Mittwoch, 7. Oktober 2015

DIE UNGLAUBLICHE REISE IN EINEM VERRÜCKTEN RAUMSCHIFF (Airplane 2: The Sequel 1982 Ken Finkleman)


Der erste Raumflug für Touristen steht an. Ted Striker, Testpilot der Flugzeug-ähnlichen Rakete, warnte vor Fehlern in der Maschine, woraufhin er in eine Nervenheilanstalt gesteckt wurde. Striker gelingt die Flucht, gelangt mit auf die Mayflower I, eigentlich um seine Ex-Freundin Elane zu warnen, aber da sind die beiden auch schon mittendrin im Chaos, denn der Bordcomputer hat die Kontrolle übernommen und verfügt über ein Selbstverteidigungsmechanismus. Als der Pilot ausfällt muss Striker ans Steuer...


Die unglaubliche Wiederholung verrückter Witze aus dem Vorgänger...

Die Autoren und Regisseure Jerry Zucker, Jim Abrahams und David Zucker standen für die Fortsetzung von „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ nicht mehr zur Verfügung, und so braucht man bereits im Vorfeld nicht mehr mit einer solch qualitativen Komödie zu rechnen, wie sie üblich für das Trio ist („Die nackte Kanone“, „Kentucky Fried Movie“, ...). Obwohl die Story relativ anders klingt mit ihrem durch die „Krieg der Sterne“-Welle zur Pflicht gewordenen Science Fiction-Einfluss, erweist sie sich doch lediglich als Wiederaufguss der bereits in Teil 1 erzählten Geschichte, leicht variiert und mit ein paar Problemen mehr an Bord als die bloße Notlandung einer Flugmaschine, aber diese Änderungen sind kaum der Rede wert.

Wo Teil 1 genau wusste was es von den Vorbildern wie zu verarschen gab, reicht es den Verantwortlichen von „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff“ Werke aus dem Science Fiction-Bereich möglichst deutlich erkennbar für den schnellen Gag einzubauen. Da darf man das Raumschiff Enterprise sichten, E.T. huscht für einen schnellen, recht plumpen Gag vorbei, und ein Teil des Hauptstory-Strangs orientiert sich an Kubricks „2001 - Odysee im Weltraum“. Das Kennen der Vorbilder ist jedoch nicht von Bedeutung, sie werden eher zitiert als in ihrem Kern wahrlich parodiert, womit der Streifen mit der wesentlich später auf der Bildfläche erscheinenden „Scary Movie“-Reihe zu vergleichen wäre, die ähnlich locker leicht daher kommt, ohne Tiefe in der Komik zu beweisen.

Nicht nur die Geschichte wird ein zweites Mal aufgefrischt, auch allerhand Witze, meist präsentiert von den selben Figuren welche von den selben Schauspielern aus Teil 1 dargestellt werden, sind wortwörtlich mit an Bord. Da wird dreister Ideenklau des Vorgängers betrieben, sicherlich auch als Verbeugung gedacht, aber einfallsreich ist dieses Gag-Recycling sicherlich nicht.

Das erstaunliche an „Airplane 2 - The Sequel“ (Originaltitel) ist jedoch, dass er mit heruntergeschraubten Erwartungen nicht nur trotzdem funktioniert, sondern u.a. auch deshalb. Die Figuren hat man liebgewonnen, das Wiederholen der Gags weiß zu gefallen, und ein Großteil dieser erstaunlich überraschenden Wirkung erntet der Film aus der Spielfreude der talentierten Darsteller und der Hemmungslosigkeit, mit der man einfach eine relativ kurze Laufzeit mit möglichst vielen Witzchen anreichern wollte, hauptsächlich mit herrlich blöden Flachköppern.

Im Gegensatz zu Teil 1 weiß ein großer Teil der Gags nicht zu ziehen, und den anspruchsvolleren Humor kann man diesmal vergebens suchen. Aber ein guter Anteil der permanent auf den Zuschauer losgefeuerten Gags weiß eben doch zu belustigen, und hin und wieder ist auch wieder ein richtig genialer Witz dabei, so z.B. die völlig idiotische Idee, dass jemand in einer lebensgefährlichen Situatuion, wenn in Zeitlupe eine Bombe durch die Luft fliegt, den Blick nach unten senkt um kurz auf die Uhr zu starren. Für solche Momente liebe ich diese eigentlich recht flache Fortsetzung.

Glücklicher Weise vergeht die Stimmung nicht nach halber Laufzeit oder nach spätestens einer Stunde, ein Zustand der bei fast reiner Gag-Wiederholung durchaus denkbar wäre. In „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff“ kommt dem Unterhaltungswert die Umschwenkung auf die Mond-Crew im letzten Drittel sehr entgegen, welche der Geschichte mit neuen Gesichtern und anderer Möglichkeiten noch einmal eine kleine Portion Zusatz-Zunder beschert, und das liegt mitunter am herrlich selbstironischen Spiel William Shatners, der in einigen der besten Momente dabei sein darf. Ein Monitor der keiner ist, das kurzfristige Abrutschen in den Wahnsinn aufgrund blinkender Lichter, oder die sich ewig aufschaukelnde Beschreibung dessen, dass Striker nun das Sagen hat sind alles großartige humoristische Momente, für welche ich die Fortsetzung eines eigentlich wesentlich besseren Originalfilmes dann doch nicht missen möchte.


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