Donnerstag, 15. November 2012

FREITAG DER 13. 2 - JASON KEHRT ZURÜCK (Friday The 13th 2 1981 Steve Miner)



Obwohl das Camp Crystal Lake erst kürzlich Schauplatz einer Mordreihe wurde, begibt sich wieder ein Trupp Teenager dorthin. Was soll schon passieren? Der Mörder wurde seinerzeit getötet. Aber falsch gedacht, kaum im Camp angekommen darf ein Jugendlicher nach dem nächsten sein Leben lassen...


Im Namen der Mutter...

Wie oft hört man Diskussionen darüber, dass Fortsetzungen grundsätzlich schlechter seien als ihre Vorgänger. Diese unsinnige Behauptung stützt sich auf keiner logisch nachvollziehbaren Erklärung und wird gerade im Horrorgenre häufig widerlegt. So auch in der „Freitag der 13.“-Reihe.

Hat man Teil 1 gesehen, wundert man sich, dass der Film als ein Highlight der Horrorgeschichte gehandelt wird. Neulinge des Genres werden sich auch über die Abwesenheit Jasons in der Hauptstory wundern. In Teil 2 darf er nun endlich auferstehen (was weder gezeigt noch begründet wird) und die bösen Teenager morden. Denn Jason hat nach seinem todbringenden Unfall aus Kinderzeiten noch gehörig Wut im Bauch.

Die Eishockeymaske ist ihm in seinem ersten großen Film allerdings noch fremd. Unser Killer läuft debil mit einem Sack über dem Kopf herum und knallt wegen eines clever eingebrachten Guckloches nicht ständig gegen die Bäume. Bevor er daheim mordet lauert er der Überlebenden aus Teil 1 in ihrer Wohnung auf. Mit dieser Szene wäre dann auch bewiesen, dass er den Crystal Lake bereits vor Teil 8 verließ, was allerdings im Widerspruch zu seinem restlichen Verhalten der Teile 2 bis 7 steht. Ja, die „Freitag der 13.“-Reihe war schon immer weit unten zu nennen, wenn es um Logik, gewitzte Story und talentierte Darsteller ging.

Wie schafft man es mit solchen Defiziten dennoch einen brauchbaren Film zu machen, sogar einen der seinen Vorgänger nicht nur locker in den Schatten stellte, sondern als einzige Horrorreihe der Welt erst mit der Fortsetzung die eigentliche Kultfigur schuf, über die noch heute Filme gedreht werden? Die Antwort heißt Steve Miner.

Es ist ein Wunder, dass dieser Regisseur noch immer bei so vielen Menschen unbekannt ist. Außerhalb des Horror-Genres ist das vielleicht noch verständlich, obwohl er mit „Soulman“ einen großen Publikumserfolg und mit „Forever Young“ auch einen geglückten Beitrag im sentimentalen Kinobereich abgeliefert hat. Jeder Horrorbegeisterte sollte diesen Namen allerdings kennen. Neben „Freitag der 13. 2“ und 3 drehte er zudem den ersten Teil von „House“, den dialogfreudigen „Lake Placid“ und er wiederbelebte die „Halloween“-Reihe mit „Halloween – H20“. Das sind unglaublich gute Genrebeiträge. Lediglich seine oft kritisierte Neuverfilmung von „Day Of The Dead“ ist sehr schlecht und das gleich richtig.

So modern „Halloween –H20“ umgesetzt ist, und so lustig „House“ und „Lake Placid“ erzählt sind, so staubtrocken klassisch sind Miners „Freitag der 13.“-Slasherbeiträge der frühen 80er. Der hier besprochene 2. Teil ist im Vergleich schwächer. In Teil 3 schaffte es Miner ernsthaft Spannung entstehen zu lassen (womit er den einzigen spannenden Teil der nicht enden wollenden Reihe kreierte), Teil 2 kann man eher als Übung für den besseren Dritten sehen. Miner hatte zuvor noch nie Regie geführt, scheinbar noch nicht einmal für das amerikanische Fernsehen. Und dennoch lieferte der Mann ein sehr atmosphärisches Werk ab.

Er fängt den See, den dunklen Wald und innere Räumlichkeiten gekonnt ein. Er schafft es in der ersten Hälfte, in der kaum etwas passiert, null Langeweile aufkommen zu lassen, und das bei einem plumpen Drehbuch mit untalentierten Jungdarstellern. Wenn Jason dann ziemlich verspätet loslegen darf bekommt Teil 2 den richtigen Schwung, um den Zuschauer auch gepackt mit der Hauptdarstellerin mitfiebern zu lassen.

„Freitag der 13. 2“ punktet kaum in blutigen Szenen, und der Jasoncharakter hat noch nicht den Kult, dass man eher zu ihm als zu den Opfern hält. Diese beiden Punkte machten späteren Regisseuren der Reihe die Arbeit um einiges leichter. Miner liefert ein eher klassisches Erzählmuster im damals modernen Terrorkino ab. Er lässt die wichtigsten Szenen bei Dunkelheit spielen, er zeigt uns gut umgesetzte Verfolgungsjagden durch den Wald, wohl durch Hoopers Kettensägenfilm inspiriert, und mit dem Kopf der Mutter wird auch ein echter Bezug zu Teil 1 hergestellt (was aber wohl eher dem Drehbuchautor zu verdanken sein dürfte).

Mit „Freitag der 13. 2“ beginnt die Horrorfilmreihe erst wirklich. Teil 1 kann man sich getrost sparen, der ist nur für die Leute wichtig, welche die Reihe unbedingt komplett sichten wollen. Teil 2 ist aber der eigentliche Einstieg und der erste gelungene Film der mittlerweile 10teiligen Reihe.

Obwohl der Vorspann mal wieder kein Ende nehmen will, die Unlogik einen von jeder Seite anspringt, Darsteller eben so viel Mist bauten wie der Schreiber des ganzen Konfusen, schenkte Miner dem Horrorfan einen atmosphärischen, wenn auch spannungsarmen, Beitrag des Genres, den man auch mehr als ein mal gucken kann. Dass ihm die geglückte Terrormusik des Vorgängers hilfreich zur Seite stand, sollte man fairer Weise aber auch noch erwähnen.

Teil 2 ist ein interessanter, wenn auch nicht überragender, Film geworden, der seinen Vorgänger locker in den Schatten stellte und mit dem auch das selbe Schicksal teilen sollte. Denn mit Teil 3 sollte Miner den zweiten ebenfalls wieder toppen und ein Werk drehen, dass man wohl als den Höhepunkt der Freitag-Reihe betiteln darf. unterhaltsam


1 Kommentar:

  1. Sehe ich genauso. Hoffentlich gibts mal ein ausführliches Review zum dritten Teil denn dieser ist wohl der gelungenste Slasher aller Zeiten.

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