschheit von einer Zombieepidemie überrascht und getötet wurde. Zwei Brüder leben völlig selbstständig auf einer einsam gelegenen Farm. Sie regeln einen relativ normalen Alltag abseits des Untergangsszenarios. Eines Tages steht eine fremde junge Frau in ihrer Wohnung und bittet um Hilfe...


Vier Hühner...

Dass sich „The Farm - Survive the Dead“ nicht dem Massengeschmack anbiedern möchte und nicht nur für schnell verdientes Geld in der noch immer stark beliebten Zombie-Welle gedreht wurde, merkt man bereits an dem schlichten Titel „Farm“ (Originaltitel), der im Gegensatz zum Beititel der deutschen Veröffentlichung auf jeglichen Verweis der im Film auftretenden Kreaturen verzichtet. Dieser Horrorbeitrag ist ein Debutfilm, produktionstechnisch nah am Amateurfilm angesiedelt, fast so selbstständig auf die Beine gestellt wie der Alltag auf der titelgebenden Farm in der Geschichte selbst. Häufig wiederholen sich im Abspann Namen. Der Genrebeitrag ist ein sehr persönlich durchgezogenes Werk.

Die Ambitionen der Regisseure Hank Bausch und Andrew M. Jackson sind lobenswert und verdienen Respekt, aber selbst auf die schlichte unter 80 Minuten laufende Länge des Streifens weiß das Werk nicht wirklich zu überzeugen. Das beginnt bereits bei der sanft untermalenden Klaviermusik in welche „Farm“ getaucht ist. Theoretisch eine gute Idee, praktisch jedoch zu gewollt und gar nicht prickelnd komponiert. Schade! Auch das ewige Ausweichen im Dialog, der ständige Verzicht über Konkretes zu sprechen wirkt nicht echt und bremst den Film aus anstatt ihn interessanter zu machen.

Sicherlich hätte bei mehr Geld ein professionelleres Abfilmen, sprich schönere Bilder, die in der Theorie so großartig klingende Anderasartigkeit unterstützen und zu einem guten Ergebnis führen können. Aber dieses zu sterile Videobild, das fast wie selbstgedreht abgefilmt wirkt, weiß diesen Minimalismus nicht zu stützen, der leider zu gewollt daher kommt. „Farm“ ist nicht schlecht. Er ist nett erzählt und bietet manch interessante kleine Idee. Filminteressierte jenseits des Mainstreams können mit genug zurückgeschraubten Erwartungen durchaus einen Blick riskieren, verkehrt ist der Film nicht ausgefallen. Aber bei aller Liebe zu diesem Projekt fehlt ihm der letzte Schliff, damit ich von einem Film sprechen könnte, der sich als schlichte Unterhaltung wirklich lohnen würde. Das ist echt schade, denn es hängt echtes Herzblut an diesem Streifen.

Leider wissen die Darsteller nicht wirklich zu überzeugen. Es sind Amateure, und sie geben ihr bestes, was man daran sieht dass sie zumindest nicht so arg stümperhaft agieren wie in manch echtem Amateurfilm a la „Infekt“, „Dark Area“ oder „Zombie Bloodbath“. Aber für ein stilles, minimalistisches Werk das an sich selbst einen gewissen Anspruch stellt, ist das leider nicht genug. Zumal dem Streifen zum wahren Tiefsinn die interessanten philosophischen Ideen fehlen. Minimalismus allein macht noch keine Kunst aus, stellt aber trotzdem innerhalb des Genres, und erst recht betrachtet für einen Independent-Film, eine Ausnahme dar, weswegen „The Farm“ meiner Meinung nach definitiv eine Daseinsberechtigung inmitten des sonst so austauschbaren Zombieeinerleis besitzt.

Wenn alles etwas professioneller angegangen wäre und doch nicht auf Fremdhilfe verzichtet worden wäre, hätte aus dem kleinen Debutfilm durchaus mehr werden können als der sympathische, lobenswerte und gewagte Versuch der all zu oft erzählten Zombiethematik anders zu begegnen. Eben weil hier Anfänger am Werk waren lohnt sich trotzdem ein Blick. Zumindest haben es die Regisseure geschafft einen Film zu drehen dem man mühelos bis zum Schluss folgen kann, zumindest wenn man kein reiner Gorehound ist. Die (anbei klassisch langsam vor sich hin schlurfenden) Zombies sind innerhalb des Streifens rar gesät, so wie es die Story bereits vermuten lässt. Dementsprechend fließt auch der Lebenssaft sehr selten und die Action spielt nur in der letzten Reihe angesiedelt eine Rolle.

Doch auch wenn die Dramatik lobenswerter Weise zum Hauptaspekt erklärt wird darf man den Spannungsbogen nicht fast gänzlich aus den Augen lassen. Doch gerade dies ist Bausch und Jackson passiert. Als Übungsfeld weiß „The Farm“ zumindest Theoretikern wie mir zu gefallen. Am Unterhaltungswert, der auch in minimalistisch gehaltenen anspruchsvolleren Werken eine Rolle spielt, muss noch gearbeitet werden. Der ist noch nicht auf einem Spielfilm-füllenden Niveau angelangt. Aber all die positiven Elemente des Streifens und die lobenswerten andersartigen Ansätze machen zumindest neugierig auf eventuelle zukünftige Projekte des Teams. Potential ist definitiv vorhanden. mittelmäßig


Weitere Reviews zum Film:

ZOMBEX - WALKING OF THE DEAD (ZombeX 2013 Jesse Dayton)


Ein nicht ausreichend getestetes Medikament gegen Depressionen verwandelt Menschen in blutrünstige Ungeheuer...


Hirntod durch Antidepressiva...

Hin und wieder wird versucht billigsten Produktionen quantitativen Mehrwert zu bescheren indem man semi-bekannte, ehemals bekannte oder Genre-bekannte Persönlichkeiten in Gastauftritten einbaut. Jesse Dayton, der vier Jahre nach seinem Mitwirken in Rob Zombies „Halloween 2“ glaubte der Menschheit ebenfalls einen Horrorfilm bescheren zu müssen, hat sich für sein Debut „ZombeX“ Corey Feldman, Sid Haig, Malcolm McDowell und einen Lew Temple, der angeblich durch die Erfolgsserie „The Walking Dead“ berühmt wäre, eigentlich aber nur in acht Folgen mitgespielt hat, an Bord geholt, was sicherlich dafür gesorgt hat dass manch einer zur DVD gegriffen hat.

Aber wo ein „Zombie King“, der auf gleiche Art ein Publikum locken wollte (in diesem Falle mit Corey Feldman und Edward Furlong), gerade noch die Kurve kriegt um einem wenigstens ein Hauch Interesse herauszupressen, da scheitert „ZombeX“, der im deutschen im Zuge eben erwähnten TV-Serien-Erfolges in „ZombeX - Walking of the Dead“ umgetauft wurde, auf der ganzen Linie. Schon die ersten Bilder hinterlassen keinen guten Eindruck. Der Farbfilter wirkt sperrig, dunkel und trist, der Schnitt versucht all zu deutlich Unzulänglichkeiten in der Umsetzung zu kaschieren, was die zu langsam geratenen Actionmomente nicht weniger langsam inszeniert wirken lässt, und insgesamt wirkt doch alles arg uninspiriert und stümperhaft umgesetzt.

Immerhin reiht sich diesmal nicht die Deutschvertonung in die schlechten Botschaften die ich hier verkünden muss mit ein. Rein vom Klang her griff man diesmal nicht auf Porno-Synchro-Niveau zurück, eine Seltenheit bei solchen Billigst-Produktionen. Auch die Zombies können sich sehen lassen. Die hätten es eigentlich verdient in einem mittelmäßigen Film auftauchen zu dürfen, anstatt in einem dem Zuschauer Energie raubenden Schundprodukt, dem jeglicher Unterhaltungswert fehlt.

Wie zu erwarten hat die Geschichte selbst der immergleichen Zombie- und Infiziertenleier nichts Neues hinzuzufügen. In alter Sub-Genre-Tradition wird selbstverständlich Gesellschaftskritik mit eingebaut. „ZombeX“ konzentriert sich diesbezüglich hauptsächlich auf die Pharmaindustrie und dem unachtsamen Umgang der Amerikaner mit deren Produkten. Einen zusätzlichen Reiz beschert das dem müden Streifen in seiner unterhaltungsfeindlichen Umsetzung kein bisschen. Für kurze Momente weiß da schon eher das Aufkommen einer Männerfreundschaft zwischen Radiomoderator und Musiker den Zuschauer aus seiner Lethargie zu wecken, zumindest wenn man mit solch stillen Faktoren eines Filmes etwas anzufangen weiß - was bedeutet: dem durchschnittlichen Horror-Fan wird dies erst recht nicht über seine Enttäuschung hinweg helfen.

Um den Film damit in einen halbwegs erträglichen Bereich gekippt zu bekommen fehlt dieser Zutat die Konsequenz die Geschichte an ihr orientiert weiter zu erzählen. Dieser kurze Ausflug den oberflächlichen Figuren ein wenig Tiefgang bzw. handfesten Charakter zu bescheren wird nicht weiter ausgeführt und nach kurzem Aufflammen links liegen gelassen. Aber was soll‘s! Schade wäre dies nur in einem besseren Film gewesen, so aber bleibt „ZombeX“ das was er bereits zuvor war: ein Langeweiler, eine billig zusammengeschusterte Produktion für den DVD-Markt zu einem Sub-Genre, das ohnehin schon besagten Markt so sehr überflutet, dass es dem Zombieinteressierten bereits nicht mehr gelingt den Überblick für brauchbare Produktionen zu behalten. Im Vergleich zu „ZombeX“ bereiten selbst unangenehme Zombieerfahrungen wie „Terror Z“ mehr Vergnügen. Die hielten zumindest bis zum Schluss wach. schlecht


Weitere Reviews zum Film:

Sonntag, 1. Februar 2015

ALIENS ARSENAL (1999 David DeCoteau)


Zwei Teenager entdecken im Keller ihrer Schule einen geheimen Raum, in welchem Aliens Waffen, Kampfanzüge und manch andere technologische Spielerei versteckt haben. Der Loser von den beiden nutzt das Zeug um sich an seinen Peinigern zu rächen. Zu dumm nur dass die Aliens zurückgekehrt sind um ihren Besitz zurückzufordern. Denn gerade jetzt steht der Zeitpunkt kurz bevor an dem die Menschheit ausgelöscht werden soll. Nun haben die Teens plötzlich ernstere Probleme als das alltägliche Mobbing. Sie müssen die Menschheit retten...


Billy Idol-Klone aus dem All...

Ziemlich genau 10 Jahre vor dem hier besprochenen Film drehte David DeCoteau im Auftrag Charles Bands den wunderbar albernen „Dr. Alien“, eine Science Fiction-Komödie in welcher sich Teenager Aliens zu Wehr setzen mussten. Auf anspruchslose Art bereitete der Streifen mir viel Freude, sicherlich auch aufgrund seines wunderbaren 80er Jahre-Flairs. Dass dies ein Film aus dem Ende der 90er Jahre nicht bieten kann ist klar, dennoch war ich höchst neugierig ob DeCoteau für Charles Band wieder so etwas lustiges auf die Beine gestellt hat wie damals. Teenager, Aliens und das Genre Komödie waren immerhin wieder vertreten und das Fehlen schlüpfriger Sexwitzchen ist eine Zutat die ich bei lustiger Umsetzung nicht vermisst hätte. Leider ist „Aliens Arsenal“ nicht so lustig ausgefallen wie die Geschichte eines Teenagers, der durch Alienexperimente zum Sexmutanten wurde.

Einen sympathischen Darsteller wie Billy Jacoby, der viel am Gelingen von „Dr. Alien“ ausgemacht hat, sucht man hier vergebens. Zwar werden uns keine Hassgesichter vorgesetzt, die einem die Laune verderben, aber sympathisch sieht anders aus. Innovativ im übrigen auch. Nutze Coteau in den 80ern noch die Klischees um sie in den meisten Fällen mit anarchistischen Touch zu veralbern, so klammert sich der Vieldreher diesmal stattdessen an ihnen fest.

Egal ob es um Stereotype oder der 08/15-Handlung geklonter immergleicher Geschichten geht, an „Aliens Arsenal“ weiß nichts zu überraschen - außer vielleicht die hier gelebte Mentalität, die uns eine Welt zeigt in welcher eine Gesellschaft bereits derart in der Popkultur lebt, dass das unerwartete Auftauchen eines Superhelden oder das Arbeitsangebot eines Außerirdischen nichts außergewöhnliches mehr darstellt. Überrascht ist hier niemand. Kinogeschichten gehören zur Realität. Erschreckend! Hoffentlich ist es in Amerika nicht wirklich so.

„Aliens Arsenal“ weiß auf routinierter Ebene sich mal mehr mal weniger mühsam Richtung Finale zu bewegen. Aufregend ist hier nichts, wirklich witzig auch nicht, aber irgendwie schafft es DeCoteau dass man dranbleiben kann, wenn man nichts besseres zu tun hat. Natürlich ist alles vorhersehbar und besagte Klischees werden so selbstverständlich eingehalten, dass es oft auf Kosten von Zusammenhang und Logik geht. Aber da gibt es schlimmere Filme als dass ich mich ausgerechnet über diese kleine Popel-Produktion aufregen würde. „Aliens Arsenal“ ist so ziemlich das geworden was ich von einem 90er Jahre familienfreundlichen US-Science Fiction-Produkt erwartet hätte, wenn ich „Dr. Alien“ nicht gekannt hätte.

Zumindest ist der Streifen nicht so sehr auf Action getrimmt und so knallbunt ausgefallen wie der noch oberflächlichere, unterhaltungsfeindliche „Spy Kids“. Aber „Aliens Arsenal“ ist zumindest von der Seele her ähnlich leer und austauschbar ausgefallen. Trotzdem ist er zwar durchaus guckbar, aber aufgrund dem Fehlen eines echten Unterhaltungswertes auch schnell wieder vergessen - und das zu Recht. Erstaunlich dass es ausgerechnet solch eine Charles Band-Produktion auf den deutschen DVD-Markt geschafft hat, wogegen ich auf „Killjoy“ und manch anderes Werke dieses Mannes noch heute warte - und auch auf seinen „Dr. Alien“, der aufgrund seines Genres und seines Alters wohl ebenso wenig realistische Chancen auf eine Veröffentlichung hat wie manch wahre Kult-Hits a la „Summer School“ oder „Kleiner Spinner“. mittelmäßig