Zunächst einmal klingt das Konzept im Schatten der geglückten Science Fiction-Komödie „Attack the Block“ gar nicht schlecht. Man nehme drei Komödien-erfahrene Schauspieler, die jeweils ihre eigene Art Komik mit an Bord bringen, und lasse diese eine Gruppe Versager spielen, die ihr Selbstwertgefühl (ob bewusst oder unbewusst) durch die Gründung einer Bürgerwehr puschen. Dann lasse man diese auf eine Alieninvasion stoßen, was schon härtere Kerle überfordern würde. Daraus hätte sicherlich etwas individuell Sehenswertes wie „The World's End“ werden können, hätten nicht unzählige Produzenten am Rezept herumgedoktort, um am Ende den möglichst massentauglichsten Kompromiss auf die Beine zu stellen, der bloß keinem Zuschauer vor den Kopf stoßen soll.
Herausgekommen ist deshalb selbstverständlich eine überraschungsfreie Komödie mit zurückhaltendem Witz, die viel zu brav ausgefallen ist und mögliche Kritik an Gesellschaft, Medien und Politik an einer solch kurzen Leine führt, dass davon eigentlich nichts mehr zu spüren ist. Glücklicher Weise ist die Charakterzeichnung der jeweiligen Figuren genau auf den jeweiligen Schauspieler zugeschrieben, so dass zumindest die Komiker in ihrer gebremsten Art noch zu wirken wissen. Jonah Hill bleibt dabei am lustigsten, wenn er als bei seiner Mutter wohnender Möchtegern-Ultraharter mit billigen Tricks immer versucht die Film-Ehefrau von Ben Stiller zu knutschen, um auch einmal etwas vom anderen Geschlecht zu haben.
Stiller selbst mimt den Spießer-Kontrollfreak mit solch herrlichen Macken, dass es eine Freude ist ihm in sein Gesicht zu sehen, dessen Mimik jegliche Anwesenheit von Selbstbewusstsein vermissen lässt. Vince Vaughn hingegen darf wieder die Partysau herauslassen, was er auf seine eigene Art zu meistern weiß. Und als stille Andeutung an das eigentliche Vorbild „Ghostbusters“ stößt noch ein Quotenschwarzer ins Quartett hinzu, verkörpert von Richard Ayoade, der sich neben der berühmten Gesichter zu beweisen weiß, spielt er den wunderlichen Sonderling doch gekonnt zwischen Zurückhaltung und Übertreibung, was ihn zu einer schrägen, aber nicht zu dominanten Comicfigur werden lässt.
„The Watch - Nachbarn der 3. Art“ plätschert routiniert amüsant vor sich hin, peppt das manchmal zu müde Geschehen mit ordentlichen Spezialeffekten auf, so dass der Streifen gerade eben, ohne Besonderheiten im Gepäck zu haben, zu funktionieren weiß. Dass der Film dabei gegen Ende an Tempo verliert, wenn er alles zum vorhersehbaren Schluss führen muss und dabei mental auch gerne den Bereich der Fragwürdigkeit streift, ist nicht weiter wild, hat man sich als Zuschauer, der es bis dahin geschafft hat, doch ohnehin bereits mit wenig abgegeben und im Finale nicht mehr als das Abgelieferte erwartet.
Es ist nicht von der Hand zu weisen wie schade es um die verworfenen Möglichkeiten ist. Gerade Ben Stiller hätte ich es gewünscht endlich einmal wieder in einer richtig guten Komödie mit zu spielen, Talent genug besitzt der gute Mann definitiv. Aber zumindest kann man „Neighborhood Watch“ (Alternativtitel) als kleinen anspruchslosen Film für zwischendurch durchaus schauen. Langweile sieht anders aus, die Effekte sind zumindest auf echtem Kinoniveau, und amüsant genug ist dieses sich etwas zu sehr auf den Plot verlassende Drehbuch immerhin doch noch ausgefallen, z.B. mittels der lustigen Nebenfiguren, allen voran die völlig untauglichen Polizisten, die es glücklicher Weise auch ins Finale geschafft haben. OFDb
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