Dienstag, 30. Juli 2013

DAS HALSTUCH (1962 Hans Quest)


Als eine Leiche aufgefunden wird, stellt dies Inspektor Yates vor eine schwierige Aufgabe. Zwar gibt es eine Zeugenaussage, die einen reichen Verleger zu den engen Verdächtigen werden lässt, doch Yates bleibt kritisch ob dieser wirklich der Mörder ist, selbst als sich der Verleger als Lügner herausstellt. Im Gegensatz zu dem was er dem Kriminalisten gegenüber beteuerte, kannte er die Verstorbene sehr wohl...


Das englische Tuch...

Eine Kriminalgeschichte in England spielend mit der klassischen „Wer ist der Mörder?“-Frage, das war in den 60er Jahren in Deutschland ein sehr beliebtes Rezept, nicht allein aufgrund der berühmten Edgar Wallace-Reihe, welche die Rialto-Studios in die Kinos brachte, aber auf jeden Fall durch diese stark beeinflusst. Was auf 90 Minuten im Kino wirkt, muss noch nicht auf etwa 210 Minuten im Fernsehen funktionieren. Aber seinerzeit ging die Rechnung auf. Damals als Sechsteiler im Fernsehen ausgestrahlt, kam das von Hans Quest inszenierte Stück derart gut an, dass es Einschaltquoten von bis zu 89 Prozent absahnte, so sehr war das Publikum an der Auflösung des Kriminalfalles interressiert, und so wurde „Das Halstuch“ als sogenannter Straßenfeger legendär.

Ebenso legendär ist die Geschichte darüber, dass Wolfgang Neuss vor Ausstrahlung der letzten Folge den Täter bekannt gab, um mehr Menschen vom Fernseher weg und ins Kino hinein zu locken. Dieser log witziger Weise, nannte per Zufall jedoch den wahren Täter. Die Zuschauer waren seinerzeit erbost und haben Neuss dieses Verhalten nicht verziehen.

Seit der Erstausstrahlung sind 52 Jahre vergangen. Da darf man mit Recht kritisch werden bei dem Gedanken ob ein Kriminalfilm auf diese Lauflänge auch heute noch zu funktionieren weiß. Von meiner Seite aus kann ich jedoch nur sagen, dass ich wunderbar unterhalten wurde. „Das Halstuch“ ist simpel, schlicht und soll lediglich unterhalten. Eine hoch knifflige Geschichte braucht hier also niemand zu erwarten, aber es funktioniert. „Das Halstuch“ weiß mit einfachem Stil zu unterhalten, so sehr, dass man den mittlerweile auf drei Teilen konzipierten Film in einem Rutsch durch schauen kann. Meiner Meinung nach sollte man dies auch tun, ist das Nostalgie-Feeling doch so schön, wenn man gerade mittendrin ist, und sind die kleinen Subplots und die kleineren Rollennamen doch damit einfacher zu merken.

„Das Halstuch“ ist ein sogenanntes Fernsehspiel, das sich von üblichen Serien, zumindest wie wir sie heute kennen, unterscheidet. Das Setting ist auf Theaterniveau und soll auch so sein, Außenaufnahmen gibt es relativ wenige und mit ihr auch Actionszenen im weitesten Sinne. In „Das Halstuch“ wird fast pausenlos geredet, und das ist sein Trumpf. Ähnlich wie Hitchcocks „Bei Anruf Mord“ entsteht der Spannungsbogen fast allein über die Dialoge, und das ist schon ein kleines Talent für sich.

„Das Halstuch“ nimmt sich nicht so ernst, soll nicht nur leicht unterhalten sondern auch von leichter Hand produziert sein. Da darf auch mal die Kamera versehentlich wo gegen kommen, ohne dass gleich neu gedreht wird, und da darf ein Schauspieler auch mal nicht sofort den Jackenärmel beim Anziehen finden. Das nimmt man alles nicht so streng. All diese kleinen Patzer, die eigentlich keine sind, sondern erst aus der heute so unnötigen Perfektion als solche betrachtet werden, sind Teilverursacher dieses naiven Charmes, den die Produktion einen auch noch beim heutigen Sichten beschert.

Mit an Bord ist Wallace-Veteran Heinz Drache als Ermittler, der ebenso spielt wie in der Kino-Reihe, was sicherlich kein Nachteil ist. Auch Horst Tappert, den man viel zu selten in anderen Rollen als in „Derrick“ sah, ist mit dabei und weiß zu überzeugen. Albert Lieven gefällt in der zweitwichtigsten Rolle als Verleger Clifton Morris. Und auch Dieter Borsche ist mit dabei, wenn auch in einer etwas uninteressanteren Rolle. Margot Trooger und Erica Beer sind als die weiblichen Zugpferde mit an Bord, und  Hellmut Lange darf auch eine wichtige Figur spielen.

Die Frage wer der Mörder ist steht tatsächlich im Mittelpunkt. Verdächtig sind nicht viele, aber genug, und einer der üblichen Verdächtigen ist es dann auch, man kann also drauf kommen, aber lediglich durch Raten. Per Kombination kommt man da nicht weit, und so ist es schön, dass die Täteraufdeckung nicht nur in ihrer Auflösung gelungen ist, sondern auch durch den Weg dorthin. Yates hat im Laufe der 3 Folgen einiges an kleinen Fallen aufgebaut und eingestreut, die für die Ermittlungen bedeutender sind als sie zunächst unscheinbar in die Geschichte integriert wirkten. Gut so!

Insgesamt weiß „Das Halstuch“ also auch heute noch zu gefallen, zwar weniger durch seinen Spannungsbogen, als viel mehr durch seinen nostalgischen Charme, der durch die Leichtfüßigkeit der Verwirklichung eines solchen Projektes geprägt ist im Vergleich zur strengen Engstirnigkeit heutiger ständig anvisierter Perfektion, die im Trivialunterhaltungs-Bereich überhaupt nicht nötig wäre. Aber auch auf dieser Basis braucht sich der Film nicht zu verstecken, zumal Figuren und Situationen auch heute noch zu interessieren wissen. Zudem läuft Quests Werk nie Gefahr lächerlich zu wirken, so wie es manchen Kinoproduktionen dieser Zeit erging. Unfreiwillig komisch ist hier nichts wirklich, lediglich befremdlich wirkt manches mit über 50 Jahren Abstand. Allein wie viel hier unverkrampft geraucht wird, eben weil die Gesellschaft in solchen Punkten damals freier war als wir heute, wirkt mittlerweile recht ungewöhnlich.


Freitag, 26. Juli 2013

HESHER - DER REBELL (Hesher 2010 Spencer Susser)


Plötzlich ist er da: Hesher wohnt ungefragt im Haus der Familie von T.J., einem 13jährigen Jungen der jüngst seine Mutter verloren hat. Von seinem alten Wohnort, einem verlassenen Haus, wurde er durch ein Fehlverhalten T.J.s vertrieben, nun geht Hesher nicht mehr fort. Da die Familie durch die Trauerverarbeitung ziemlich verstört ist, kümmert es niemandem einen ungehobelten Tagedieb mitzuernähren...


Teenager in Love...

Wenn man eine Figur wie Hesher sagen hört: „Aus Dir werde ich nicht schlau“, dann hat das schon einen gewissen humoristischen Reiz, ist es doch gerade ein Mensch wie Hesher, der einen immer wieder herausfordert. Sein Benehmen ist unterste Schublade, sein Tun nie vorauszusehen, die Beweggründe ein Rätsel. Der junge Mann ist ein Anarchist (und kein Rebell wie uns der deutsche Beititel weismachen möchte), egoistisch und gewaltbereit. Er ist ein Kiffer, ein Rocker, ein Musiker, ein Sprayer, ein Brandstifter, ein Schnorrer, er ist alles was er gerade möchte. Mit der Intelligenz hapert es freilich ein wenig, aber inmitten dieses verstörten Charakters findet sich ein kleiner Hauch Gerechtigkeitsempfinden und Mitgefühl, genau jene Zutat, die den Zuschauer noch manches Mal überraschen wird, glaubt dieser durch die Existenz dieser Randerscheinungen in Heshers Charakter doch, er wüsste wie die Geschichte in etwa verlaufen wird. Fehlgeschlagen!

Ja, es ist eine lustige Aussage in diesem Drama, wenn die Worte „Aus Dir werde ich nicht schlau“ aus dem Mund eines Typen wie Heshers kommen. Aber er hat nicht unrecht. Der im deutschen Titel fehlinterpretierte Rebell wäre viel eher der 13jährige T.J., der in seiner Trauerverarbeitung und in seiner Enttäuschung dem Vater gegenüber, der sich seit dem Tod seiner Frau hat gehen lassen, seinen eigenen Weg sucht mit Problemen fertig zu werden, und da gibt es so einige. T.J. ist wütend, wird von so ziemlich jedem Erwachsenen enttäuscht, und das treibt ihn, ebenso wie sein aufblühendes Interesse an einer erwachsenen Frau, zu außergewöhnlichen Taten, Taten die Menschen verletzen und von einem gewissen Egoismus gelenkt sind.

Eine Parallele zu Hesher ist da durchaus gegeben. Im Gegensatz zu ihm verstehen wir T.J. allerdings. Er ist die Identifikationsfigur in diesem Film. Wir wissen dass dieser Egoismus T.J. hilft sich von der Erwachsenenwelt freizukämpfen, die ihn im Stich lässt. Er muss frei sein um selbst erwachsen werden zu können. Wir wissen dass es verstörte Gefühle sind, mit welchen der 13jährige erst einmal lernen muss umzugehen. Und wir wissen dass er viele fragwürdige Dinge tut um dem Gedenken an seiner toten Mutter zu würdigen. Er hat Beweggründe. Hesher hat diese nicht. Selbst wenn gegen Ende das Geheimnis Hesher ein wenig beleuchtet wird, so bleiben die Beweggründe dieses außergewöhnlichen Mannes doch weiterhin ein Rätsel.

„Hesher“ ist durchaus witzig erzählt, ist im Grunde jedoch ein Drama. Eine Geschichte die relativ nichtig klingt wird durch die Charaktere wie ein Motor am Leben erhalten und beschert einem ein individuelles Filmerlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. „Hesher“ ist anders, so wie sein titelgebender Charakter, im Gegensatz zu diesem ist er jedoch sensibel. In leisen Tönen und gemütlichem Tempo entwickelt sich die Geschichte um ein Gruppe von Menschen, aus deren Verhalten man einfach nicht schlau wird. Die Psychologie der Figuren stimmt, und deshalb orientiert sich die Geschichte auch richtiger Weise an diesen und nicht an irgendwelchen Regeln wie eine Geschichte angeblich zu verlaufen hätte. Das guckt sich frisch und anders und auch interessant.

Während Regie, Kameraarbeit, Maske und die Verantwortlichen für die Kostüme, Casting und den Schnitt alle ein großes Lob verdienen, gibt es auf der Seite der Schauspieler ebenfalls nur Positives zu berichten. Devin Brochu liefert die tollste Kinderleistung seit langem ab, wirkt tatsächlich in jeder Szene glaubwürdig und authentisch (wie der Rest anbei auch) und funktioniert mit dieser kindlichen Art als Identifikationsfigur. Er ist keine dieser Hass-Gestalten am amerikanischen Kinohimmel, ein kleiner Erwachsener im Körper eines Kindes, nein, T.J. IST ein Kind, er ist glaubwürdig, das wichtigste Adjektiv des ganzen Filmes. Da gibt es nichts das nicht glaubwürdig wäre. Da mag es noch so skurrile Situationen und wunderliche Verhaltensweisen geben, sie wirken stets authentisch.

Rainn Wilson überzeugt als depressiver Papa und zeigt erst in einem späten Rückblick seine Vielseitigkeit, die man in seinem hervorragenden Spiel schon zuvor vermutet hat. Joseph Gordon-Levitt erinnert in seiner äußerlichen Aufmachung ein wenig an einen Keanu Reeves im Freak-Stil, was ich positiv meine, auch wenn Reeves nicht gerade ein Vorbild guten Schauspiels ist. Man könnte glauben Gordon-Levitt würde sich selber spielen, so echt mimt er den asozialen Außenseiter. Und Piper Laurie, eines der bekanntesten Gesichter dieses Independent-Filmes, trumpft ein erneutes Mal mit sensiblem Schauspiel und hat alle Sympathien auf ihrer Seite, was nicht schwer ist als einzige Figur im Film, deren Verhalten nicht sonderbar ist. Sie ist die einzige im Vordergrund stehende Figur, auf welche Heshers Satz „Aus Dir werde ich nicht schlau“ nicht zutrifft.

In einer Nebenrolle agiert professionell wie meist Natalie Portman, bei der es mich besonders freut, dass sie in einem außergewöhnlichen Film mit anspruchsvoller Herausforderung mitspielen darf, wirkt sie in Werken wie den Teilen 4 bis 6 von „Star Wars“ doch stark unterfordert. Aber zu „Hesher“ scheint sie sich selbst verholfen zu haben, ist sie doch Mitproduzentin dieses Streifens und damit eine Förderin des gehobenen US-Kinos, eine Nische die der Kinozuschauer in Deutschland so gut wie gar nicht mitbekommt, obwohl diese Nische immer wieder Schätze wie „Lars und die Frauen“, „Broken Flowers“, „Donnie Darko“ und „Vergiss mein nicht!“ hervorbringt, alles Filme die dem europäischen Kino die Hand reichen können. „Donnie Darko“ wurde im übrigen von Drew Barrymore mitproduziert. Da können sich die beiden Damen ruhig die Hand reichen bei so viel Gespür für gute Stoffe und bei so viel Mut.

„Hesher“ lässt sich in keine Schublade stecken. Klar, er ist definitiv ein Drama, da gibt es nichts dran zu rütteln, aber er ist ein außergewöhnliches, das sich nicht gerade wie ein Drama guckt. Verbohrte Stammzuschauer dieses Genres werden mit „Hesher“ relativ wenig anfangen können, lebt er die Anarcho-Art seines Helden doch zwanglos aus. Da dürfte manch einer Probleme mit haben. Interessanter Weise ist der Film jedoch kein Plädoyer für Anarchismus, was man nun fälschlicher Weise glauben könnte. Im Gegenteil, „Hesher“ frönt den demokratischen Gedanken der Gleichberechtigung, dem Gedanken der Menschenrechte. In „Hesher“ werden alle Figuren vorurteilsfrei akzeptiert wie sie sind, völlig frei von Kritik, selbst dann wenn sie anderen schaden. Menschen schaden anderen Menschen nun einmal. So ist das Leben. Aber sie helfen auch einander. Und manchmal kommt diese Hilfe aus einer überraschenden Richtung. Manchmal kommt sie auf ganz beschissene Art daher. Und auch davon handelt Spencer Sussers Regie-Debut.

Spencer Susser, der auch das Drehbuch schrieb, hat Respekt vor seinen Figuren, Respekt vor der Individualität. Und deswegen wirkt der Film auch in seiner unverkrampften Art. Deswegen schaut er sich eigenständig, unverbraucht und frisch. Der Film löst sich von den Regeln des Standard-Kinos Amerikas, jedoch nicht um zu rebellieren, sondern um zu zeigen was Kino sein kann. Kino kann nah am Leben orientiert sein und dennoch mitreißen. Kino kann leise erzählt sein und trotzdem auf den Putz hauen. Und Kino kann sensibel sein ohne peinlich oder kitschig zu werden. Kino kann wie der Film „Hesher“ sein. Meist ist Kino jedoch leider eher wie die Figur des Hesher.

Mittwoch, 24. Juli 2013

PIRANHA 2 (Piranha 3DD 2012 John Gulager)


Diesmal geraten die Piranhas in einen Freizeitpark, der gerade Neueröffnung hat...


Pool Piranhas...

Manch einer mag denken, dass es einfach wäre die Rezeptur Blut, nackte Haut und Party von Ajas „Piranha“ anzuwenden, um zu einem ebenso gelungenem Ergebnis zu kommen. Aber die Fortsetzung macht deutlich wo für manche Filmschaffenden die Grenzen liegen, und dass man doch ein gewisses Gespür für den Feinschliff braucht, auch bei einem eher anspruchslosen Produkt, um das Beste aus etwas Simplem herauszuholen. Nicht falsch verstehen, auch Gulagers „Piranha 2“ macht Spaß, aber eben auch nur auf einem Niveau das man vom Genre Tier-Horror ohnehin erwartet. Teil 1 war die Art Sommer-Blockbuster die auch Fremde dieses Sub-Genres mitreißen konnte.

An sich funktioniert „Piranha 2“ ganz gut. Und er macht mit dem Originaltitel „Piranha 3DD“ deutlich, dass es ihm wieder viel um nackte Haut gehen wird, welch herrlicher Einfall. Die Piranhas sind weiterhin sympathisch animiert, wie gehabt, blutig wird‘s auch, und der Spaß sie in einem Schwimmbad wüten zu lassen ist genau die Art Trash, welche die Fortsetzung als Story nötig hatte, wenn auch angelehnt an „Der weiße Hai 3“, der diese Location jedoch viel zu ernst nahm.

Dieser Fehler passiert Gulager und seinen Autoren nicht, was bereits die Einleitung zeigt, in welcher wir erfahren welche Neuerungen der neue Besitzer aufzieht um verzweifelt an mehr Gäste zu kommen, sehr zum Widerwillen der Mitbesitzerin, die weniger Anteile besitzt und somit nichts zu melden hat. Eine echte Kritik an dem Bösewicht dieses Filmes ist dies jedoch nicht, dienen seine Einfälle doch den voyeuristischen Schauwerten des Filmes, und da macht er auch kein geheucheltes Geheimnis draus. „Piranha 2“ soll ein große Jungs-Film wie sein Vorgänger sein, und das ist er auch geworden.

Leider ist die Fortsetzung etwas bemühter ausgefallen als ihr Vorgänger. Das beginnt bei der Musik, die Partystimmung verursachen soll, aber doch nicht wirklich mitreißen kann. Das geht weiter mit den Storys am Rande, von denen eigentlich nur das Nackedei-Bad zu interessieren weiß. Und es gipfelt in der ohnehin nicht zu Ende erzählten Idee, dass mancher gebissene Überlebende Piranhas in sich ausbrütet. Diese Vermischung von Mensch und Tier war schon das kleine Zu-Viel in „Black Sheep“, nun hat es auch die „Piranha“-Reihe befallen. Also bitte, für die nächste Fortsetzung: Finger weg von diesem Bereich der Geschichte und lieber am Cliffhanger ansetzen, der ähnlich gelungen ist wie jener aus Teil 1.

Eine Erwähnung wert wäre der längere Gastauftritt von David Hasselhoff, der nicht ganz so skurril daher kommt wie jener seinerzeit aus „Der SpongeBob Schwammkopf Film“, sich in Sachen Selbstironie aber nicht zu verstecken braucht. O.k., sie mag etwas gekünstelt wirken, allein schon weil dies Hasselhoffs letzte Chance zu sein scheint überhaupt noch für etwas in der Öffentlichkeit brauchbar zu sein. Dennoch gehört eine ordentliche Portion Mut dazu sich so absichtlich würdelos witzig darzustellen wie hier geschehen. Hasselhoff bereichert den Film trotz dieser auf Nummer sicher gesetzten Rezeptur ungemein.

Leider sind die anderen Gastauftritte nicht so wirksam. Christopher Lloyds Auftritt ist nicht wirklich gut in die Geschichte integriert, und trotz manch kurzer, netter Momente ist er doch sehr unterfordert. Ein überraschend Überlebender aus Teil 1 wird anfänglich recht geglückt eingebracht, wird im großen Final-Massaker dann aber für ein paar Actionsequenzen verheizt, was mal wieder das kleine Zu-Viel des Guten wurde. Schade!

Aber: diese Negativpunkte schaden wie erwähnt nur dem nötigen Schliff der Fortsetzung. „Piranha XXL“ (Alternativtitel) ist dennoch eine runde Sache, gerade im Vergleich mit Konkurrenzprodukten, sicherlich auch weil er im Gegensatz zu den meisten vergleichbaren Werken eine Kinoproduktion ist. Das gibt ihm einen gewissen Vorteil. Von der unfreiwilligen Komik eines „Bait - Haie im Supermarkt“ ist er jedoch durch seine gelungene Selbstironie geschützt. Gulager, der Mann der mit „Feast“ nicht gerade einen gelungenen Start ins Horror-Fach abgeliefert hatte, weiß immer welches Niveau er gerade serviert und ist sich über die Trash-Rezeptur im klaren.

Das wäre ja auch schade wenn nicht, müsste man doch so blind, taub und doof sein wie die Verantwortlichen der Veröffentlichungen der meisten The Asylum-Produkte um es nicht erkennen zu können. „Piranha 2“ verlangt kein großes Können von seinen Beteiligten, deswegen weiß er so gut zu funktionieren. Dennoch ist er mit Blick auf Ajas Regiearbeit ein Lehrstück darüber was den nötigen Kleinschliff auch in Trash-Produkten ausmachen kann. Qualitätsunterschiede gibt es nun einmal immer -  selbst im Vollschrott. Doch zu dieser Kategorie gehört die „Piranha“-Reihe in ihrer liebevollen Machart aber ohnehin nicht. Da können nicht einmal Titten, hohle Teens und Killerfische drüber wegtäuschen.

Dienstag, 23. Juli 2013

PIRANHA (2010 Alexandre Aja)


Ausgerechnet während des Spring-Breaks geraten versehentlich freigesetzte, todgeglaubte Urzeit-Piranhas in den Lake Victoria und greifen die Party feiernden Badegäste an...


Uralt und doch mit festen Zähnen gesegnet...

Wer für diesen Sommer noch einen feucht-fröhlichen Video-Tipp passend zum Wetter benötigt, und so wie ich Neuerscheinungen meist erst Jahre später entdeckt, dem rate ich zu „Piranha“, der freilich kein Geheim-Tipp mehr ist, so gut wie er von der Horror-Fan-Gemeinde angenommen wurde, aber das hat Qualitäts-technisch ja leider nicht immer etwas zu bedeuten. Im Falle von Ajas Remake von Joe Dantes „Piranhas“ aus den 70er Jahren kann ich jedoch grünes Licht geben. Der Hype ist berechtigt. Der Film macht ordentlich Laune.

Freilich erfindet Aja das Rad nicht neu, und so kann man zu Recht kritisch sein wenn es darum geht sich einen Film anschauen zu sollen, dessen Thema auf Video (meist mit Haien) todgeritten wird. Aber Ajas weiß mit welcher Inszenierung er der ausgelutschten Story begegnen muss, und die orientiert sich an den so quantitativen Punkten flotter Sound, viel nackte Haut und ordentlich Blut. So plump das klingt: es funktioniert nicht nur, es rockt.

Schön selbstironisch, dabei aber ehrlich zu sich selbst, kommt die Nebenstory um einen Pornofilmer daher, der spielfreudig von Jerry O‘Connell verkörpert wird. Seinem Sub-Plot verdanken wir jede Menge weibliche Freizügigkeiten, die ebenso wie die Szene eines abgebissenen Pimmels zeigt, wie losgelöst die Amis mittlerweile von ihrer einstigen Prüderie sind. Die Verantwortlichen dieser traurigen Vergangenheit Hollywoods, die Verfechter des Christentums, werden am Rande gleich mit verarscht, zwar kurz, aber dafür treffsicher als Demonstranten gegen den viel zu freizügigen Spring-Break.

Ohnehin ist der Grundton von „Piranha“ lustiger Natur, und das lebt man nicht nur in wunderbar ekligen und fiesen Goreszenen aus (die dank kranker Ideen nicht immer nur den Piranhas zuzuschreiben sind), was ein Glück ist, zeigten doch Filme wie „Dead Snow“ wie unbefriedigend eine Horror-Komödie ist, die einzig darauf achtet. Nein, auch die Figuren und die kleinen Situationen die diese erleben wissen humoristisch zu wirken, auch wenn große Lacher meist den kleinen Schmunzlern weichen müssen.

Die Piranhas sind dank des hohen Produktionsniveaus ein Augenschmaus, und Ajas liebt es mit Ideen zu jonglieren wie er sie optisch eingefangen kriegt und was er sie alles anstellen lassen kann, damit der Film nicht zu monoton ausfällt. Und da kommt einiges an fiesen Momenten zusammen. An Zeigefreudigkeit mangelt es dem Film in keiner Nische, und so wird der Freund anspruchsloser Popkorn-Unterhaltung bestens bedient.

Die Schauspieler schlagen sich alle wacker, die obligatorische Love Story kommt süß und nicht all zu wichtig daher, und kleine Gastauftritte absolvieren Richard Dreyfuss (der als „weiße Hai“-Veteran bereits vor dem Vorspann ableben darf) und „Doc Brown“ Christopher Lloyd, den es auch in die Fortsetzung gezogen hat, die gerade mal zwei Jahre später erscheinen sollte.

Viel zu sagen gibt es ansonsten nicht. Ajas, ein Regisseur dessen Filme meiner Meinung nach qualitativ immer sehr unterschiedlich ausfallen, macht das beste aus einem längst ausgeschöpften Thema und holt dabei ein Ergebnis heraus, das ich der Story gar nicht mehr zugetraut hätte. Dass er sich hierfür stark von Joe Dantes Original distanziert war wohl eine gute Entscheidung. Vielleicht hätte dies das erste Remake namens „Die Rückkehr der Piranhas“ ebenso machen sollen, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Andererseits, warum wird ein Werk wie Ajas Tier-Horror dann als Remake angekündigt? Man stelle sich mal vor jeder auf Video erschienende Hai-Film würde als Remake von Spielbergs großem Blockbuster beworben werden. „Piranha“ sollte man also als eigenständiges Werk einer nicht eigenständigen Idee ansehen. Filme wie diese machen den heißen Sommer erträglicher.

CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK (Charlie And The Chocolate Factory 2005 Tim Burton)


Seit 15 Jahren hat niemand Wonkas Schokoladendfabrik betreten, doch nun dürfen 5 Kinder in Begleitung mit je einem Erwachsenen an einer Tour teilnehmen, jene Auserwählte die auf eines der fünf goldenen Tickets gestoßen sind, welche auf der ganzen Welt verteilt in fünf Tafeln Wonka-Schokolade versteckt waren. Auch der in ärmlichen Verhältnissen hausende Charlie darf an der Führung teilnehmen und staunt nicht schlecht was ihn da drinnen all Wunderliches erwartet...


Was ist denn bloß mit Willi los?...

Dank der Serie „Die Simpsons“ und im speziellen dank Milhouse‘s Vater wissen wir auf welch fantastische Art Kekse und Cracker in einer Fabrik entstehen. Regisseur Tim Burton entführte uns 2005 in die Welt der Schokoladenfabrik Willy Wonkas, basierend auf einem Kinderbuch der 60er Jahre, welches bereits in den 70er Jahren verfilmt wurde, damals noch kindgerecht und als Musical verpackt. Burtons Film kann sicherlich auch von Kindern geguckt werden, sein Publikum ist in erster Linie jedoch der erwachsene Zuschauer, so morbide wie Burtons Stil in all dem bunten Treiben hervorsticht.

Mag sein, dass bereits das Buch diesen Stil besitzt und sich damit speziell für Burton anbot. Ich weiß es nicht. Möglich wäre es jedoch, denn der Kult-Regisseur verlässt in der kompletten Laufzeit nie die typische Art und Weise wie ein Kinderbuch erzählt ist, vergleichbar z.B. mit „Horton hört ein Hu“. Figuren werden in größter Klischee-Übertreibung präsentiert, die Fabrik ist ein kunterbunter Spielplatz, auch wenn in ihr allerhand Gefahren lauern, und Wonka selbst, perfekt verkörpert von Johnny Depp, ist ein Sonderling mit kindlichem Gemüt, eine Art Kind im Mann a la Michael Jackson, das, seit es fern von zu Hause ist, keine Erziehung mehr genoss und scheinbar auch keine eigene Entwicklung Richtung Erwachsen werden hinter sich zu haben scheint.

Depp spielt mit sichtlichem Spaß an der Freude, verkörpert er Wonka doch mit all den Eigenschaften eines Kindes, den positiven wie den egoistischen Seiten, jedoch ohne je Würde zu verlieren und herumzualbern. Wonka wirkt optisch ebenso künstlich wie die wundersame Welt die er in der Fabrik erschaffen hat. Und nicht erst dort herrschen die typischen Gesetzmäßigkeiten, die nur für Kinderbücher und Kinderfilme gelten. Es ist wichtig, dass der Film bereits zuvor auf den Spuren der Vorlage wandert, ansonsten würde man als Zuschauer einen erheblichen Bruch erleben, bei all den Gefahren die in der Fabrik lauern und der Art und Weise wie mit den Folgen dieser Gefahren umgegangen wird. Nah an kindlicher Gesellschaftskritik orientiert ist dieses Medium in diesem Stil kein Ort für Themen wie Verklagen und anderweitige erwachsene Aspekte. Burton orientiert sich an das Kind im Manne, zwar auf recht erwachsene Art, aber eben nicht auf Kosten des Buches.

Thematisch geht es viel mehr um die Wichtigkeiten im Leben, jene die auch gerne auf Kitsch-Art in Disney-Filmen thematisiert werden. Familie ist das wichtigste im Leben, aber eben auch der richtige Einfluss dieser. Und so führt die Geschichte allerhand Produkte unrichtiger Erziehung vor, jene die in einem Disney-Werk und in den von ihnen beeinflussten anderweitigen amerikanischen Familienfilmen, aufgrund politischer Korrektheit gerne schön geredet werden. Durfte der Fettsack in Spielbergs „Hook“ (kein Disney, ich weiß) am Ende neuer Peter Pan werden, zeigt Burton auf groteske Art was wirklich der Hintergrund einer solch verantwortungslosen Verfettung ist. Auch die typische „Du kannst alles erreichen wenn Du nur willst“-Art, die der Disney-Konzern in seinen familientauglichen Werken immer wieder gerne propagiert, wird kritisch mittels einer der kindlichen Wettbewerbs-Gewinner hinterfragt und erlebt folgerichtig eine deftige Abrechnung.

Die restlichen Kritikpunkte, das Verwöhnen und der falsche Umgang mit für Kinder fragwürdigen Medien, haben mit der anzuprangernden Disney-Sicht nichts mehr zu tun, sind aber ebensolche wichtigen Beispiele wie Erziehung falsch laufen könnte. „Charlie und die Schokoladenfabrik“ zeigt deutlich warum es richtig war, dass Disney sich damals nach „Frankenweenie“ von Burton trennen musste. Ihre Mentalität passte einfach nicht zusammen. Ich habe noch keines der Spielfilm-Werke gesehen, seit beide Parteien wieder zusammen gefunden haben, aber es verwundert mich nicht, dass Burton-Fans scheinbar mit neueren Filmen nicht warm werden, in welchen der Regisseur wieder für den Micky Maus-Konzern tätig wurde.

„Charlie und die Schokoladenfabrik“ ist jedoch noch Burton pur, ein Fest für die Augen, eine Massage für das kindliche Gemüt mit Vorliebe fürs Morbide und exzellent besetzt. Neben der großartigen Darstellung Johnny Depps glänzt in erster Linie David Kelly als Charlies Großvater, jener Mann der mein Cineastenherz mit seiner Rolle in „Lang lebe Ned Devine!“ vor Jahren erobert hat und der leider 2012 von uns ging. Seine Spielfreude ist auch in diesem wundervollen Film spürbar, auch wenn er zunächst lange Zeit nur im Bett liegen darf. In einer kleinen Nebenrolle ist die Anwesenheit Christopher Lees noch erwähnenswert, der zum wichtigsten Faktor wird, wenn der Frage nachgegangen wird, warum ein kindliches Gemüt und Ideenreichtum trotzdem nicht automatisch zu Glückseligkeit führen.

Es wäre jedoch ungerecht einen gewissen Schauspieler nicht zu erwähnen, und das ist nicht die Hauptrolle des jungen Charlie wie man meinen könnte, so oft wie Kinder im Vorspann trotz hervorragender Leistungen hinter den großen Namen anstehen müssen. Freddie Highmore spielt Charlie ordentlich, aber nicht auf erwähnenswerte Art. Nein, mein Blick geht eher Richtung Deep Roy, der dank modernster Computertechnik jeden einzelnen Oompa Loompa verkörpern durfte, der für Wonka in der Fabrik arbeitet. Inmitten all der schrillen und schrägen Figuren darf er die exotischsten verkörpern. Und wer den Film gesehen hat, wird sich nicht wundern dass es in den 60er Jahren gerade die Figuren der Oompa Loompas waren, die Autor Roald Dahl erheblichen Arger mit der Kritik einbrachten, so nah wie sie an einer Art bereitwilligen Sklaventum angesiedelt sind, stets erpicht auf Arbeit und mit minimalem Lohn zufrieden.

Aber ein solcher Kritikpunkt ist viel zu sehr in der Erwachsenenwelt zu Hause und widerspricht der kindlichen Vorstellung in welcher diese Figuren angesiedelt sind. Dennoch ist es verständlich dass dieses Thema gerade zur Veröffentlichungszeit ein recht brisantes war. Ebenso wie in der Zweitauflage des Buches und denen die dieser folgen sollten, ist die Darstellung der Oompa Loompas in Burtons Film weit entfernt von einem afrikanischen Stil. Die Arbeiter werden zu reinen Fantasiewesen aus einem nicht existenten Land, und Burton nutzt ihre Anwesenheit für den einzigen Verweis auf die Erstverfilmung: mit jedem bestraften Kind fangen die Oompa Loompas an zu singen. „Charlie und die Schokoladenfabrik“ wird damit nie wie die namensgleiche erste Verfilmung zum Musical, aber die Verwandtschaft zu den singenden Munchkins aus „Das zauberhafte Land“ ist in diesen Sequenzen nicht zu übersehen.

Man merkt mit wie viel Freude und Herzblut die Beteiligten am Werk waren. Computeranimationen dienen trotz der großen Bilderschau nie zum Selbstzweck eines „Hinter dem Horizont“ oder „Harry Potter“, und nur selten bekommt man das Gefühl, dass das Treiben in der Fabrik sich zu sehr dem jungen Publikum anbiedert. Meist hat Burton den Stoff im Griff, und nachträglich ist man dankbar dafür, dass kein anderer auf dem Regiestuhl Platz nehmen durfte. Wer zu viel Realitätsnähe erwartet ist im falschen Film. „Charlie und die Schokoladenfabrik“ ist großes Fantasy-Popkornkino mit Köpfchen, eng am Stile eines Kinderbuches orientiert und doch mit Hauptaugenmerk auf das erwachsene Publikum umgesetzt. Welch wundervoller Mix!

Montag, 22. Juli 2013

SCHLOSS DES SCHRECKENS (The Innocents 1961 Jack Clayton)


Miss Giddens kommt als neues Kindermädchen auf den Landsitz ihres Arbeitgebers, der als Vormund der Zöglinge nichts mit ihnen anzufangen weiß, in der Stadt wohnt und alle Entscheidungen der Erziehung Miss Giddens überlässt. Nach einer herzlichen Zeit der Eingewöhnung sieht die junge Frau immer öfter geisterhafte Gestalten. Sie ist der festen Überzeugung, dass die Kinder unter dem Bann von Geistern stehen und möchte sie befreien...


Spuk oder Wahn?...

Zwei Jahre bevor die Amerikaner mit „Bis das Blut gefriert“ den wohl gruseligsten Spuk-Horror seiner Zeit abliefern sollten, in welchem es ebenso wie hier um die Frage nach echtem Spuk oder der möglichen Wahnvorstellung der Heldin geht, lieferten die Engländer mit „Schloss des Schreckens“ einen Genrebeitrag ab, der sich auch heute noch sehen lassen kann. Da das Thema in der viktorianischen Zeit spielt, schaut sich der in schwarzweiß gehaltene Film vom Ablauf her geradezu zeitlos unterhaltsam, auch wenn die Art der Spannungserzeugung das Herstellungsjahr verrät.

Neben dem Jahr, in welchem die Geschichte spielt, ist aber auch die Handlung wichtig für diesen immergrünen Unterhaltungs-Effekt, ist doch auch das Thema nicht sonderlich angestaubt, in welchem sich immer wieder die Frage gestellt wird, ob wir es hier mit dem Wahn einer Pfarrerstochter zu tun haben, oder mit von Geistern besessenen Kindern, die befreit werden müssen. War der eventuelle Wahn nur Teilaspekt in „Bis das Blut gefriert“ und ein gewisser Spukanteil tatsächlich vorhanden, so ließe sich die Handlung von „The Innocents“ (Originaltitel) auch als reines Hirngespinst der Gouvernante deuten. Eine Auflösung diesbezüglich gibt es nicht.

Das ist auch das schöne an dem Film, denn er funktioniert auf beiden Ebenen. Nie lässt er eine von beiden Möglichkeiten durch etwas Gesagtes oder Gezeigtes derart wackeln, dass es nicht mehr möglich wäre. Umgekehrt zeigt er nie zu viel was einer Seite vollends recht geben könnte. In diesem Punkt ist das Drehbuch wirklich hervorragend zu nennen, und Regisseur Jack Clayton, der in seiner Karriere lediglich acht Langfilme fertig stellen sollte, weiß es die Zügel richtig anzuziehen, um seine Geschichte spannend zu erzählen und den Zuschauer selbst ins Ungewisse hinabgleiten zu lassen, so dass dieser irgendwann fast auf einer Wahrnehmungsebene mit der von Miss Giddens ist.

So gruselig wie ein „Bis das Blut gefriert“ wird diese erste von vier Verfilmungen der Erzählung „The Turn Of The Screw“ nie, inszenatorisch braucht sie sich vor ihm jedoch nicht zu verstecken, auch wenn die Kamera nie so künstlerisch wertvoll arbeitet wie dort und die Inneneinrichtung nie so skurril und detailverliebt vorgenommen wurde wie im Vergleichsfilm. Solche Vergleiche sind ohnehin unfair, ist der US-Film aus dem Jahre 1963 doch schließlich ein Kunstfilm, „Schloss des Schreckens“ jedoch auch professionell und anspruchsvoll in Szene gesetzt. Hier wie dort versteht man die Psychologie der Figuren und der Geschichte.

Wolf Rillas britischer Erfolgsfilm des Science Fiction-Kinos, „Das Dorf der Verdammten“, war gerade ein Jahr her, als Clayton mit einem weiteren Film um böse Kinder aufwartete. Auch wenn es hier nur um möglicherweise böse Kinder geht, so weiß der Regisseur diese doch mit den begrenzten Mitteln seiner Zeit wirken zu lassen, einer Zeit in der man im Gegensatz zu heute noch seine Probleme gehabt hätte sie metzelnd ins Bild zu setzen. Nicht dass dies mit der Geschichte vom „Schloss des Schreckens“ überhaupt möglich/nötig gewesen wäre, aber die Psyche eines Kindes zu dieser Zeit war während eines Drehs noch heilig. Die Wirtschaft dominierte noch nicht über allen anderen Aspekten des Lebens. Und so war es nicht einfach mit simplen Mitteln eine Fragwürdigkeit des kindlichen Verhaltens darzustellen.

All zu weit ausschweifend hätte man da ohnehin nicht arbeiten dürfen, gäbe es doch sonst den zwiegespaltenen Effekt nicht, von welchem der fertige Film lebt. Das Verhalten der Kinder kann man als normal oder als wunderlich ansehen. Das hängt ganz vom Blickwinkel ab. Kinder in ihrer natürlichen Art wunderlich wirken zu lassen wurde gar einer der großen Pluspunkte des spanischen Horrorfilmes „Ein Kind zu töten“, in welchem klar ist, dass die Zöglinge das Übel sind. Da wirkt kindliches Alltagsverhalten um so verstörender.

Hier in „Schloss des Schreckens“ sorgt ihr Verhalten immer wieder dafür, dass man als Zuschauer sein Denken hinterfragt. Und das unterscheidet uns von Miss Giddens, die von ihrem Glauben überzeugt ist, so sehr sogar, dass sie offen darüber spricht und jede mögliche Konsequenz auf sich nimmt. Genau dieser Unterschied zum Zuschauer lässt die Möglichkeit eines ungesunden Geisteszustandes so reizvoll und naheliegend erscheinen. So reizvoll wie die mystische andere Möglichkeit, die gestern wie heute Menschen ins Kino lockt in immer neuen Spukvarianten.

„The Innocents“ ist ein nostalgischer Film, allein schon durch sein stimmiges Schwarzweiß. Aber wie eingangs erwähnt findet die zeitlose Geschichte noch heute den Zugang zum Zuschauer, und der war bei mir am besagten Tag besonders günstig gelegt, erwachte ich doch dank meines Urlaubs gut ausgeruht um drei Uhr nachts und dachte mir, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Gruselfilm dieser Art ist. Ich sollte recht behalten und kann den Film ruhigen Gewissens nach aufregenden und interessanten 90 Minuten weiter empfehlen. Im übrigen drehte man 10 Jahre später eine Vorgeschichte mit dem Titel „Das Loch in der Tür“. Auch hier soll die Frage nach Wahn oder Spuk erhalten bleiben. So viel weiß ich schon. Wenn ich auf ihn mal stoßen sollte, werde ich näheres berichten.


Weitere Reviews zum Film:

Sonntag, 7. Juli 2013

FRANKENWEENIE (1984 Tim Burton)


Der junge Victor reanimiert seinen über alles geliebten Hund nachdem dieser von einem Auto getötet wurde. Bei der biederen Nachbarschaft stößt der harmlose Zombie-Kläffer nicht gerade auf Gegenliebe...


Reanimationsfilm, der mittlerweile selbst reanimiert wurde...

Zur Zeit ist Tim Burtons Animationsfilm „Frankenweenie“ ein gut gekaufter und gern gesehener Film, was er bei seinem positiven Ergebnis auch zurecht ist. Basieren tut dieser Streifen jedoch auf ein Frühwerk des heutigen Meisters des Morbiden, und dieses war nach vielen Jahren Kurzfilmarbeit Burtons letzter, bevor er sich auf Langfilme konzentrierte. Im Kino und auf DVD konnte manch einer in Kombination mit „Nightmare Before Christmas“ einen Blick auf diese Fingerübung werfen, die mit 30 Minuten immerhin eine recht ordentliche Laufzeit für einen Kurzfilm beschert bekommen hat.

Dass „Frankenweenie“ 2012 ein Herzensprojekt war, sieht man mit Blick auf die 1984 gedrehte Erstverfilmung erst recht, übernahm Burton doch viele visuelle Einfälle des Originals, meist liebevolle Klischees aus Gruselfilmen und manch makaberen Gag. So kommt z.B. der Good Bye Kitty-Gag bereits im hier besprochenen Film vor, inklusive eines augenzwinkernden Hello Kitty-Posters an anderer Stelle des Streifens, wenn das Zimmer eines Görs aus der biederen Nachbarschaft gezeigt wird.

Bis hin zum Finale gibt „Frankenweenie“ „Frankenweenie“ die Ideen vor, und doch ist er völlig anders erzählt und eher eine Vorbereitung auf „Edward mit den Scherenhänden“, in dem es ebenfalls um ein liebevolles Monster geht, das in spießigen Kleinstadtaugen vom Biedertum gejagt und verfolgt wird. Was Burton dort perfektionierte, ist hier noch recht holprig umgesetzt. Schließlich musste er mit knappen Mitteln innerhalb seiner Möglichkeiten arbeiten. Dennoch kommt an was der gute Mann mitteilen möchte,

Leider ist „Frankenweenie“ so gar nicht geglückt. Während Burton scheinbar so gut wie freie Hand bei den Disney Studios zur Fertigstellung des Animationsfilmes genoss, darf man mit Sichten des Kurzfilmes erleben, was man sich ungefähr vorzustellen hat, wenn Burtons morbider, charmanter Stil auf die kunterbunte und biedere Kitschwelt Disneys stößt, jene Welt, die außerhalb des Animationsfilm-Sektors jegliche Kreativität verschlingt, Emotionen kitschgerecht ertränkt und nebenbei Erziehung am Zuschauer frönt, egal ob dieser nun jung oder alt ist.

Verglichen mit anderen Frühwerken von Burton ist vom eigentlichen Mut des Regisseurs und die Position sich für die Andersartigen einzusetzen nicht mehr viel übrig geblieben. Schaffte der Kurzfilm „Vincent“ z.B. die Gradwanderung zwischen brav und morbide (trotz Arbeitgeber Disney), eben weil er charmant verschroben daher kam, so biedert sich „Frankenweenie“ dem Kitsch-Stammpublikum Disneys zu sehr an, quasi genau jenes, das mit den Figuren der biederen Nachbarschaft kritisiert werden soll.

Dass eine solch widersprüchliche Rezeptur nur nach hinten losgehen kann ist offensichtlich, und das macht die Rückkehr des Zombie-Hundes 2012 um so angenehmer und legitimer. Die Disney Studios sahen dies seinerzeit anders. Denen war Burtons Hommage an „Frankenstein“ und „Frankensteins Braut“ für Kinder noch immer zu düster, so dass er seinerzeit nicht im Kino ausgestrahlt wurde. Der fertige Film kostete Burton gar seinen Arbeitsplatz bei besagtem Großkonzern.

Während der Kläffer im Original nicht wirklich zu wirken weiß, weder optisch als Zombie, noch mitfühlend als Hund, ist immerhin die menschliche Besetzung recht geglückt. Der kleine Junge in der Hauptrolle des Victor schlägt sich tapfer, so dass er ein Jahr später die Hauptrolle in „D.A.R.Y.L. - Der Außergewöhnliche“ spielen durfte. Shelley Duvall agiert nicht viel anders als in „Shining“, und Daniel Stern spielt anständig, lässt in der Rolle des braven Spießers aber noch nichts von seinem wahren Können aufblitzen, an dem man sich in „Wild Boys“, „Kevin - Allein zu Haus“ und „Very Bad Things“ später so wunderbar ergötzen konnte.

Auch mancher Gag weiß zu stimmen, ebenso wie manch optischer Einfall. Hin und wieder weht ein kurzer Hauch Burton, bevor die Disney-Handschrift wieder dominiert. Doch sind die positiven Momente des Streifens auch genau jene, die für die Neuverfilmung später wieder eingefangen wurden, so dass selbst die nicht zum Einschalten des Kurzfilmes verleiten. „Frankenweenie“ eignet sich einzig zum Vergleich mit „Frankenweenie“, eben weil hier wie dort Burton an Bord ist und die Disney Studios die Geldgeber waren. Es ist angenehm beobachten zu dürfen, wie sich das Machtverhältnis ändert, wenn man im Film-Business erst einmal was zu sagen hat. Zwischen beiden Filmen liegen Welten, und der jeweils völlig unterschiedlich ausgefallene Unterhaltungswert macht dies mehr als deutlich.

Cineasten können einen neugierigen Blick riskieren. Aber positiv unterhalten wird hier nur jenes Publikum, das selbst nach den 70er Jahren noch immer Spaß mit Spielfilmen aus dem Hause Disney hatte. „Frankenweenie“ ist bunt, bieder, kitschig und verklemmt, erklärt aber immerhin warum das unpassende Autobatterie-Wiederbelebungs-Szenario in der Neuverfilmung enthalten ist. Sie kommt bereits im Original vor. Hier passte sie auch rein, in die sympathische Monsterwelt des Stop Motion-Filmes jedoch nicht. Wohl das einzige, das Burton besser nicht übernommen hätte!


Weitere Reviews zum Film:

BAIT - HAIE IM SUPERMARKT (Bait 2012 Kimble Rendall)


Nach einer Sturmflut steht ein Supermarkt komplett unter Wasser. Die Überlebenden müssen nicht nur einen Weg nach draußen finden, sie müssen sich auch noch mit zwei weißen Haien auseinandersetzen, welche die Flut mit angespült hat...


Es gibt keinen Kredit, Haie...

Es war 1978 Regisseur George A. Romero, der sich als Spielort eines gesellschaftskritischen Horrorfilms ein Kaufhaus ausgesucht hat, weswegen sein „Dawn Of The Dead“ in Deutschland auch gleich den Alternativtitel „Zombies im Kaufhaus“ erhielt. Seit dem suchten neben lebender Toter allerhand anderer Gesellen des Genres besagte Location heim, manchmal als Verbeugung vor dem Original, manchmal der Gesellschaftskritik Romeros folgend und manchmal einfach so. Ob es nun Psychopathen waren („My Bloody Valentine“, „Blutweihe“), Roboter („Shopping“), oder Riesenspinnen („Arac Attack“), die Hochburg des Konsums stellte einen ungemeinen Reiz für Filmemacher und Publikum dar, und nun, viele Jahre nach etlichen Nachahmern im Fahrwasser von Spielbergs „Der weiße Hai“ kommen auch die Killerfische an diesem Ort an.

Ein Ort, an den sie eigentlich nicht gehören, was bislang auch immer ein Grund war die am meisten wiederverwendeten Viecher der Gattung Tier-Horror dort nicht wüten zu lassen. Aber schon seit einigen Jahren zeichnete sich auf dem DVD-Markt ein Wettbewerb verschiedenster Produktionsstudios ab den umkämpften Bereich des Hai-Horrors durch skurrile Ideen aufzupeppen. Begonnen hat zunächst alles mit naheliegenden Veränderungen wie dem Auftauchen einer längst ausgestorbenen Gattung („Megalodon“, "Jurassic Shark"), der Mutation aus Fisch und Mensch („Sharkman“) und dem Zusammentreffen zweier Gattungen („Mega Shark vs. Giant Octopus“).

In einer Zeit in welcher Killertomaten, Nazi-Zombies, Clowns aus dem All und allerlei andere Trash-Gestalten auf dem DVD-Markt mehr Beachtung geschenkt wurde als bislang, ergab sich in der Trash-Nische jedoch noch eine ganz andere Chance Haie auf den Zuschauer loszulassen. Kreuzungen von Gattungen wurden immer ausgeflippter („Sharktopus“), Mutationen immer reißerischer („2-Headed Shark Attack“) und die Orte an denen Haie wüten durften immer bekloppter („Sand Sharks“, „Shark Pool“, “Der weiße Hai in Venedig“). Nun war die Zeit reif sie auch im Kaufhaus wüten zu lassen, und hierfür griff man sogar auf eine größere Produktion zurück, was den Tier-Horror-Fan um so mehr freut, bekam der außer Ajas „Piranha“ und dessen Fortsetzung doch fast kaum noch was Professionelles vor die Nase gesetzt.

„Bait - Haie im Supermarkt“ macht sich die Idee einer Sturmflut von „Malibu Shark Attack“ zunutze, um ein riesiges Kaufhaus zur Falle einiger Überlebender zu machen, deren Wunsch das Tageslicht wiedersehen zu dürfen schon ohne Haie im Gepäck ein schwieriges Unterfangen wäre. Ohne sie müssten wir aber einzig einer Gruppe schlecht charakterisierter Menschen bei ihren ewigen Auseinandersetzungen und dramatischen Geschichten zuschauen und lauschen, und dies würde ungeheuer auf den Keks gehen. Das lässt sich so leicht beurteilen, da nach einer Hai-freudigen Einführung in den Film die erste halbe Stunde fast ausschließlich von diesen aufgezählten Elementen handelt, so dass man sich ein großes Loch in den Bauch freut, wenn die versprochenen Haie endlich loslegen dürfen.

Da gibt es auch positive Ausnahmen, wie die an den Rand gedrängte Geschichte um ein oberflächliches Pärchen, das unter Wasser im Auto eingesperrt ist und für allerhand Witz sorgt. Aber durch eine viel zu ernste Umsetzung darf der Rest eher nerven. Ganz schlimm ist das durch die Vorgeschichte in den Vordergrund gehievte Helden-Pärchen, welches sich aus einer unattraktiven auf attraktiv gepuschten Frau zusammensetzt und einem Softie, der völlig fehlbesetzt den harten Helden spielen darf. Er fällt von Beginn an als völlig fehl am Patz auf, wird zum Finale hin aber immerhin zu einem unfreiwillig komischen Pluspunkt, wenn er mit einem Gewehr in der Hand auch noch zu Little Rambo mutieren darf. Peinlich!

Auch die Musik ist dem Film nicht gerade positiv gesonnen, untermalt sie den Streifen doch derart übertrieben, dass man meinen könnte der Sound wäre für einen großen Epos komponiert worden. Da sich bereits das Buch viel zu ernst nimmt, haut ein solcher Soundtrack erst recht in die Vollen und beschert dem fertigen Streifen eine Ernsthaftigkeit, die überhaupt nicht zum Thema passt und unterstützt ihn, eben weil er zur Herangehensweise des Regisseurs passt, eher mäßig. Ein augenzwinkernder Sound hätte mehr gebracht, und wenn schon ernst, dann hätten die Melodien wenigstens unauffälliger wirken müssen. Aber das aufgesetzte Getue, das unsere Ohren in „Bait“ (Originaltitel) ertragen müssen, ist unausstehlich.

Wer Logik ausblenden kann, was allein das Grundszenario von Anfang an vom Zuschauer fordert, der kann trotz dieser Negativpunkte mit „Bait - Haie im Supermarkt“ eigentlich recht ordentlich unterhalten werden. Die Haie sind gut animiert und stimmig in Szene gesetzt, wenn auch nimmersatt wie im Horrorfilm üblich. Es gibt halbwegs blutige Szenen, die immerhin recht nett getrickst sind, und es gibt manch böse und manch lustige Einfälle, welche die 08-15-Geschichte ein wenig aufwerten, so z.B. der Schutzanzug eines Tauchers, zusammengebastelt aus Metall, quasi ein menschlicher Einkaufswagen oder RoboCop für Arme, bei dem man sich nicht nur auf das skurrile Äußere verließ, sondern auch noch für einen der schwärzesten Gags des Filmes sorgte, wenn unser Taucher in Schwierigkeiten gerät, auftauchen möchte um Luft zu schnappen, und sein Kopfkäfig nicht zulässt, dass er den kleinen Hauch Luft den der bis oben hin überflutete Raum noch gnädigst übrig ließ, mit dem Mund erreichen kann.

Das Beispiel um seinen kleinen Auftritt ist auch ein Gutes um die unfreiwillig komischen Idiotien des Streifens anzusprechen, war der Gesundheitszustand des Tauchers doch abhängig von einigen Mitgefangenen, welche für seine Atemschläuche zuständig waren. Von diesen losgelöst, um den Strom im Kaufhaus abschalten zu können, haben die Helfer nichts besseres zu tun, als die Schläuche zurück „an Land" zu ziehen, da der gute Mann ja ohnehin nicht mehr an ihnen hängt. Vorbei die Chance für unseren Taucher sich wieder anzuheften um an Luft zu gelangen. Na, danke dafür.

Aber der auf diese grässliche Art mal ausnahmsweise nicht durch Haie Verstorbene gehört ohnehin nicht zu der Art Überlebende, welche das gerne faschistisch angehauchte Weltbild des Horrorfilms zugelassen hätte. Verbrecher und Schwächlinge dürfen nicht überleben. Hässliche Menschen gibt es schon mal gar nicht, und wenn doch sind sie exotische Asiaten und nicht weiß. Frauen dürfen mit Männern nicht befreundet sein, da muss direkt Sex im Spiel sein, also Strafe! Und jegliches Klischee über Heldentum wie familiäre Tragik durch Aufopferung und die Weitergabe von Verantwortung vom Vater zum festen Freund dürfen auch nicht fehlen. Am Ende ist man überrascht so viele Überlebende vorzufinden, aber die gehören aller zur gutaussehenden Elite weißer Amerikaner.

Halt, falsch gedacht! Denn ätschebätsch, „Bait“ ist trotz all dieser Klischees, Fragwürdigkeiten und Plumpheiten gar kein US-amerikanischer Film. Er stammt aus Australien, womit nach Deutschland und Kanada nun ein weiteres Stück Erde beweisen konnte keine eigene Filmkultur mehr zu besitzen und sich lieber dem Muster des unsinnigen US-amerikanischen Marktes anzugleichen und anzubiedern. In solch albernen Produktionen wie dem hier besprochenen Film ist mir dies ehrlich gesagt auch scheiß egal, da sind die Amerikaner schon gute Vorreiter unsinnige Horrorgeschichten anspruchslos spaßig zu verpacken. Also was soll‘s. Ärgerlich wird es erst in Kinoproduktionen mit Chancen auf höheres Niveau.

„Bait“ macht Laune, und damit hat er sein Unterhaltungsziel erreicht, zumindest für das Stammpublikum dieser Art Film, das ohnehin wenig Ansprüche besitzt. Letztendlich kann man das selbe über den deutschen Titel „Bait - Haie im Kaufhaus“ sagen, was ich schon über „Nudist Colony Of The Dead“ äußerte: der Titel selektiert bereits aus. Wer mit dem Titel sympathisiert ist auch gleich im richtigen Film. Wer nicht, der wird zurecht bereits vom Titel vergrault. Ich als Trash-Fan gehöre freilich zur erstgenannten Gattung Filmfreund.


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