Mittwoch, 20. März 2013

PROM NIGHT - DIE NACHT DES SCHLÄCHTERS (Prom Night 1980 Paul Lynch)


Bei einem Kinderspiel kommt es zu einem Todesfall. Die Kinder schweigen. Jahre später sind aus den Tätern Teenager geworden. Der Abschluss-Ball steht bevor. Doch ein Mörder trübt die Stimmung. Ist es ein ehemalig unschuldig Verurteilter? Oder gab es damals einen Zeugen?...


Der Möchtegern-Klassiker...

Bei "Prom Night" ist es ähnlich wie beim ersten "Freitag der 13." kaum noch nachvollziehbar, warum er seinerzeit so erfolgreich war. Routinierter kann dieses Billigprodukt kaum sein. Künstlerisch wertvolle Kniffe findet man gar nicht, und selbst die Stars Leslie Nielsen (der für eine im Vorspann erste Nennung kaum auftaucht) und Jamie Lee Curtis agieren maximal auf Durchschnittsniveau.

Für einen Film mit einem solchen Bekanntheitsgrad in der Horrorszene fällt vor allen Dingen die sehr unprofessionelle Umsetzung auf. In der ersten Filmhälfte habe ich 6 mal das Mikrofon im Bild gesehen. Und wenn der Killer 30 Minuten vor Schluss doch endlich einmal zu morden beginnt, bewegt er sich allen ernstes so flott, trottelig und selbst verletzbar, wie man es danach erst wieder in der parodistisch angehauchten „Scream“-Reihe erleben durfte. "Prom Night" ist hingegen bierernst umgesetzt, was abseits des von mir kritisierten Punktes positiv auffällt. Dem Film umweht eine trockene 70er Jahre-Atmosphäre (für ein 80er Jahre Feeling war es 1980 noch zu früh). Nach der recht netten Eingangssequenz ist es gerade dieser trockenen Atmosphäre zu verdanken, dass die darauf folgenden ereignislosen 50 Minuten guckbar bleiben, trotz Nichtigkeiten in der Story streckenweise sogar recht interessant.

Das klappt allerdings nicht die kompletten 50 Minuten, denn kurz bevor der Film im letzten Drittel endlich etwas Schwung bekommt, wird noch endlos zu schlechter Disco-Musik im arroganten und überheblichen damaligen Stil getanzt. Das ging nach einiger Zeit ziemlich auf den Wecker.

In der letzten halben Stunde legt der Killer endlich los, der dank seiner jugendhaften Bewegungsmöglichkeit trotz Maske längst vom aufmerksamen Zuschauer enttarnen wird. Nun erleben wir ein paar spannende, wenn auch routinierte, Verfolgungsjagden. Wenn die Opfer sich verstecken oder fliehen sind das die Höhepunkte des ansonsten so mageren Streifens. Solche Momente sind nur leider von kurzer Dauer. Mal mehr mal weniger hart werden die Opfer ins Jenseits befördert von einem Mörder, der im Gegensatz zu seiner Konkurrenz aus selbiger Kinozeit eine wirkungslose Gesichtsbekleidung beschert bekam.

Das Finale kommt dann relativ unspektakulär daher, was durch die Vorhersehbarkeit der Mörderaufdeckung noch lahmer als ohnehin ausfällt. Toll war das nicht. Seinem Bekanntheitsgrad wird das Werk nicht gerecht, und nach Sichtung bin ich sehr zuversichtlich, dass die Neuverfilmung besser sein dürfte als dieser uninspirierte Murks.


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