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Mittwoch, 20. März 2013

NACH 7 TAGEN AUSGEFLITTERT (The Heartbreak Kid 2007 Bobby Farrelly u.a.)


Eddie ist seit langer Zeit überzeugter Single, bis Freunde und Verwandte ihm irgendwann den Floh ins Ohr setzen, dass er einsam sterben würde, wenn er sich nicht endlich fest bindet. Als er der sympathischen und attraktiven Lila begegnet, macht er ihr schneller einen Heiratsantrag als gut für ihn wäre. Denn in den Flitterwochen entpuppt sich die Traumfrau als Alptraum. Und im Hotel lernt Eddie zudem seine wahre Liebe kennen: Miranda...


Verrückt nach Miranda...

Wie so ziemlich jeder Farrelly-Film hat auch dieser kaum eine Geschichte. Mal funktioniert das, mal nicht. So überdurchschnittlich gut wie in „Verrückt nach Mary“ war es nur das eine mal. Andere Werke gleicher Qualität der humorvollen Brüder waren „Osmosis Jones“ und „Schwer verliebt“, quasi beides Werke auf anderen Spuren.

„Nach 7 Tagen ausgeflittert“ ist jedoch eine Farrelly-Komödie in klassischer Form. Sie weiß zu unterhalten, aber sie bietet auch nichts derart außergewöhnliches, das man irgendwann wiedersehen oder im Kopf behalten möchte. Sie bietet auch nichts, was sie von Vergleichsfilmen wie „Ich, beide und sie“, „Dumm und dümmer“ und „Kingpin“ unterscheiden würde. Das sind alles nette Filme, aber keiner von ihnen bietet im Vergleich zueinander etwas neues.

Das ist in so fern schade, als dass Ben Stiller wieder mit an Bord ist, wohl einer der talentiertesten Humoristen Amerikas zur Zeit. Auch er wirkt hier nicht ganz so frisch und fröhlich wie sonst, weiß durch seine professionelle Routine aber dennoch zu überzeugen. Sein Kumpel Owen Wilson ist diesmal nicht dabei, stattdessen hat Stiller seinen Vater an seiner Seite agieren, den die meisten wohl am ehesten als Arthur aus „King Of Queens“ kennen. Der spielt stark angelehnt an seine bekannteste Rolle, sie ist dank gewollter Sexualprovokationen allerdings nicht so witzig wie in der überdurchschnittlichen Sitcom.

“Nach 7 Tagen ausgeflittert“ erzählt eine einfache Geschichte, die brav die Geschehnisse ohne große Abschweife abarbeitet, mit den farrellyüblichen Zeitsprüngen und Abartigkeiten. Das ist witzig zu gucken, wobei es die großen Lacher nicht so häufig gibt wie gut für diese Komödiengattung wäre.

Gut herausgearbeitet ist der Übergang vom verliebt zum genervt sein. Und die letzte halbe Stunde verläuft überraschend anders als erwartet, auch wenn das Happy End nicht fehlen darf. Aber es findet auf Umwegen statt, erneut mit einem Zeitsprung und einer Schlusspointe, mit der ich nicht gerechnet hätte. Ohne diese zu verraten, möchte ich dazu nur folgendes sagen: Die Pointe ist in so fern genial, als dass sie dem Charakter Stillers gerecht wird. Wer da geschockt ist, hat nur zu blauäugig mitgeguckt.

Laut OFDb-Eintrag fehlt leider ein sehr genialer Schlussgag zum Thema Koksen, dafür erwartet den Zuschauer, der nicht direkt abschaltet, ein eher unwitziger Gag in der Mitte des Abspanns, der uns zeigt welcher Liebschaft die Verflossene nachgeht.

Bleibt nur zu sagen, dass die Farrellys auf üblichen Pfaden wandern. Wäre ihr Humor im allgemeinen nicht so mutig, würde man wohl davon sprechen können, dass sie auf Nummer sicher gegangen sind. Für eine solche Aussage ist ihr Humor jedoch viel zu provokativ, auch heute noch, wo man sich mehr oder weniger daran gewöhnt hat. Etwas mehr Pfiff in der Story täte dennoch Not.

Schon die eben erähnten Vergleichsfilme waren zwar lustig, aber wegen der Storydefizite auch irgendwie anstrengend zu sichten. Und genau dort reiht sich „Nach 7 Tagen ausgeflittert“ ein. Das bedeutet aber immerhin, dass der Fan dieser Filme auch hier unbesorgt zuschlagen kann. 

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