Sonntag, 29. April 2012

MADHOUSE - DER WAHNSINN BEGINNT (Madhouse 2004 William Butler)


Der Medizinstudent Clark beginnt ein Praktikum in einer Nervenheilanstalt. Die Zustände dort sind unter aller Sau, der Leiter der Anstalt arrogant. Als zwei Menschen getötet werden, forscht Clark nach. Entweder scheint es zu spuken, oder jemand scheint nicht der zu sein für den er sich ausgibt. Die interessantesten Hinweise bekommt der Praktikant ausgerechnet von einem Patienten aus der Abteilung für die hoffnungslosesten Fälle...


Über Wahn und Sinn...

Während der Titel vermuten lassen könnte, dass es sich hierbei um den in Insiderkreisen beliebten „Madhouse“ aus dem Jahre 1980 handeln könnte, erinnert der Inhalt der Geschichte viel eher an eine alte „Raumschiff Enterprise“-Folge, in welcher ebenfalls etwas in einer Nervenheilanstalt nicht stimmte. Regisseur Butler legt allerhand Fährten, freilich auch jene, welche sich später als die Wahrheit herausstellt. Somit ist es möglich bereits vor der Auflösung hinter die seltsamen Geschehnisse im Irrenhaus zu kommen, selbst dann kann „Madhouse“ jedoch Vergnügen bereiten.

Der sehr kostengünstig produzierte Streifen kommt in schlichtem Videobild daher, veröffentlicht mit einer passablen, wenn auch nicht aufregenden Synchronisation und lebt aufgrund seiner handwerklichen Routine einzig von seiner Geschichte und dem Versuch der Schauspieler möglichst glaubhaft zu agieren.

Ob es der undurchschaubare Chef der Anstalt ist, geisterhafte Erscheinungen, verdächtige Arzthelferinnen und Krankenpflegerinnen, brutale Aufseher, der Praktikant selbst oder einer der vielen Geisteskranken, der Möglichkeiten gibt es viele und Butler versucht uns recht bemüht zu verwirren. Ich persönlich fand die Hinweise zur Auflösung zu eindeutig, ahnte somit bereits in die richtige Richtung, blieb jedoch dennoch mit meiner Vermutung skeptisch, immerhin ist eine solche Produktion nicht immer logisch. Von „Madhouse“ kann man jedoch behaupten, dass er es ist, zumindest so viel wie er es für einen kleinen B-Movie-Horror sein muss um glaubwürdig zu sein.

Über die visuellen Effekte wollen wir besser nicht sprechen, die kommen aber ohnehin nur selten zum Einsatz. Hauptdarsteller Joshua Leonard weiß einiges inmitten von Routine aufzufangen, gehört sicherlich nicht zu der A-Liga der Schauspieler, brachte aber immerhin schon 12 Jahre Berufserfahrung mit, so dass sein Talent reicht den Löwenanteil der Story auf seinen Schultern zu tragen. Der immer wieder gern gesehene Lance Henriksen hat einen recht geringen Part erwicht. Den unheimlich in Szene gesetzten Geisteskranken, der Clark scheinbar nützliche Tipps gibt, ist nie zu erkennen und der Rest spielt okay, nicht mehr und nicht weniger.

Für einen kleinen Billigfilm ist „Madhouse“ recht anständig inszeniert, weiß er doch über seine komplette Laufzeit zu unterhalten, und das selbst wenn man, wie ich, in die richtige Richtung vermutet. Nach einem Ausflug ins Komödienfach blieb Regisseur Butler dem Horrorgenre treu und inszenierte u.a. den zweiten oder dritten Teil der „Demonic Toys“-Reihe (je nachdem ob man „Tod im Spielzeugland“ dazuzählt oder nicht) und den dritten Teil der „Gingerdead Man“-Reihe. Wie es scheint ist er somit zur Zeit für Charles Band tätig.

Somit scheint er seinen Möglichkeiten treu geblieben zu sein und ich werde sicherlich beizeiten mal neugierig in diese Folgewerke reinschnuppern, bin ich doch nicht nur selbstbekennender und damit einsamer Band-Fan, sondern kann mir auch regelrecht vorstellen wie sich dessen Vorstellungen mit Butlers Stil vereinen lassen. Wie auch immer: Vielseher können gerne einmal „Madhouse“ einschalten. Zwar bekommt man kein psychologisch kniffliges Puzzle geboten, aber dafür unterhaltsame 1 1/2 Stunden Horrorunterhaltung im Krimi-Stil. unterhaltsam


(K)EIN BISSCHEN SCHWANGER (Labor Pains 2009 Lara Shapiro)


Thea arbeitet in einem Verlagshaus als Sekretärin eines Mannes, der sie schlecht behandelt. Weil sie seit dem Tod ihrer Eltern für ihre jüngere Schwester sorgen muss, behält sie diesen motivationslosen Job jedoch bei. Eines Tages hört Theas Chef, wie sie über ihn lästert. Als er sie feuern will, behauptet die junge Frau, sie sei schwanger. Die Lüge rettet ihr den Job, wird jedoch lästig, wenn es darum geht die Geschichte glaubhaft bleiben zu lassen. Eine Freundin hilft ihr dabei und recht schnell findet Thea heraus, dass es einige Vorzüge hat für schwanger gehalten zu werden. Zu dumm nur, dass sie ausgerechnet jetzt den süßen Nick kennen lernt, der ihr beruflich weiterhilft, da er für den Betrieb eine Familienabteilung plant...


Weder Junge noch Mädchen: Styropor...

Sicherlich kommt die Geschichte von „(K)ein bisschen schwanger“ nicht innovativ daher, aber das wird wohl auch niemand erwarten der in eine Romantikkomödie mit Lindsay Lohan einschaltet, jener jungen Frau die, bevor sie eher negativ in den Boulevard-News auffiel, in Filmen zu gefallen wusste wie „Freaky Friday“ oder „Girls Club“. Die Gefahr aus einer Geschichte wie der hier vorliegenden maues Mittelmaß abzuliefern ist hoch. Ein solches Ergebnis ist Lindsey mit dem drei Jahre zuvor erschienenden Fantasyfilm „Zum Glück geküsst“ geschehen. Die Fehler die dieser machte bleiben im hier besprochenen Film jedoch großteils zu Hause.

Man beschert uns eine Hauptfigur die wir gut kennen lernen, schmeißt diese in eine verzweifelte Situation die man bestens nachvollziehen kann und lässt sie nun all die Probleme durchleben, die mit jener Notlüge einhergehen welche der Figur der Thea den Job gerettet hat.

In der Phase der Rollenfindung einer Schwangeren weiß die Komödie am besten zu gefallen, auch wenn der Wandel in eine Frau, die fast schon selbst ihre Lüge glaubt, ein wenig zu extrem angegangen wird, als dass man in dieser Phase des Films ebenso mit Thea mitfühlen könnte wie zu Beginn. Aber auch trotz solcher kleinen Mankos, zu denen sich im übrigen auch das etwas arg softe Verhalten Nicks zählen darf, weiß „(K)ein bisschen schwanger“ durch seine leichtfüßige Art und freilich durch die sympathische Besetzung mit Lohan zu funktionieren.

Das Niveau einer RomCom mit Meg Ryan oder eines „Während Du schliefst“ wird dabei nicht erreicht. Aber „Labor Pains“, wie der Film im Original heißt, beweist zumindest, dass er trotz seiner Thematik nicht zum reinen Frauenfilm verkommt. Regiedebütantin Lara Shapiro erzählt trotz aller Klischees und absichtlich überzogenen Randerscheinungen eine glaubwürdige Geschichte. Die Probleme und Glücksmomente während der Schwangerschaft werden sehr natürlich vermittelt. Und wenn es zu übermäßigen Gefühlsausbrüchen kommt, was ein typisches Merkmal eines reinen Frauenfilmes wäre, passiert dies meist auf die parodistische Art. „(K)ein bisschen schwanger“ setzt in erster Linie auf die Geschichte und nicht auf gefühlstechnische oder inhaltliche Hysterie.

Während der Schluss des Films durch überraschende Schlichtheit zu gefallen weiß, und die Romanze deshalb funktioniert weil es glaubwürdig zwischen dem zukünftigen Liebespaar knistert, lebt der Film in erster Linie durch die für sein Subgenre recht vielschichtig angelegte Figur der Thea, die nie zu sehr in ein Schwarz oder Weiß rutscht. Irgendwo pendelnd zwischen verantwortungsvoll und verantwortungslos, engagiert und faul, hilflos und selbstverschuldet, Mauerblümchen und taffe Heldin, tappst sie immer zwischen diversen Rollenmustern im Alltag hin und her, was wunderbar in ihr Alter passt, ist es doch jenes der Selbstfindung.

Thea glaubt die Rolle der Schwangeren zu suchen, aber eigentlich sucht sie sich unbewusst die ganze Zeit selbst. Dass sie sich dessen nie bewusst wird, wird in einer Szene thematisiert, in welcher erst eine Kollegin das junge Ding darauf aufmerksam machen muss, dass die Lorbeeren ihrer Arbeit in ihrem Engagement steckten und nicht in der Rolle der Schwangeren. Damit folgt der auf dem ersten Blick arg plumpe Plot durchaus einem psychologisch cleveren Muster - auch in seinem Hauptanliegen, der Romantik. Thea kann erst dann das Herz des älteren Nick gewinnen, wenn sie ihre Selbstfindung abgeschlossen hat.

Da dies alles recht kurzweilig erzählt wird, kann man durchaus einen Blick auf diese Romantikkomödie werfen, so alt ihre Geschichte auch sein mag. Einen etwas größeren Humorbereich hätte der Film durchaus vertragen können. Den hatten ein „Pretty Woman“ oder „French Kiss“ zwar nicht nötig gehabt, aber beagte Kinoerfolge waren dafür um so romantischer angelegt. So sehr unsere beiden Turteltauben auch zusammenpassen mögen, ein romantisches Hoch erfüllt „(K)ein bisschen schwanger“ nie, so dass er eben mehr Witz gebraucht hätte, um etwas Besonderes zu werden. Als kleiner Film seiner Gattung weiß er jedoch zu gefallen. unterhaltsam


DAS KABINETT DES SCHRECKENS (The Funhouse 1981 Tobe Hooper)


Eine Gruppe Jugendlicher nächtigt in einer Geisterbahn und beobachtet den Mord an einer Wahrsagerin. Ihr Mörder, ein deformierter Wahnsinniger, jagt nun die Zeugen...


Funken-House...

Nach seinem großen Erfolg mit “Blutgericht in Texas” glänzte Regisseur Tobe Hooper nicht gerade mit hervorhebenswerten Filmen. Das Folgewerk “Eaten Alive” war gelinde ausgedrückt ein schlechter Scherz. In den 90er und 00er Jahren drehte er von dem was ich an Hooper-Werken sah nur selten einen halbwegs guten Film, und selbst die Fortsetzung “The Texas Chainsaw Massacre 2“, quasi die Weiterführung jenen Projektes welches ihm seinen Ruhm einbrachte, konnte nicht überzeugen.

In den 80er Jahren stand es um Hooper noch ein wenig besser. Unter der Fuchtel von Steven Spielberg drehte er immerhin mit dessen Handschrift den berühmten “Poltergeist” und Werke wie “Lifeforce” eigneten sich zumindest zum einmal Ansehen. Ich muss sagen, dass mir der hier besprochene “The Funhouse” (Originaltitel) von allem was von Hooper nach der Kettensäge kam bislang am besten gefällt.

“Das Kabinett des Schreckens” ist bei weitem kein großer Wurf. Das sieht man allein schon daran, dass die erste halbe Stunde, wenn auch erst nach einer Verbeugung vor Alfred Hitchcock und John Carpenter, von einem arg langgestreckten, ereignislosen Aufenthalt auf dem Jahrmarkt handelt. Diese Szenen sind keineswegs langweilig ausgefallen, aber man fragt sich als Zuschauer schon, warum man nicht einfach selbst auf den Rummel gegangen ist um all die Schauwerte dessen gucken zu gehen. Dann hätte man aktiv noch selbst etwas von all den Attraktionen gehabt.

Sicherlich war ein langsamer Aufbau der große Trumpf des Kinos vor der großen Blockbuster-Flut, die leider von solch ruhiger Umsetzung die Finger ließ. Und Charaktere könnten theoretisch anhand dieses Erzählstils ebenfalls sehr intensiv eingefangen werden. Aber diese bleiben im hier besprochenen Film trotzdem ziemlich flach, und selbst die finale Heldin, die ausschaut wie die untalentierte Schwester von Jessica “Suspiria" Harper, bleibt lediglich das unartige Töchterchen, welches nach einem jungen Mann von der Tankstelle schmachtet. Zumindest schafft Hooper trotz geringer Charakterzeichnung eines: man hält zu den Opfern und nicht zum Killer, was im Slasherbereich nicht selbstverständlich ist.

Wie erwähnt langweilt diese etwas monotone erste halbe Stunde nicht. Und mit dem Ende des Rummelalltags und dem heimlichen Aufenthalt nachts in einer Geisterbahn beginnt nun der wirklich interessante Teil der an sich banal angelegten Geschichte. Wenn der alles ausschlaggebende Mord beobachtet wird und unsere Helden unbemerkt bleiben wollen, dann ist “The Funhouse” auf einem Spannungshoch. Der Zuschauer ist mittendrin in einem Geschehen, in welches er sich trotz überagierendem Spiel des Killers problemlos einfühlen kann. Und wenn aus einem guten Grund heraus die Eindringlinge entdeckt werden, kann die Jagd auf sie losgehen und “Das Kabinett des Schreckens” wird kurzweiliger denn je, zumal nun alles recht schnell vonstatten geht.

Mit einem wirklich gut gewähltem Terror-Soundtrack flüchten und verstecken sich die vier Jugendlichen, verfolgt von einem minderbemitteltem Psychopathen und dessen Vater, die beide sicherlich nicht zufällig an Figuren aus “Blutgericht in Texas” erinnern, der zur Entstehungszeit bereits 7 Jahre her war. Ist nur noch das Finalmädchen lebendig, wird viel mit Stille und Geräuschen gearbeitet. Allerspätestens hier darf man Hoopers Gespür für Suspense bemerken. Er wusste wann er die Musik pausieren lassen musste, spielte mit Überraschungen für Schockmomente zum richtigen Zeitpunkt und ließ die Location des öfteren für sich alleine wirken.

Der Weg zum finalen Sieg kommt auf sehr zufällige Art und ist damit ein interessanter Bruch der damals aufkommenden Tradition der taffen Heldin in Slashern, die über sich hinauswachsen muss um zu überleben. Dass der Film mit dieser Art Schluss nicht negativ wirkt, liegt an der minutenlangen Zelebrierung des Ablebens der zur Fleisch gewordenen Bedrohung und daran, dass die Heldin im Gesamtwerk ohnehin nie Format bekommen hat und es zu ihrer schlichten unbeholfenen Art passt, dass sie sich dem Monster nicht wirklich stellen muss.

In der ereignisreichen Stunde des Streifens serviert Hooper dem Fan das wonach dieser seinerzeit gelechzt hat. “Das Kabinett des Schreckens” wird Terrorkino in interessanter Kulisse, mit nachvollziehbarer Geschichte, in der weniger mehr ist und noch weniger noch mehr geworden wäre. Überdrehte Figuren, meist Schausteller, waren theoretisch für die Wirkung und den Inhalt des Streifens ebenso unnötig, wie die ungewöhnlich lange Vorphase, in der nicht wirklich etwas passiert. Da hätte man das ein oder andere streichen können für ein noch besseres Ergebnis.

Die DVD-Fassung zeigt uns zwei Szenen, die in der damaligen deutschen Version nicht vorhanden waren. Das ist insofern schon eine augenzwinkernde Erwähnung wert, da es sich beide Male um eine Szene handelt in der gekifft wurde. Zufall oder nicht, keine Ahnung, andererseits schade für das damalige Publikum, hatte man es somit doch mit nicht völlig unschuldigen Teenagern zu tun, wie uns die Deutschfassung weiß machen will. Immerhin war das Kiffen damals ein größerer Buhmann als heute.

Für die Psychologie des Filmes ist dies jedoch nicht wirklich wichtig. Da arbeitet eher die einem recht sinnlos vorkommende erste halbe Stunde für Hooper, und dies nicht zufällig, wenn man allein schon den Hinweis im Mutantenstadel vergleichen darf mit dem Look des deformierten Killers.

Dass es ein solcher ist, der wie ein Wahnsinniger Menschen tötet, wurde von manchem Kritiker seinerzeit als menschenverachtend, teilweise gar als faschistisch bezeichnet. Wie so oft begriffen solche Moralapostel nicht das Werk im Gesamten und betrachteten nur Teilbereiche zusammenhanglos für sich, um solch unsinniges Feedback in die Welt zu rufen. Allein die Anwesenheit und Mentalität des wahren Monsters, des Vaters, steht bereits für das Gegenteil dessen was Hoopers Werk vorgeworfen wurde. Nun sollte man sich mit solchen Spinnereien jedoch nicht wirklich auseinandersetzen, sonst bekommen solche Möchtegernanalytiker zu viel Aufmerksamkeit geschenkt.

Wer die DVD besitzt, sollte ruhig einmal ins Interview mit Tobe Hooper hinein schauen, welches sehr anekdotenreich ausgefallen ist. Zu den interessantesten und bittersten Erzählungen dort zählt die sehr schwarzhumorige Information, dass Statisten während des Drehs leiden mussten. Auf einem Karussell, das in der Regel vier Minuten fährt, und bei dem eine Fahrt mit 20 Minuten an den Nerven zerren würde, blieben besagte Statisten 30 Minuten drauf, weil ein Mitarbeiter Hoopers vergessen hatte es bei Drehstopps anzuhalten.

Auch warum der Jahrmarkt, seine Leute und das Inventar in der Geisterbahn so authentisch und ungewöhnlich wirken, wird in diesem Interview verraten. Und dass der Schauspieler des Mördervaters mehrere Rollen spielt, wird dort ebenso aufgedeckt. Der Kauf der DVD lohnt sich somit meiner Meinung nach.

“Das Kabinett des Schreckens” ist ein kleiner aber effektiver später Beitrag der Terrorkino-Welle, irgendwo angesiedelt zwischen “Freitag der 13.” und “Kettensägenmassaker”. Das erstaunliche an ihm ist, dass seine positive Wirkung viel mit dem Talent des Regisseur zusammenhängt. Da darf man sich doch zurecht fragen wo er dieses bei so vielen seiner anderen Filmen gelassen hat. Warum hat dieser Mann so viele Gurken gedreht? sehenswert


Dienstag, 24. April 2012

CARRIERS (2009 Àlex Pastor u.a.)


Der Großteil der Menschheit ist gestorben. Von den wenigen, die bisher überlebt haben, leiden viele an jener Krankheit, die den Rest der Bevölkerung dahingerafft hat. Wer angesteckt ist, stirbt recht bald. Darum heißt das oberste Gebot: sich bloß nicht anstecken. Eine Gruppe junger Menschen versucht in dieser bösen Zukunft zu überleben...


Zombiefilm ohne Zombies...

In der Zeit der Zombie- und Mutantenfilm-Welle haben wir schon des öfteren im Kino und auf DVD Menschen dabei begleitet wie sie in einer trostlosen Zukunft überleben in welcher es kaum noch Menschen gibt und Untote ihr Fleisch fressen wollten, oder Kranke zu Killerbestien mutierten, die höchst ansteckend waren. „Carriers“ verzichtet auf den reißerischen Kern der Geschichten und verfolgt die Frage, wie eine solche Zukunft wohl aussähe in welcher die Kranken nicht zu Mörderbestien werden, sondern schlichtweg ansteckend sind.

Dieser Ansatz mag für manch einen nicht sonderlich aufregend klingen, entpuppt sich aber als kleiner Geheim-Tipp seines Genres, auch wenn man gleich vorweg schicken muss, dass die Logik so einige Lücken aufweist. So etwas ist schade, da man einen solchen Film somit nur bedingt ernst nehmen kann, und es ist um so mehr schade weil die offensichtliche Gesellschaftskritik somit bei manchem nicht fruchten kann. Dabei ist das Ergebnis unterhaltsam erschreckend, wenn man egoistische Protagonisten dabei beobachten darf jeden Fremdling als Feind anzusehen und in einer immerwährenden Panik vor Ansteckung leben zu müssen mit nur wenig Hoffnung auf ein langes Überleben. Es ist ohnehin nur der Überlebensinstinkt, der sie auf Trab hält. Eigentlich lohnt es sich schon gar nicht mehr in dieser Welt weiter zu existieren.

Um diesen Punkt geht es jedoch nicht, sondern um die verschiedenen Formen der Überlebensstrategien, um ein gewisses Verständnis für Egoismus in Extremsituationen und um das allgemeine Seelenleben der noch Lebenden. Es ist gerade letzter Punkt der „Carriers“ so interessant macht. Wo die Logik auf den Senkel geht, da kann in der Ausnahme der Gefühlsbereich einen Film der unter ihr leidet noch retten. Und das hier besprochene Werk der beiden Pastor-Regisseure gehört zu dieser Ausnahme, was schon ein wenig verwundern darf bei den Stereotypen die einem hier vorgesetzt werden.

Zur Überschrift Gefühl gehört jedoch nicht nur das Mitgefühl bei Liebe, Leid und Angst, ebenso zählt der Spannungsbogen dazu, der bei „Carriers“ auf einem konstant hohen Level liegt. Nach einer gewissen Anlaufzeit des sich an Idiotien und Klischeefiguren Gewöhnen, kann man mit heruntergeschraubten Erwartungen hinabtauchen in die Alptraumwelt von Filmfiguren, die einem trotz ihrer Unsympathie mit der Zeit ans Herz wachsen. Teilweise lernen wir sie erst während der Geschichte verstehen und müssen eigene Vorurteile erkennen. Auf der anderen Seite darf man sich auch selbst dabei erwischen gewisse Fragwürdigkeiten für kurze Zeit als gerecht oder gar als gut befunden zu haben.

Das haben sicherlich schon einige Filme vor „Carriers“ geschafft, aber selten im Bereich des Hochglanz-Kinos für ein Teen-Publikum. Auf diese Nische gesehen darf man diesen Science Fiction-Horror als Besonderheit betrachten. Und genau jene Nische macht es zudem einfacher über manch ärgerliche Unlogik hinwegzuschauen, gehört sie doch einfach dazu für diese Art Produktion. Freilich ist es dennoch schade um die Grundidee, denn wer weiß welch göttliches Filmerlebnis uns mit „Carriers“ erwartet hätte, wenn wir individuelle Figuren in einer zu Ende gedachten Geschichte hätten erleben dürfen. sehenswert


Sonntag, 22. April 2012

SHREDDER (2002 Greg Huson)


Eine Gruppe Snowboarder fährt rauf in die Berge, um ihrem Hobby nachzugehen und um Party zu machen. Doch ein Killer treibt da oben sein Unwesen..


Ein Drehbuch das zerschreddert gehört...

Storytechnisch gibt es nichts Neues von der Slasher-Front. Wieder einmal bangen Teenager um ihr kurzes Leben, wieder einmal hat es ein psychopathischer Maskierter auf sie abgesehen. Passend zur Location braucht dieser keine ausgefallene Gesichtsbekleidung, das Ski-Dress erledigt alles von selbst. Damit besitzt „Shredder“ eine gewisse Parallele zu „Cold Prey“, der ebenfalls in den verschneiten Bergen spielt und einen vermummten Killer auf sportfreudige Teens losließ.

Cold Prey“ war einer jener Glückstreffer, die man in diesem Subgenre des Horrorfilms nur sehr selten antrifft, deswegen wäre ein Vergleich schon recht unfair. Etwas origineller hätte „Shredder“ jedoch sehr wohl ausfallen dürfen, schafft er es doch weder mit Spannung, Schocks oder schlichtweg auf simpler Party-Art zu überzeugen. Regisseur Huson hangelt immer genau am Durchschnitt entlang, schafft es bei dieser Routine nie ernsthaft zu langweilen, aber Kurzweile sieht dennoch anders aus.

Man kann sich mit keiner der Figuren identifizieren, auch wenn manche Charakterzeichnungen etwas interessanter ausgefallen sind. Mit dem Bruch keine Frau ins Finale zu schicken weiß der kleine Film einen Hauch Individualität zu versprühen und zu überraschen, aber das war auch schon das höchste der Gefühle dessen was halbwegs Richtung Eigenständigkeit tendiert.

Wirklich ärgerlich ist an „Shredder“ eigentlich nur eine Sache: er provoziert das heitere Mörderrate-Spiel, verrät aber schon sehr früh dass der Täter nicht zur Clique gehört. Damit schrumpft spätestens nach Ableben des Sheriffs die Verdächtigenzahl auf zwei, und da mit einer Person recht vordergründig gespielt wird, während sie so gut wie keine Auftritte beschert bekommt, ist zumindest dem Stammzuschauer solcher Filme schnell klar wer hier fleißig in Serie killt.

Die Morde sind ziemlich unspektakulär inszeniert, auch wenn an Blut nicht gespart wird. Wirklich einfallsreich wird hier nicht gekillt. Ohnehin macht es den Eindruck, dass Husons bislang einziger Film sich viel mehr der Erotik und inhaltlichen Sexprovokationen widmet anstatt den wichtigen Elementen eines solchen Filmes. So gibt es immer wieder mal nackte Haut zu sehen, und selbst angezogen gibt es so manche Szene die das Zielpublikum des pubertierenden Volkes die ein oder andere lüsterne Phantasie bescheren wird.

Im Gegensatz zu manch pornoorientierter Besetzung anderer Streifen weiß die Erotik immerhin zu funktionieren. Nichtsdestotrotz ist sie zu aufdringlich in einem Film dem es an allem anderen Wesentlichen mangelt.

Dass die Doppeldeutigkeit des Shredderns in einem Slasher-Horror nicht fehlen darf, dürfte klar sein, zählt somit auch zu den kleinen Pluspunkten des Films. Aber insgesamt war „Shredder“ einfach zu banal um zu unterhalten, selbst beim ersten Gucken. Zu empfehlen ist der Streifen eigentlich nur jenen Leuten die solche Filme mögen, bislang aber noch kaum welche gesehen haben. Leider werden meist eher jene Leute zugreifen die solche Werke in Massen konsumieren. mittelmäßig


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PARANORMAL ACTIVITY 3 (2011 Henry Joost u.a.)


Der Hochzeitsfotograf Dennis wohnt mit seiner Freundin und deren zwei Töchter zusammen in einem kleinen Haus. Eines der Mädchen unterhält sich des öfteren mit einem imaginären Freund. Und da Dennis ohnehin das Gefühl hat, dass dieser „Freund“ mit ungewöhnlichen Dingen zu tun hat, die im Haus passieren, platziert er im Kinderzimmer eine Videokamera. Seine Lebensgefährtin Julie ist davon zwar nicht begeistert, aber trotzdem folgen recht bald weitere Kameras, die Unglaubliches zutage fördern...


Zurück in die Kindheit...

Paranormal Activity 2“ war nach dem gruseligen Teil 1 ein Schlag ins Gesicht. Komplett falsch angegangen und damit im Ergebnis höchst ungruselig, war dieser eine der enttäuschendsten Fortsetzungen der letzten Jahre, so dass ich mich an Teil 3 eher reserviert herangewagt habe. Dieser ist ein Prequel, über das Finden alter VHS-Bänder im Heute beginnend, und obwohl ich den Weg in die Vorerlebnisse bisheriger Teile eher nicht so gerne gucke (weshalb ich mich noch immer vor „Cold Prey 3“ drücke), muss ich doch sagen war „Paranormal Activity 3“ wieder ein Schritt in die richtige Richtung.

So unheimlich wie das Erstling ist auch diese zweite Fortsetzung nicht, aber zumindest wird es wieder gruselig, wenn auch nicht so dauerhaft wie beim großen Vorbild. Auch Teil 3 spielt großteils mit starren Kameras, was eines der Mankos von Teil 2 war. Aber diesmal werden diese besser eingesetzt und eine interessante Variante findet sich in jener Idee, in welcher eines der Geräte auf einem ehemaligen Ventilatorschwenker platziert wird. Die Bilder, die mit dieser Kamera eingefangen werden gehören zu den unheimlichsten, auch dann wenn nichts passiert.

Passieren tut diesmal wieder so einiges, und klagte ich in Teil 1 schon über ein nicht konstantes Spukgeschehen, so muss man diesmal urteilen, dass es der Dämon in Teil 3 doch gleich um einiges unsinniger angeht als jemals zuvor. Ein System innerhalb der Gruselgeschehnisse darf da suchen wer will, was jedoch nicht davon ablenkt, dass gerade die abgedrehteren Ideen jene sind, die für die stärksten Spannungs- oder Schockmomente sorgen. Ein plötzlicher Zusammenstoß mit dem unsichtbaren Wesen, ein an den Haaren ziehen aus dem Nichts, oder das unerwartete Auftauchen und Verschwinden eines Bettlakengespenstes sind alles Highlights des hier besprochenen Filmes. Wenn die Schwenkkamera plötzlich eine leere Küche aufnimmt und die Regisseure Joost und Schulman uns kurz daraufhin zeigen was mit dem Mobiliar geschah, dann ist „Paranormal Activity 3“ nicht zu toppen.

Inhaltlich wird erneut eine Brücke zu den beiden Vorgängern geschlagen. Der Spuk erfährt sogar einen genaueren Hintergrund, der wiederum nur recht kurz angesprochen wird, so dass er mehr Fragen aufwirft als beantwortet. So darf man sich jetzt schon auf einen Teil 4 freuen. Ich hoffe dennoch, dass auch dieser sich wieder mehr dem Spuk als dessen weltlichem Hintergrund widmen wird, auch wenn mich auf der anderen Seite eine genauere Auflösung der Ereignisse reizen würde. So oder so bietet der neue Blick auf die Geschehnisse eine tolle Grundlage wieder nach Teil 1 anzusetzen, der bekanntlich damit endete dass der Mann tot und seine Lebenspartnerin (besessen oder nicht) auf der Flucht war. Mit einer weiteren Prequel-Fortsetzung braucht man sicherlich nicht zu rechnen. Wer möchte schon auf geräuschlose Super 8-Bänder zurückgreifen?

Authentisch wirkt das VHS-Material im übrigen nicht. Die alten Bänder bieten alle Hochglanzmaterial mit stechend sauberem Bild. Da würde ich von träumen in einer Realität, in welcher man nur wenige Bänder abspielen kann ohne zur Reinigungskassette greifen zu müssen. Sicherlich ist „Paranormal Activity 3“ hauptsächlich für die heutige Jugend gedreht, aber ich denke selbst der hätte man ein paar verunreinigte Streifen im Bild und eine etwas grobkörnigere Optik zumuten können, um realistischer zu wirken.

An sich gibt es an Teil 3 nichts zu meckern. Er weiß zu unterhalten und zu gruseln, womit seine zwei Hauptanliegen erreicht sind, ein Ziel das u.a. deswegen erneut erreicht wurde, weil die Menschen untereinander vertraut und glaubwürdig wirken. Das ist eine Pflicht bei diesen Pseudo-Dokus, die Teil 2 vernachlässigte.

Man verpasst sicherlich nicht viel, wenn man diesen Film nicht geguckt hat, so aufregend wie Teil 1 ist er nun wirklich nicht, aber es wird nie langweilig und höchst wahrscheinlich sollte man Teil 3 geguckt haben, um Teil 4 im Gesamten folgen zu können. In Produktion ist die dritte Fortsetzung bereits. Ich freue mich nun wieder mehr auf eine Weiterführung als nach Teil 2. unterhaltsam


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FRIGHT NIGHT (2011 Craig Gillespie)


Zunächst glaubt er seinem ehemaligen Nerd-Kumpel kein Wort, dass in der Nachbarschaft ein Vampir hausen würde. Aber als besagter Ex-Kumpel spurlos verschwindet, merkt Charley Brewster schnell dass dieser nicht gesponnen hat. Nun heißt es die Familie und die Freundin beschützen und den Vampir ins Jenseits befördern. Doch der Okkult-Experte Peter Vincent warnt Charley. Der Vampir Dandridge gehört einer besonders hartnäckigen Gattung Blutsauger an...


Uneingeladene Nachbarn sind die angenehmeren Vampire...

Der Original „Fright Night“ aus dem Jahre 1985 gehört meiner Meinung nach zu den gelungensten Vampirfilmen. Da darf es einem schon mulmig werden, wenn von einer Neuverfilmung gesprochen wird. Dem alten Film tat bereits seine drei Jahre später gefolgte Fortsetzung nicht gut, und nun, Jahrzehnte nach dem Erstling, sollte ein Remake erfolgen, ein Remake eines Filmes, das mitten in den 80er Jahren badete, letztendlich aber auch gerade von diesem Punkt lebte. Macht eine neue Herangehensweise dann Sinn?

Keine Ahnung - mit dem Sinn und Unsinn von Remakes sollen sich andere befassen. Ich werde bei Fortsetzungen und Neuverfilmungen meist neugierig und gehe vorurteilsfrei heran. Ich verfluche solche Filme nicht, wie manch anderer Cineast. Das heißt jedoch nicht, dass ich nicht ohne Bedenken an ein solches Werk herangehe, und „Fright Night“ war, wie gerade erwähnt, auch ein individueller Spezialfall. Allerdings machte es nach der ersten Bekanntgabe, dass dieser Horrorfilm produziert werden soll, auch gleich Mut, dass mit Craig Gillespie kein Jungregisseur auf das Projekt losgelassen wurde.

Mehr noch: wo andere Regisseure sich den Horrorfilm als Startfeld ihrer Karriere aussuchten, da kam Gillespie aus einer ganz anderen Filmrichtung und bescherte uns z.B. die wundervolle, klischeearme Tragikomödie „Lars und die Frauen“, der so beispiellos erzählt war, dass der Gedanke geradezu interessant war, dass Gillespie sich an einen Horrorfilm wagt.

Nun ist „Fright Night“ nicht so anspruchsvoll ausgefallen wie besagter Film um Lars und seine Puppe. Ein Auge sollte der Cineast jedoch trotzdem darauf werfen, denn das Remake „Fright Night“ ist ein Lehrstück dessen geworden, wie man einen Vorgänger nicht schlicht kopiert, sondern eigene Wege einschlägt, modernisiert und sich gleichzeitig vor dem Original verbeugt.

Auf völlig andere Art waren jegliche Elemente bereits im Original vorhanden. Modernisiert wurde nicht nur mittels aktuellem Erzählstil und diverse technische Errungenschaft der Gegenwart, auch die Figuren und ihre Herangehensweise an diverse Situationen sind im Heute zu Hause. Die Figuren hätten eine Spur mehr Individualität vertragen können, und gerade die Freundin Brewsters wird nicht gerade glaubhaft charakterisiert und wirkt zu klischeelastig. Aber an sich kommt „Fright Night“ frisch daher, ohne irgendeinem Jugendwahn zu verfallen, und das obwohl ein Teenager im Zentrum der Geschehnisse steht.

Kenner des Originals werden manches Mal überrascht, z.B. wenn der Part um die Glaubwürdigkeit Brewsters wesentlich verkürzter daher kommt, und die Leute um ihn herum recht schnell erfahren dürfen, dass er kein Spinner ist. So etwas fördert die Erwartungshaltung, da man sich fragt, was für Schwerpunkte von nun an ins Zentrum rücken werden und wie sich diese mit dem Original vergleichen lassen.

Manch einer der alten Fans wird sich sicherlich mit der Neuinterpretation des Peter Vincent schwer tun. Aus einem jammernden, abgehalfterten TV-Star ist ein Bühnenmagier geworden, der geradezu in übertriebener Coolness schwimmt. Diese wird nur bedingt dafür genutzt aus dem angeblichen Guru des Okkulten einen Angsthasen zu machen, was ja letzten Endes der Schwerpunkt von Roddy McDowalls Interpretation dieser Rolle war. Für die Neuverfilmung ist Peter Vincent nicht wichtig genug, um sich mit seiner Modernisierung schwer zu tun. Aber auch er hätte eine Spur lebensnäher konzipiert sein können.

Das Fehlen seiner lustigen Seiten sorgt zudem dazu, dass aus einer ehemaligen Horror-Komödie ein reiner Horrorfilm geworden ist. Freilich fehlt es der Neuverfilmung nicht an der notwendigen Ironie, zur Komödie verkommt die 2011er Version deshalb jedoch noch lange nicht.

Was sehr angenehm auffällt ist das Unterordnen von Blut- und Computereffekten der Geschichte gegenüber. Außerdem ist es interessant, dass sich „Fright Night“ trotz modernem, flotten Stil auf die klassischen Vampire konzentriert, und dies zu einer Zeit, in welcher seit Jahrzehnten versucht wird dem Vampirismus neue Seiten abzugewinnen, was sogar bis zu der Extreme eines „Twilight“ führte, in welchem die Vampire nur noch das Trinken von Blut und die spitzen Zähnchen gemein hatten und zu einer Art Superhelden umgewandelt wurden.

Gillespies Werk besinnt sich des Ursprungs filmischer Vampire und arbeitet mit dem klassischen Fehlen eines Spiegelbildes (modernisiert über das fehlende Auftauchen in Videoaufnahmen), der Verletzbarkeit durch Kreuze, Weihwasser und Tageslicht, dem unangenehmen Empfinden vor Knoblauch und dem alten Ritual, dass ein Vampir eine Wohnung erst betreten darf, wenn er eingeladen wird. Es ist gerade letzter Punkt mit dem es Gillespie versteht zu spielen und einen höchst überraschenden Moment mit dem Verwenden dieser alten Regel zu zaubern.

Als Mitte 40jähriger weiß der Regisseur was sich lohnt zu modernisieren und was nur temporär kurz angesagt wäre. In den entscheidenden Elementen seiner Geschichte beruft sich der Geschichtenerzähler auf das Traditionelle, und dieser Mix ist es der „Fright Night“ zu einer solch angenehmen und kurzweiligen Kost macht. Der große Wurf ist Gillespe dabei nicht geglückt. Aber was soll man jammern, wenn das Remake es weiß einem seine Geschichte kurzweilig zu präsentieren? Dann ist er halt nur ein Stück Unterhaltungskino. Das reicht vollkommen aus. sehenswert


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