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Dienstag, 7. August 2012

C.H.U.D. (1984 Douglas Cheek)


Wesen aus der Kanalisation schnappen sich so manchen Obdachlosen. Erst als auch der Sohn eines Kommissars verschwindet, bekommt die Polizei Interesse an den Vorfällen...


Besetzt, besetzt - Umsonst gewetzt...

Oh nein, „C.H.U.D. - Panik in Manhattan“ ist sicherlich kein großer Film. Aber er ist ein ziemlich interessantes Produkt aus den verstaubten Videoregalen der 80er Jahre. Das Werk ist Trivialunterhaltung, jene Form der schundigen Art, der trotz seiner gewollten Billigkeit ernst erzählt wird. Wenn die Gullideckel wackeln und ein Haufen Müll sich „merkwürdig benimmt“ hat das zwar das Kaliber eines "Überfall im Wandschrank", aber selbst diesen augenzwinkernden Szenen wird keine bewusste Komik beigefügt. Wer darüber lachen kann, der lacht. Wer naiv genug ist sich darüber gruseln zu können, der gruselt sich.

Der kleine B-Film ist eigentlich recht ordentlich inszeniert. Szenenweise wird es sogar spannend, wenn auch nie zu extrem, als dass dies wirklich von Bedeutung wäre, und zum Schluss darf man mit zwei Leuten in der Kanalisation mitfiebern, denen der Ausweg nach oben versperrt wird. Auch hier ist also ein gewisses Spannungspotential durchaus vorhanden.

Die Geschichte um Mutanten, die in der Kanalisation hausen, fällt so simpel aus wie sie klingt und wurde sympathisch klassisch umgesetzt, so augenzwinkernd naiv sich diese Ausgangslage schließlich wie die Urangst eines Kindes mit zu viel Phantasie anhört. Die Wesen werden dem Zuschauer lange Zeit vorenthalten. Zunächst sieht man nur die Arme, seltenst Beine, und sieht man mal andere Körperregionen, kommt es schneller zum Schnitt als einem lieb ist. Es dauert also ewig bis man so einen Mutanten tatsächlich zu Gesicht bekommt, was wohl auch besser so ist, sind die Viecher doch recht billig, wenn auch nicht völlig uncharmant, umgesetzt. Ihre leuchtenden Augen mögen etwas übertrieben wirken, aber genau damit erhalten sie auch jene leichte Lustigkeit, die schon die Grundatmosphäre des Streifens durchzog.

Durch das lange Hinhalten der Sichtung eines dieser Monster entsteht eine interessante trockene Atmosphäre, die den Kids heutiger eher flott erzählter Filmchen sicherlich nicht schmecken dürfte. Freunde älterer Sehgewohnheiten hingegen bekommen wonach sie dürsten, werden aber auch nicht mit einem Filmerlebnis eines Kalibers a la „Tunnel der lebenden Leichen“ überrascht. Für ein solches Ergebnis badet „C.H.U.D.“ dann doch zu sehr in Banalitäten.

Die Geschichte selbst kommt etwas zu überraschungsarm daher. Filmfreunde werden aber immerhin verwundert gucken, wenn in einem sehr kurzen Auftritt zum Schluss hin der damals noch unbekannte John Goodman auftaucht. Eine der Hauptrollen erwischte der damals noch recht junge Daniel Stern, den man vor seinem kleinen Erfolg hier einmal anders erleben darf als oftmals später.

So sehr die Geschichte dem klassischen Erzählpfad folgt (vermisste Leute, Nachforschung, die Wahrheit entdecken, mächtige Leute sind beteiligt und leugnen, Radioaktivität, Umweltverbrechen, etwas hat überlebt...) so interessant ist es auch, dass der Film trotz seiner Kostengünstigkeit und Vorhersehbarkeit auf zwei Erzählebenen präsentiert wird, die erst zum Finale hin aufeinander treffen, um eins geworden die Geschichte zu beenden. Ohnehin macht das Drehbuch einen soliden Eindruck, sind die vorhandenen Dialoge doch nicht von schlechten Eltern, da sie wie individuelle Gespräche wirken und nicht wie aus dem Handbuch einfallsloser Autoren heutiger Schnellproduktionen. Auch die Charaktere besitzen Ecken und Kanten, sind also auch keine reinen Stereotypen wie üblich im Bereich dieser Art Film.

„C.H.U.D.“ ist ein recht billiges Werk, aber auch ein guckbares für Freunde verstaubter 80er-Jahre-Schinken, der seinen theoretischen Nonsens auf eher trockene, humorbefreite Art präsentiert. Die Geschichte ist zwar relativ überraschungsarm, dafür aber atmosphärisch dicht und ordentlich inszeniert.


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